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DEHEIN

ahd. bis nhd. · 9 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB2
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Eintrag · Grimm Neubearbeitung (1965–)

DEHEIN pron.

Bd. 6, Sp. 548
DEHEIN pron. auf das hd. beschränkte, im 17. jh. auslaufende zuss. aus einem der herkunft nach nicht völlig geklärten ersten kompositionsteil und ein pron. im ersten kompositionsteil ist ein kasus des germ. dem. pron. (wahrscheinlich g. sg., entsprechend got. þis) kombiniert mit einem dem guttural vorauszusetzenden element (entweder enklitische partikel, entsprechend got. -uh, oder indef.pron. mit hw-). frühahd. etymologisch verdunkelt, verlegung der silbengrenze in den gutturalen spiranten mit der folge, daß gemination zu -hh- eintritt. das wieder vereinfachte -h- wird bereits ahd. anlaut des zweiten kompositionsgliedes.vom 13. bis ende des 15. jhs. häufig dekein in analogie zu (nekein neben nehein. der vokal des ersten kompositionsgliedes hat varianten -i- und -o-, -u-. unbetontheit des ersten kompositionsgliedes in verbindung mit dem obd. geltenden hauchlaut gegenüber mhd. sonst geltender spirans -h- führt vor allem obd. zur kontraktion dhein u. ä.lit.: Gerring d. unbestimmten pron. auf -ein, diss. Uppsala (1927). Danielsen in: zfdspr. 24(1968) 92–117. in allen bedeutungsmodifikationen ist der indefinite gebrauch der ältere, er steht fast ausnahmslos unter bestimmten syntaktischen bedingungen, und zwar in sätzen mit negation, in von einem negativen satz abhängigen sätzen, nach einem komparativ, in selbständigen oder abhängigen fragesätzen, in hypothetischen sätzen und verallgemeinernden relativsätzen. als negationsträger kann dehein seit dem 12. jh. verwendet werden, es steht, dem gebrauch von mhd. niht vergleichbar, mit oder ohne die negationspartikel ne. 1 in adnominaler verwendung, den artikel substituierend. a generalisierend. α indefinit; irgendein, welcher auch immer: u800 nileitit got eomannan in ubilo thohheinaz weißenb. katechismus 29 S. v1022 vuanda reinerun sêla gibest dû mir, danne dehein corpus uuerden muge Notker 3,1,329 ATB. hs.12.jh. wane also wir sculen uertragen, obe unsik got mit deheiner note ruochet zēmanene Alcuin, de virtutibus 139 W. u1200 daz aller beste lûtertranc/ daz ie dehein keiser tranc Konrad v. Fuszesbrunnen 2400 K. n1291 soltest du den triuten/ mit dekeinen dingen,/ der dich von êren bringen/ wol möhte sunder lougen? Reinfrid v. Braunschw. 4755 LV. hs.14.jh. ez ist zemerken, ob got dekeinen lip bewege ane mittele Thomas v. Aquin, summa theol. 326 M./S. 1493 es soll ouch fürter niemans uf deheinen trinkstuben oder geselschaften deheinerley spiel tuͦn, nochdem die nuͦnerglock usgeluͦtet wurt straßb. zunft-verordn. 478 B. 1624 also daß wir .. gelobet vnd geschworen habend, ein anderen zu rahten vnd zu helffen .. wider ein jeglichen, der vns oder vnser deheinen gewalt oder vnrecht thete Neumayr bündtnisse 75. β als negationsträger; kein: u1120/30 siner tohter er bitten begunde;/ .. do was div bet dehein urum milst. genesis 68,17 D. 1215/6 dehein man sol müezec sîn Thomasin 7797 R. hs.14.jh. got der enmag dekeiner crêâtûren benemen, das si sich selber niht minne pred. u. tractate dt. mystiker 445 P. M14.jh. ez mag dhain weib irs manns gût vertûn vber zwelf phenig steiermärk landrecht 139 B. 1523 so wir reden wurdind, wir werend on sünd, so verfuͤrend wir uns selbs, und ist dhein warheit in uns Zwingli 2,139 E./F. b seltener individualisierend. α indefinit; irgendein, solch: 863/71 zi kuninge sie nan (Christus) quattun joh imo then weg thagtun./ .. nist, ther io gihogeti in alleru worolti,/ thaz kuning thihein fuari mit sulicheru zieri Otfrid IV 4,24 E. v1022 alde sint deh-eine medici so gûote, doh sie lebenden helfên, daz sîe tôte erchicchen? Notker 3,2,626 ATB. u1220 swer sô minne hât, daz sîn minne ist gevære/ deheime als lieben vriunde als du mir bist Wolfram Titurel 763,2 L./H. u1450 .. dann allein das mich frömd bedunkt hat, das thein ort der frommen eidgnossschafft das ander so swarlich