Eintrag · Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)
dô
‚da, dann, damals,, konj.
darauf, daher, (da) doch, hingegen, tunc,
tum, demum, tandem‘
‚als, während,〈Var.:
nachdem; dadurch, daß; weil; obgleich‘
t(h)-, -uo, -ū〉. Gegenüber ahd. dhuo, duo
Isid., Mons. Frg. (s. auch duoder Merseb. Zau-
berspr. 1) ist in der Lautform dô das -ô- auf-
grund von Schwachtonigkeit nicht diphthon-
giert. – Mhd. dô adv.
‚da, damals, darauf, da-, konj.
gegen‘
‚als‘, nhd. dial. schweiz. do (bis
ins frühe 17. Jh.). Seit dem 14. Jh. tritt neben
mhd. dô die (von der Mitte des 16. Jh.s allge-
mein geltende) Form dâ, die aus ahd. dâr
‚da,mit r-Schwund hervorgegan-
S707dô – dodo 708
dort, hier, dann‘
gen ist (→ dâr). Da die Darstellung von Zeit-
verhältnissen auf räumlichen Vorstellungen be-
ruhen kann, setzt sich die Raumvorstellungen
bezeichnende Lautform dâ durch. Als Kon-
junktion hat dô zunächst temporale Funktion
(so schon ahd., jedoch bei dâ nach Ende des
18. Jh.s nur noch in gehobener Ausdruckswei-
se); in Konkurrenz zu weil setzt Mitte des
17. Jh.s kausaler Gebrauch ein.