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faustdick

nhd. bis spez. · 11 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
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12 in 11 Wb.
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

faustdick

faustdick

Faust f. ‘durch starke Beugung der Finger fest geschlossene Hand, geballte Hand’. Die Etymologie ist ganz unsicher. Die westgerm. Formen ahd. fūst ‘Faust, Höhlung der Hand, Handvoll’ (8. Jh.), mhd. vūst, voust, asächs. mnd. fūst, aengl. fȳst, engl. fist, mnl. vuust, nl. vuist ergeben (bei angenommener Ersatzdehnung nach Nasalausfall) germ. *funsti-. Vergleicht man russ. pjast’ (пясть) ‘flache Hand, Mittelhand’ (aruss. pjastь ‘Faust’), poln. pięść ‘Faust’, so läßt sich ie. *pṇsti- bzw. älteres ie. *pṇksti- ‘Faust’ erschließen. In diesem Fall wären die germ. und slaw. Bezeichnungen (im Hinblick auf die fünf Finger einer Hand) mit ie. *penku̯e ‘fünf’ zu verbinden. Über ie. *pṇksti- käme man (im Hinblick auf die geballte Hand) für das Germ. auch auf die Wortgruppe von fangen (s. d.), die allerdings im Slaw. kaum Entsprechungen hat. Setzt man für das Germ. dagegen ie. *punksti- als Ausgangsform an, so kann man die germ. Formen zu ie. *peuk̑- oder *peug̑- bzw. *peug- ‘stechen, boxen’ stellen. Dann bestünde Verwandtschaft mit lat. pūgnus ‘Faust’, griech. pýx (πύξ) Adv. ‘mit der Faust’, pygmḗ (πυγμή) ‘Faust, Faustkampf’, nicht aber mit den slaw. Formen; vgl. de Vries Nl. 807. – Fäustling m. ‘Fausthandschuh’, ahd. fūstiling (11. Jh.). Faustrecht n. ‘Recht des Stärkeren, Rechtsfindung ohne Rechtsgrundlage’ (16. Jh.), auch ‘Zweikampf’ (15. Jh.). Faustpfand n. ‘vom Schuldner seinem Gläubiger gleichsam als Besitz in die geballte Hand zur Sicherung (für seine Forderung) überlassener Sachwert’ (18. Jh.). faustdick Adj. zunächst Maßangabe (18. Jh.), später oft bildlich, besonders in der Wendung es faustdick hinter den Ohren haben ‘(wider Erwarten) schlau, gerissen sein’.
1683 Zeichen · 65 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Faustdick

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Faustdick , adj. et adv. einer Faust an Dicke gleich, im gemeinen Leben.

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    faustdick

    Goethe-Wörterbuch

    faustdick die erweiterte Form ‘faustendick’ nicht übl, hier Lässigkeit des Moritatenverses ‘den Schelmen faustendick im …

  3. modern
    Dialekt
    faustdick

    Bayerisches Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    faustdick Band 3, Spalte 3,1662

  4. Sprichwörter
    Faustdick

    Wander (Sprichwörter)

    Faustdick Er hat's faustdick hinter den Ohren. – Eiselein, 162; Simrock, 2311; Reinsberg VII, 67; für Franken: Frommann,…

  5. Spezial
    faustdick

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    faust|dick adj. gros sciöche n pügn.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit faustdick

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Zerlegung von faustdick 2 Komponenten

faust+dick

faustdick setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

Ableitungen von faustdick (1 von 1)

Faustdicke

Campe

Х Die Faustdicke , o. Mz . die Dicke einer Faust. Kartoffeln, welche Faustdicke haben.