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dehein

ahd. bis nhd. · 9 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

MWB
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Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)

dehein

Bd. MWB 1 1248, Sp. 40
dehein Indef.-Pron., Pron.-Adj. auch dekein (s.a. → kein und → nehein ); adj. Verwendung (meist attr.) überwiegt deutlich; pronominale Verwendung fast immer mit Angabe der Bezugsgröße (meist durch Gen. partit., seltener durch ein präp. Attr.), selten als einfaches rück- oder vorausweisendes Indef.-Pron. 1 ‘irgendein(er)’
1.1 im nicht verneinten Satz: pron.
1.2 im abh. Satz, der einem durch ne und/oder niht verneinten Satz untergeordnet ist
1.3 im durch nie oder niemer verneinten Satz
1.4 im verneinten Satz, wenn etw. anderes als das Bezugswort von dehein in Abrede gestellt wird
2 ‘kein(er)’
2.1 im durch ne und/oder niht verneinten Satz
2.2 im durch niemer verneinten Satz (vgl. 1.3 )
2.3 im abh. Satz, der einem durch nie verneinten Satz untergeordnet ist (vgl. 1.2 )
2.4 im nicht verneinten Satz: pron.
   1 ‘irgendein(er)’    1.1 im nicht verneinten Satz: – pron.: swâ man vant deheinen, der riter solde sîn / von art der sînen mâge, [...] diu ladet’ man zuo dem lande NibB 28,1; dv bist gnediger dan ir decheiner Litan 529; gat aber vnder den drien dukeinre abe, da sol man ein andern nemen an sine stat UrkCorp (WMU) N85,35. adj.: der âre vliuget hoher denne dehein uogel Spec 119,19; hete ich nu dehain man / der reche minen anden! Rol 8012; wa geschach ie deheim man baz? UvZLanz 4291; sîn herze dâ von vreude vie / als [weil] im dehein manheit / ze tuone wart vür geleit Wig 3423    1.2 im abh. Satz, der einem durch ne und/oder niht verneinten Satz untergeordnet ist: daz ne saget uns nehein pûch [...], / daz deheiner sô rîche wâre, / [...] / sô der wunderlîche Alexander VAlex 38; doch gedâht er an einen schaden, / daz er niht überwunde / den spot den er vunde, / sô er sînen gelingen / mit deheinen schînlichen dingen / ze hove erziugen möhte Iw 1526    1.3 im durch nie oder niemer verneinten Satz: swaz dînes liehten antlützes was, / dar an gewuohs noch nie dehein gran Wh 67,15; küener videlære wart nie dehein NibB 1834,2; nimmer wirt dehein tac / man sehe vür daz hûs gân / ein tier, daz ist sô wol getân Wig 3851; der selben [Bücher] hân ich einez, / daz süezer nie deheinez / von menschen geschriben wart KvHeimHinv 74. – mit weiterer Negation: da negenas nie dehain bárn: / si ertrancten sich selbe Rol 7063; da enwirt nimmer vinster, da enwirt niemer dehain vnsenfte von froste noch von hicz Konr 20,70    1.4 im verneinten Satz, wenn etw. anderes als das Bezugswort von dehein in Abrede gestellt wird: got enist niht ein zerstœrer deheines guotes, sunder er ist ein volbringer Eckh 5: 288,10    2 ‘kein(er)’    2.1 im durch ne und/oder niht verneinten Satz: pron.: er sunterôte drîer tage vrist / al sîn quorter [Herde] [...] / von den Jacobes vehan [...] / daz tet er umbe daz daz Jacobe newurde deheinez Gen 1398; ir deheiner mohte von dem strît / niht enpfaren Wh 327,18; irn was iedoch deheiniu alt Iw 6194. adj.: helt, dûne hâst deheinen prîs, / ob dû mir nimst mîn halbez leben Wh 79,22; sîne rou dehein daz guot / daz sî an in hete geleit Iw 3728; mich kan unstæte dehein ander wîp / ir niht gemachen KLD:UvL 11: 5,3; wir enhant uch dheynen willen arg zu thun diewil das ir uns truw thúnt Lanc 72,30. – in den Wendungen deheiner slachte/ hande/ leie ‘keinerlei’ und deheine(n) wîs/ wëc ‘in keiner Weise’ → slahte , hant , leie , 1wîse und wëc    2.2 im durch niemer verneinten Satz (vgl. 1.3 ): wir sculen den sige zehoue pringen, / oder unser dehain chumet niemir hinnen Rol 6024    2.3 im abh. Satz, der einem durch nie verneinten Satz untergeordnet ist (vgl. 1.2 ): sô unsanfte ich nie gestreit [...], / wand ich dir deheines schaden gan Wh 86,30    2.4 im nicht verneinten Satz: – pron.: ir gruoz im dâ deheiniu bôt Wig 7304; daz was ir deheinem niwan Sîvride erkant NibB 382,4; des einen und dekeines mê / wil ich ein meister sîn MF:Reinm 12: 5,1; daz er im lihe ein ros zehant, / wand er dekeinez in daz lant / mit im gefüeret hæte KvWSchwanr 980. adj.: dehein dinc mich des erwenden kan Wig 1360; im neher erbe niht was bekant. / er hette selbe deheine kint Herb 123; daz kom sô sêre in sînen sin, / daz er dekeines slâfes phlac RvEBarl 627; sît [seid] im [Gott] in vorhten vreuden vol, / daz got deheines zornes phlege ebd. 13661; vnt daz dise [...] gotes gabe von deheinem minen vrivnt [...] ze deheiner nachchvnftiger zit mit deheiner vordervnge mvͤge zebrochen werden oder in deheinen irresal iht chomen mvͤge UrkCorp (WMU) N215,8

