Eintrag · Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)
butto
‚Bütte, Gefäß, dolium‘(3 Hss. haben butin,
s. d.). Das Wort, das später nur in dt. Mdaa.
vorkommt (s. u.), ist wohl als eine Diminutiv-
bildung (vgl. ahd. wormo, folo, rêho und s.
Kluge, Nom. Stammbildung3 § 64, Anm.;
J. Hubschmid, Schläuche und Fässer [Romanica
Helvetica 54, 1955], 42), weniger wahrschein-
lich als eine Sachbezeichnung des Typs ahd.
garto
‚Garten‘neben gart
‚Garten‘(s. d. und
Krahe-Meid, Germ. Sprachwiss. § 91) zu deu-
ten; jedenfalls ist es aus spätlat. but(t)is
‚Faß‘
(mlat. auch but[t]a) entlehnt (vgl. italien. botte;
frz. botte, boute). Daraus auch mndd. butte,
budde, bodde
‚Faß, Bottich, Wanne‘(nach
Schiller-Lübben, Mndd. Wb. I, 371. 444;
Lasch-Borchling, Mndd. Handwb. I, 1, 303.
305 f. 364. 383 geben nur Formen mit Umlaut
an [→ butin], aber nndd. Mdaa. bezeugen
auch umlautlose, s. u.); mndl. botte, butte
‚Tragkorb, Koffer‘, nndl. but
‚hölzernes Ge-(Seemannssprache);
fäß für Getränke‘
‚Bier-; ae. bytt(e)
kanne‘
‚Bütte, Faß, Schlauch, Fla-stammt wohl aus einer mlat. Nebenform
sche‘
*but(t)ia (vgl. frz. bosse
‚Salzfaß‘und → bû-
zo), weniger wahrscheinlich aus but(t)is (so
J. Hubschmid, a. a. O. 56); aisl. bytta f., bytti n.
‚Kübel, Faß‘, nisl. nnorw. nschwed. bytta,
ndän. bøtte sind wohl aus ae. bytt(e) oder
mndd. bütte (= mhd. bütte) entlehnt (dagegen
nach J. Hubschmid, a. a. O. 47 unmittelbar aus
mlat. *but[t]ia).