understat ze bekriegen Fründ chr. 2 K. 1495 so hat ain raut geordnet und gesetzt, das nyemand dehain linwat, so nit der statt schow noch braitin hette, hinfüro verkoffen sol konstanzer leinengewerbe 2,38 W. β als negationsträger; kein: u1180/90 .. alse si bit pinen werdint gequalt,/ .. decheine pine in ist so swere,/ so daz gesheidit (wie das, was bestimmt) ist uon gode/ vn̄ siner engele gebode Tundalus 362 K. u1230/40 nu was Marsilien swester dâ,/ daz in den zîten anderswâ/ dehein wîp schœner wart gesaget Stricker Karl 215 B. M/E14.jh. es ist dehein so grosser moerder in aller der zit, .. Merswin durchbrüche 227 J. 1456 ich enwil deheine andre gabe dan üwern stoltzen lip Thüring v. Ringoltingen 119 TSM. 1566 seitenmal dann ir herr selig mit tod abgangen, auch si dhaine kinder (hatte), von deren wegen sie auf Geroltzegk .. pliben (hätte müssen) zimmer. chr. 21,366 B. 2 bei einem in verbindung mit artikel oder possessivpronomen stehenden nominalausdruck. nur individualisierend. α indefinit: 863/71 sin (Christi) drut thehein, ther wurti er sineru giburti Otfrid IV 5,63 E. u1060 dîe êre ne habon abo ich nîet uon dechêinen mînen meritis, sunter uone mînes sponsi gnâdon Williram 142,15 S. hs.n1172 div (Maria) also vmbeworht was mit der magetheit beidv ir libis vnde ir mvotes, daz dar nie genahen mahte dehein der gedanch, der zemennisgheit horite altdt. pred. 21 W. M13.jh. wan man iezuo lützel siht/ deheinen den man der in (den karfunkelstein) habe Volmar steinb. 129 L. β als negationsträger: 1180/90 doch enhalf dehæin mein biten,/ er enwolde mir ziehen abe die wat obd. Servatius 2532 W. 1300 mein reht aigen, do dehain mein bruͦder noch ander niemen dehain reht an habent urk. Raitenhaslach 407 K. 3 nomina substituierend. a individualisierend. α irgendeiner, einige: 863/71 ni wanet .., thaz ih ../.. then wizzod firbrachi,/ odo .. thehein thero forasagono;/ suntar ih mit thulti siu bediu wola irfulti Otfrid II 18,3 E. v1022 sint aber deheine, dîe sîne (gottes) gedancha uuizen, die heizent amici dei Notker 3,2,682 ATB. 1250/4 doh als ich got lebende bin,/ so ist dekeinir under in/ der minú zeichen hat gesehin/ .. was er des tagis, do dú diet/ mit dir von Egipte schiet,/ zweinzig jar alt Rudolf v. Ems weltchr. 13681 DTM. 1348 wer, daz der vorgenanten junchfrawen Suffeyen .. chein (ein) bruch geschehe an den vorgenanten teydingen vnd stuken allen, oder an irre dheinem besundern, so haben si gewalt, di vorgeschriben purgen .. ze manen mon. zoller. 3,187. 1456 nuͦ begerte sin junger bruͦder Gyot .. mit im zuͦ farend, .. so wolte inn ouch Uryens lieber haben und mit im ußfüren, den deheiner syner brüder Thüring v. Ringoltingen 56 TSM. β als negationsträger; keiner: u1120/30 den (traum) saget er den herren,/ aller der deheiner chunde den troͮm bescheiden milst. genesis 83,4 D. 1261/9 vil menik arme sliezen/ ergie dâ von den frowen,/ .. ich waen deheiniu niht vergaeze/ sine bute sich minneklîche dar Ulrich v. d. Türlin 92,8 S. 1368 do sprach der erczbischoff, es wer glogen vnd wer nicht war, vnd mochten dy stete der sachen deynes vorantworten script. rer. lusat., n. f. 1,37. 1547 es solle dheiner zu einem pharrer .. angenommen werden, er seye dann zuuor von den verordneten der visitation vociert und angenomen samml. württ. gesetze 8,1,86 R. b seltener generalisierend; nur auf personen bezogen. α indefinit; irgend jemand: v1022 solih kebet ist etelichen emezîg nals manigen. vbe iz deheinen io so durnohte si, daz ist unchunt Notker 3,3,935 ATB. E13.jh. swaz leides si ald kumbers ie/ von deheinem angegie,/ daz überwant ie disiu meit/ allez mit gedultecheit Walther v. Rheinau 215422 P. 1343 wer auch ob ir ainer verslief .. oder laut redet .. oder dheinen sleht, .. den sol er aber pfenden samml. pädagog. schr. 12,18 I. β als negationsträger; keiner: 1487 es sol auch dheiner eynicherley hute machen dan von lawter wollen würzb. polizeisätze 194 H. 17.jh. soll deheiner dehein spil nit tuen schweiz. id. 3,318.H. Albrand
7801 Zeichen · 208 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    dehein

    Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA) · +2 Parallelbelege

    deheinAWB pron.: ‚(irgend)ein, kein, uter‘ 〈Var.: thegein, theihein, thih(h)ein, thein, dehhein, deein, dihhein, dichhei…

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    DEHEIN

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +5 Parallelbelege

    DEHEIN s. EIN.

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    deheinadj.

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +1 Parallelbeleg

    dehein , adj. ullus nullus, woraus unser kein entstanden ist, im ahd. und mhd. häufig, erscheint es noch zuweilen im 15 …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit dehein

11 Bildungen · 11 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von dehein

deheln + -e + -in

dehein leitet sich vom Lemma deheln ab mit Suffixen -e und -in, auf Verb-Stamm zurückgeführt.

dehein‑ als Erstglied (11 von 11)

deheinerhant

KöblerMhd

dehein·er·hant

deheinerhant , Adv. nhd. „(?)“ Q.: Krone (um 1230), Lanc E.: s. dehein, hant W.: nhd. DW- L.: MHDBDB (deheinerhant)

DEHEINERLEI

DWB2

dehein·er·lei

DEHEINERLEI pron. abl. von dehein pron. 1. nbf. dekeinerlei. überwiegend unflektiert. – der indefinite gebrauch steht unter den gleichen syn…

deheinerlei

FWB

1. ›irgendein‹.; 2. ›keinerlei‹; vgl. noch die Bemerkung zu dehein 2, die auch hier gilt.

deheinerleie

KöblerMhd

dehein·er·leie

deheinerleie , Adj. nhd. keinerlei, keiner Art seiend Q.: Lanc (1240-1250) E.: s. dehein, leie (4) W.: nhd. DW- L.: MWB 3, 1013 (leie)

deheinerslahte

KöblerMhd

dehein·er·slahte

deheinerslahte , Adj. nhd. „(?)“ Q.: Secr (1282) (FB deheinerslahte) E.: s. dehein W.: nhd. DW2-

deheinest

FWB

1. ›irgendwann‹.; 2. ›niemals‹.

DEHEINESWEGS

DWB2

DEHEINESWEGS adv. zuss. mit dehein pron. 1 auf der grundlage der wortverbindung deheines weges. als negationsträger; auf keine weise, nicht:…

deheinewīse

KöblerMhd

deheinewīse , Adj. nhd. „(?)“ Q.: Herb (1190-1200) E.: s. dehein, wīse (5) W.: nhd. DW- L.: MHDBDB (deheinewîse)

deheinig

KöblerAhd

deheinig , Pron. Vw.: s. deheinīg*

deheinīg

KöblerAhd

deheinīg , Pron. nhd. irgendein, ein, irgendwelch, (kein) ne. any, some, (no) (Pron.) ÜG.: lat. (quidam) Gl, quis Gl, quisque Gl, quivis Gl,…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „dehein". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 11. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/dehein/dwb2?formid=D05024
MLA
Cotta, Marcel. „dehein". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/dehein/dwb2?formid=D05024. Abgerufen 11. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „dehein". lautwandel.de. Zugegriffen 11. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/dehein/dwb2?formid=D05024.
BibTeX
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