Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)
erkriegen swV.
2 ‘etw./jmdn. durch Anstrengung gewinnen, erlangen, erreichen’
3 ‘jmdn. fassen, ergreifen’ , bildl.
4 ‘jmdn. bekriegen’
1 ‘etw. durch Kampf gewinnen, erobern’ als er wolde ercriegen die [ der vînde banier ] / und den heiden zu laster sie / zû der erden bringen, / den sic alsô erringen Kreuzf 2029. 6228; die hôhe êrste ercriegeten die / cristen ebd. 6675; [weltliche Fürsten,] die sich hie lazen dursten / nach eren unde landen, / striten mit iren handen, / uf daz sie vil ircriegen Daniel 1131; wêr von der welt hî mîn rîch, / di dînêr mîn sicherlîch / mir erkrîgten wol daz heil, / daz ich den juden icht zû teil / wurde und ze handen kême [Ioh 18,36] JvFrst 6319 2 ‘etw./jmdn. durch Anstrengung gewinnen, erlangen, erreichen’ was der mensche gewalteklich gewinnen sol, das muͦs er mit arbeiten erkriegen und mit flisse Tauler 361,8; diu gnâde, die si erkrieget mit sunderlîcher wîsheit und vlîze Eckh 2:144,6; Tauler 269,4; senftmuͤtikeit und gedult dise zwei muͤssent iemer erkrieget werden mit widerwertikeit ebd. 381,20; wanne wiltu flis haben, so mahtu got erkriegen und das edel luter guͦt in allen wisen und wesende do du inne bist ebd. 120,4. 342,30; Seuse 140,6. 170,19. 515,21; nû wænent unser guoten liute erkriegen [es dahin bringen zu können] , daz gegenwürticheit sinnelîcher dinge den sinnen niht ensî [für ihre Sinne nichts mehr bedeute] . des engât in niht zuo. daz ein pînlich gedœne mînen ôren als lustic sî als ein süezez seitenspil, daz erkriege ich niemer Eckh 3:491,18 3 ‘jmdn. fassen, ergreifen’, bildl.: ich meine dich, junges mannes mut, kein spürn dich mac erkriegen Frl 5:29,19 4 ‘jmdn. bekriegen’ yedoch hab wir fur bar vernomen / das sy schullen her aus kumen / noch vor des jungisten tages frist / und schullen mit dem anterchrist / erchriegen die christenhait Seifrit 4294
MWB 1 1965,32; Bearbeiter: Tao