Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)
erlaffen stV.
2 ‘einer Sache verfallen sein’
1 ‘erschlaffen, schlaff, kraftlos, matt werden’ so bistu by der glüte / und von dem win erloffen, / dar zu bistu erslaffen MinneR 418 90; was ÿetz nun lebt in disser zÿt, / das trenket sÿ [Frau Welt] mit irem trank, / das och betút [...] / die fúchte und die unrainikait / ir vil grossen unkúschait, / da mitt si tuͦt erlaffen / múnch, laÿen, wÿb und pfaffen, / die si vestenklich hat behafft KvHelmsd 4611; sniudeln und mundaffen, / mich dunkt, du rîtest ûf der spür. / du bist gar erlaffen. / gip ûf, du muost gevangen sîn Virg 320,10; und ovch der riche keisir, / der wirt an frovden heisir, / mit murdekeit [l. müedekeit ] erlaffen Martina 11,17. – übertr.: ‘einer Sache beraubt sein’ so bistu güdel eren plosz, / erlaffen an sinnen, / so pflig ich hocher minnen MinneR 418 33 2 ‘einer Sache verfallen sein’ do im die minneklich, die kluͦg / ains mals an sinen baggen schluͦg / und im mitt iren henden schon / ab sinem hobpt nam die kron / und satzte die uff ir selbes hopt, / dennocht was er als gar ertopt / und also in ir minne erlaffen / das er sÿ ze mal muͦst angaffen / mitt offem anlachenlichem mund KvHelmsd 1681; ein bœs ende sol er haben, / der in den sünden ist erlaben, / und nicht erbarmen wolte sich / über mîn kint noch über mich Boner 54,40
MWB 1 1973,27; Bearbeiter: Tao