Eintrag · Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)
erdwâl
(13. Jh., mfrk.):
‚(vom Wasser ausgespülte?). Das
Vertiefung in der Erde, Graben, hiatus‘
zweite Element der Zss., -wâl, das sonst weder
ahd. noch mhd. belegt ist, ist heute in Nord-
deutschland als ein Nordseewort Wahl (auch
S1125*erdwâl – êregrehtî 1126
Wehl, Wehle)
‚vom Wasser ausgespültes Erd-bekannt. Zu verglei-
loch hinter einem Deiche‘
chen sind andfrk. wâl
‚Abgrund, abyssus‘
(Helten, Aostndfrk. Psalmenfrg. 86, 756–7.
110), mndl. wael
‚Pfuhl, Tiefe, vom Wasser,
ausgespültes Erdloch hinter einem Deiche‘
nndl. waal
‚dss.‘; nostfries. wēl, nwestfries.
wiel
‚dss.‘; ae. wǣl
‚Strudel, Pfuhl, tiefe Stelle, ne. dial. weel
in einem Fluß oder im Meer‘
‚dss.‘. Auf eine ursprl. weitere Verbreitung des
Wortes im Hochdt. scheint tirol. wal
‚Wasser-zu deuten.
graben, Kanal‘