Eintrag · Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke)
drücke swv.
1. eigentlich.
a. ohne präpositionen. si druhte sîne hende daʒ ûʒ den naglen spranc daʒ bluot Nib. 623,2. daʒ kint druhte den stein MS. 2,249. a. mit gedruhten worten swinde hôrt man si antwurte phlegen kl. 1463.
b. mit präpositionen. der wint ab dem münster druhte bêdiu die træme unt daʒ dach Serv. 1846. er dructeʒ kint an sîne brust Parz. 395,22. si dructeʒ kint nâhe an sich MS. 2,188. a. si dructe in ungefuoge bî dem bette an einen schrîn Nib. 620,4. vgl. 624,3. die pfîle niht sêre durch die ringe gedrucket Parz. 579,9. er dructe in über einen ronen Parz. 265,17. die schœnen druhte ich her ze mir MS. 2,60. b. 3. mit adverbialpräpositionen. der boum druchet niuwan die erde nider Griesh. pred. 2,39. er dructe si nider MS. 2,80. b. eʒ het sich ir islîch nider gedrucket ûf daʒ marc kl. 1424.
2. metaphorisch: Phârâô der began si drücken sô Barl. 56. vgl. 115. 325. diu werlt drücket uns under sich das. 115. under uns drücken wir in das. 306. — die salmen er în truhte die psalme schlang er in sich, sam daʒ fuoter tuot daʒ vihe Servat. 3273. swer die vrumen nider drücket unterdrückt unt die bœsen vür zücket Vrid. 77,8. ob in ein sünde drücke nider Barl. 111. daʒ alter drücket in nider das. 111. niemen dructe eʒ under (unterdrückte, verhehlte es): man sagte eʒ allen liuten Marleg. 25,482.