MWB 1 1248,40; Bearbeiterin: Baumgarte

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    dehein

    Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA) · +2 Parallelbelege

    deheinAWB pron.: ‚(irgend)ein, kein, uter‘ 〈Var.: thegein, theihein, thih(h)ein, thein, dehhein, deein, dihhein, dichhei…

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    DEHEIN

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +5 Parallelbelege

    DEHEIN s. EIN.

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    deheinadj.

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +1 Parallelbeleg

    dehein , adj. ullus nullus, woraus unser kein entstanden ist, im ahd. und mhd. häufig, erscheint es noch zuweilen im 15 …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit dehein

11 Bildungen · 11 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von dehein

deheln + -e + -in

dehein leitet sich vom Lemma deheln ab mit Suffixen -e und -in, auf Verb-Stamm zurückgeführt.

dehein‑ als Erstglied (11 von 11)

deheinerhant

KöblerMhd

dehein·er·hant

deheinerhant , Adv. nhd. „(?)“ Q.: Krone (um 1230), Lanc E.: s. dehein, hant W.: nhd. DW- L.: MHDBDB (deheinerhant)

DEHEINERLEI

DWB2

dehein·er·lei

DEHEINERLEI pron. abl. von dehein pron. 1. nbf. dekeinerlei. überwiegend unflektiert. – der indefinite gebrauch steht unter den gleichen syn…

deheinerlei

FWB

1. ›irgendein‹.; 2. ›keinerlei‹; vgl. noch die Bemerkung zu dehein 2, die auch hier gilt.

deheinerleie

KöblerMhd

dehein·er·leie

deheinerleie , Adj. nhd. keinerlei, keiner Art seiend Q.: Lanc (1240-1250) E.: s. dehein, leie (4) W.: nhd. DW- L.: MWB 3, 1013 (leie)

deheinerslahte

KöblerMhd

dehein·er·slahte

deheinerslahte , Adj. nhd. „(?)“ Q.: Secr (1282) (FB deheinerslahte) E.: s. dehein W.: nhd. DW2-

deheinest

FWB

1. ›irgendwann‹.; 2. ›niemals‹.

DEHEINESWEGS

DWB2

DEHEINESWEGS adv. zuss. mit dehein pron. 1 auf der grundlage der wortverbindung deheines weges. als negationsträger; auf keine weise, nicht:…

deheinewīse

KöblerMhd

deheinewīse , Adj. nhd. „(?)“ Q.: Herb (1190-1200) E.: s. dehein, wīse (5) W.: nhd. DW- L.: MHDBDB (deheinewîse)

deheinig

KöblerAhd

deheinig , Pron. Vw.: s. deheinīg*

deheinīg

KöblerAhd

deheinīg , Pron. nhd. irgendein, ein, irgendwelch, (kein) ne. any, some, (no) (Pron.) ÜG.: lat. (quidam) Gl, quis Gl, quisque Gl, quivis Gl,…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „dehein". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 11. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/dehein/mwb
MLA
Cotta, Marcel. „dehein". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/dehein/mwb. Abgerufen 11. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „dehein". lautwandel.de. Zugegriffen 11. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/dehein/mwb.
BibTeX
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