Eintrag · Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)
egidehsa
‚Eidechse, la-〈Var.: ege-, eg- (12./13. Jh.),
certa, stel(l)io‘
ei-, e-, ę-, æ-, y-, hei- (14. Jh.), euui-,
ou(iu)ui-, ouue-; -dechs-, -dex-, dochs-
(12. Jh.), -desh-, -des(s)- u. ä. Die kontrahierte
Form ei- begegnet einmal schon im 9. Jh. (Gl.
1, 343, 33: S. Gall. 295), ę- einmal im 10. Jh.
(Gl. 1, 802, 23: Clm 14747), sonst sind solche
Formen erst viel später bezeugt. Die Neben-
form euui- (s. u.) kommt einmal schon im
8. Jh. vor (Gl. 1, 354, 29: Würzb. Mp. th. f. 3),
dann nur im 11. Jh. im Cod. Carlsr. S. Petri
(Gl. 1, 355, 26), der ein Gemisch von ahd. und
as. Formen enthält (daneben ouue- einmal im
12. Jh. und die verschriebene Form ouiuui- im
9. Jh. [Vat. Pal. lat. 14, rheinfrk.]). Die Assi-
milation hs > s(s), die gewöhnlich als ein im
Norden entstandener, nach Süden vordringen-
der Lautwandel betrachtet wird, der vor dem
10./11. Jh. im Ahd. nur vereinzelt auftritt, er-
scheint in diesem Wort dreimal schon im 8.
und 9. Jh.: euuithessa 8. Jh., fränk. (Gl.
1, 354, 29, s. o.), ouiuuidessa 9. Jh., rheinfrk.
(s. o.), eithesa 9. Jh., alem.(!) oder alem.-frk.
(S. Gall. 295, s. o.); alle weiteren Belege sind in
frk. Hss. vom 11. Jh. an. Möglicherweise ist
die Assimilation im zweiten Teil einer Zss., der
einen schwächeren Akzent trägt, früher einge-
treten; vgl. Isid. foluuassan
‚perfecta‘und s.
K. Wagner, Teuthonista 9 (1933), 33 ff., bes.
46 f. Vgl. auch Braune, Ahd. Gr.14 § 154
Anm. 5; K. Matzel, PBB 88 (Tübingen, 1966),
59; ders., Sprache 12 (1966), 168; Th. Frings,
959 egida – egidehsaS960
Grundlegung einer Gesch. d. dt. Spr.3 (Halle,
1957), Karte 38〉.