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Burgund

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Herder
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Eintrag · Herder (Konv.-Lex., 1854–57)

Burgund

Bd. 1, Sp. 724
Burgund (Bourgogne), alte Provinz Frankreichs, Ueberbleibsel des alten Königreichs B., ungefähr 400 QM. groß, gegenwärtig in die Departements Aine, Haute Marne, Aube, Saône Loire, Côte d'Or und Yonne getheilt, ist mit mäßigen Bergen und Hochflächen erfüllt, im Osten von dem Jura. B. gehört zum Gebiete der Rhone, Seine und Loire, die durch die Kanäle von Burgund, du Centre und den Marnekanal verbunden sind. B. ist fruchtbar an Getreide und trefflichem Wein, hat bedeutende Viehzucht, Bergbau auf Eisen und Steinkohlen; die Industrie ist nicht unbedeutend. Die wichtigsten Städte sind: Dijon, Macon, Auxerre, Autun, Chalons sur Saône, Bourg. Von dem Herzogthum B. ist die Freigrafschaft B. (franche Comté) am Doubs u. Jura mit Besançon, Pontarlier, Ornans, Blamont u.s.w. zu unterscheiden. — Geschichte. Die Burgunder oder Burgundionen, ein deutscher Stamm, wanderten von der Oder und Weichsel durch Deutschland nach Gallien u. ließen sich anfangs des 5. Jahrh. zwischen der Aare und Rhone nieder. Sie wurden bald arianische Christen; ihr Königshaus beherrschte in mehrere Familien getheilt das Land und zerfleischte sich durch Krieg und Mord, bis 534 die Franken B. unterwarfen, welches unter den Merowingern u. ersten Karolingern unterworfen blieb. Im Jahr 879 aber ließ sich der Graf Boso von B. von den geistlichen u. weltlichen Großen zum König erklären; von der Residenz Arles heißt dies Königreich B. das arelatensische Reich. Gleichzeitig mit ihm warf sich an der Aare ein burgundischer Großer, Rudolf (von Strättlingen), zum Könige auf und dieses B. hieß nun Kleinburgund oder das transjuranische. 933 vereinigten sich die beiden Königreiche und wurden 1034 von Kaiser Konrad II., der Erbansprüche geltend machte, mit dem deutschen Reiche vereinigt; schon unter Boso hatte sich jedoch Niederburgund unter dem Grafen Richard als eigenes Herzogthum unter franz. Hoheit getrennt und behauptete sich, bis 1361 das Haus erlosch. Die deutschen Kaiser konnten ihre Oberherrschaft gegen Süden nie über Genf und Besançon hinab geltend machen und selbst die Franche Comté wurde ihnen streitig gemacht. jedoch behauptet, eigentliche Provinz wurde aber nur das Gebiet der Aare, das nach Heinrich IV. die Zähringer als Reichsstatthalter verwalteten u. das Andenken ihrer Herrschaft durch die Stiftung von Freiburg und Bern verewigten. Die Freigrafschaft ging durch Heirath 1302 an die Grafen von Flandern und Artois über und 1362 abermals durch Heirath an den Herzog Philipp von B., so daß die beiden B. vereinigt waren. Dieser Philipp war der Sohn König Johanns II. von Frankreich, der ihn 1363 zum Herzoge von B. nach dem Aussterben des burgundisch herzogl. Hauses ernannt hatte. Ihm folgte sein Sohn Johann der Unerschrockene (1404—19), der in den franz. Wirren u. dem engl. Kriege eine große Rolle spielte. Diesem folgte (1419—67) Philipp der Gute; durch ihn wurde B. zu einer europ. Macht, indem er Engländer und Franzosen glücklich bekriegte und sich von beiden unabhängig machte u. die Erbtochter Jakobea von Holland zu einem Vergleiche zwang, der 1432 die Niederlande ganz mit B. vereinigte. Sein Sohn Karl der Kühne (1467—77) kaufte Geldern u. Zütphen, züchtigte die rebellischen Lütticher und Genter, demüthigte den König Ludwig XI. von Frankreich, eroberte 1475 Lothringen, verlor in dem Kriege gegen die Schweiz und Herzog Sigmund von Oesterreich 1476 die Schlachten von Granson u. Murten und 1477 in der Schlacht von Nancy das Leben. Das eigentliche Herzogthum B. riß Ludwig XI. als ehemaliges franz. Lehen an sich, die anderen Länder aber behauptete Max I., der Gemahl von Karls des Kühnen Tochter Maria. Nach Karls V. Abdankung kamen sie an Spanien, das einen großen Theil an Ludwig XIV. verlor; von den Niederlanden hatten sich die nördl. Provinzen als die Republik der Generalstaaten unabhängig gemacht, die südl., Belgien, aber fielen durch den Frieden von Baden 1714 an Oesterreich (vergl. Belgien).
3918 Zeichen · 67 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Burgund

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +2 Parallelbelege

    Burgund (Bourgogne) , alte Provinz Frankreichs, Ueberbleibsel des alten Königreichs B., ungefähr 400 QM. groß, gegenwärt…

  2. Sprichwörter
    Burgund

    Wander (Sprichwörter)

    Burgund Herzog Karl von Burgund verlor bei Granson den Muth, bei Murten das Gut und bei Nancy das Blut. – Kirchhofer, 69…

  3. Spezial
    Burgund

    Ladinisch-Deutsch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    Burgund [Bur·gụnd] nom.propr. m . ‹geog› Burgund n.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit burgund

44 Bildungen · 43 Erstglied · 0 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von burgund 2 Komponenten

burg+und

burgund setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

burgund‑ als Erstglied (30 von 43)

Burgund N

Idiotikon

Burgund N. Band 4, Spalte 1588 Burgund N. 4,1588

Burgunderchelleⁿ

Idiotikon

Burgunderchelleⁿ Band 3, Spalte 201 Burgunderchelleⁿ 3,201

Burgunderdoggeⁿ

Idiotikon

Burgunderdoggeⁿ Band 12, Spalte 1184 Burgunderdoggeⁿ 12,1184 A

Burgunderfürst

GWB

burgunder·fuerst

Burgunderfürst Bindestrichschr Anführer des Burgunderstammes der Völkerwanderungszeit, Pl 33,91,22 Camp Josef Mattausch J. M.

Burgunder Kanal

Meyers

burgunder·kanal

Burgunder Kanal ( Canal de Bourgogne ), 1775–1832 hergestellter Schiffahrtskanal zur Verbindung der Seine mit der Rhone, beginnt bei La Roch…

Ableitungen von burgund (1 von 1)

Burgunde

BMZ

Burgunde ( lat. Burgundio ) swm. Burgunde. der sing. noch unbelegt; der plur. die Burgonden Nib. 526,4. der Burgonden Nib. 426,2. 439,2. der…