Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
erschöpft
erschöpft
schöpfen Vb. ‘Flüssigkeit mit einer Kelle oder einem Gefäß entnehmen’, auch ‘(er)schaffen’ (heute selten, im 19. Jh. veraltend). Laut- und bedeutungsgleich stehen nebeneinander ein starkes Verb ahd. skephen und ein schwaches Verb ahd. skephen, beide für ‘(er)schaffen, gestalten, bilden’ und ‘(Wasser) schöpfen’ (s. schaffen). Vielleicht darf davon ausgegangen werden, daß die Bedeutung ‘(Wasser) schöpfen’ zunächst allein dem schwachen Verb zukam, das dann als eine Bildung zu dem unter Schaff (s. d.) behandelten Substantiv anzusehen wäre. Die semantische Vermischung beider Verben ist jedenfalls im Ahd. bereits vollzogen. Während starkes ahd. skephen in schaffen weiterlebt (und die Bedeutung ‘Wasser schöpfen’ aufgibt), setzt sich schwaches ahd. skephen mit seinen beiden Bedeutungen in mhd. schepfen, nhd. (mit Rundung zu ö) schöpfen (schöpfte, geschöpft) fort. Vgl. auch (schwach flektierend) mnd. nl. scheppen ‘(Wasser) schöpfen’. – erschöpfen Vb. ‘vollständig behandeln, die Kräfte völlig aufbrauchen’, eigentlich ‘bis zum Ende ausschöpfen’, ahd. irskephen ‘schwächen, erschöpfen’ (9. Jh.), mhd. erschepfen; erschöpft Part.adj. ‘am Ende seiner Kräfte, ermüdet’ (18. Jh.). unerschöpflich Adj. ‘unbegrenzt’ (15. Jh.). 1Schöpfer m. ‘Schöpfgefäß, -kelle’ (15. Jh.).