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brüden

mnd. bis Dial. · 4 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

MeckWB
Anchors
5 in 4 Wb.
Sprachstufen
2 von 16
Verweise rein
2
Verweise raus
10

Eintrag · Mecklenburgisches Wb.

brüden refl.

Bd. 2, Sp. 7
Wossidia brüden 1. das mnd. brden bedeutet wie das mhd. briuten zunächst zur Braut, d. h. zur Frau haben und weiter, gesunken, begatten, beschlafen; an diesen ausgestorbenen Sinn erinnert die ältere Wendung 'brüd din Möme' Laur. Schg. 4, 686; gah hen un brüd dine Möme Mantz. Ruh. 5, 38, welche eine starke, höhnische Abweisung und Abfertigung ausdrückt. 2. abgeschwächt foppen, narren, zum besten haben, hänseln, aufziehen: 'De my üm mine Dorheit würden dichte brüden' Laur. Schg. 2, 8; Nd. Jb. 3, 99; 'gy ward my woll noch brüden' (1690) Hexenproz. SchöSchönberg@GrevesmühlenGrev; '(der sie) mit dem Freien gebrüdet' (1695) dass. SchöSchönberg@SteinbeckSteinb; 'he hefft my noech brüedt' er hat mich genug herumgenommen Raup. 63; 'ick let mi sülwst nich brüden' (1705) Kohf. Hg. 6, 3; (Ro 1711) 8, 2; (1734) Nd. Jb. 33, 161; wat brüdet dy dat? quid hoc ad te? was quält dich das? was geht das dich an? Mantz. Ruh. 4, 41; wat brüdet mi dat? was geht es mich an? Jeppe 22; Babst 1, 53; 130; he wart die jo nich brüden 2, 16; dee mi lawt, dee brüd't mi wat, dee mi veracht't, denn' do ick wat Günth. Hs.; wist du mi brüden? Raabe Allg. Volksb. 196; Bri. 2, 73; brüden laten wi uns nich 5, 91; Mi 11b; foppt un brüd't würd' sick väl Wo. Ernt. 5; sprw.: dat Brüden geiht üm (wie du mir, so ich dir) Bri. 3, 28; dat Brüden geiht üm, seggt Trohls Reut. 4, 347; dat Brüden geiht üm, säd' de Mus un fret de Katt de Melk ut Wo. V. 2, 222; nu is dat Brüden œwerst mal en lütt bäten ümgahn Bri. 5, 56; dat Brüden geiht üm as de Hojahn (das Gähnen) RoRostock@RibnitzRibn; de den Buren brüden will, möt eenen Buren mitbringen Mantz. Ruh. 18, 20; dee 'n Papen brüden will, möt 'n Papen mitbringen Schill. Nachl.; mit präpos. Bestimmung: dee brüd't de Olsch dat Geld ut de Tasch zieht, lockt RoRostock@RibnitzRibn; Kühl; nachts ruter brüdt Bri. 5, 141; dat (eine leichte Last) is nich wiert, dat he de Pier üm rupperbrüd't HaHagenow@RedefinRed; he hett em wat in 'n Kopp brüd't hat ihm zu viel zugetrunken und so seinen Kopf schwer gemacht RoRostock@KlockenhagenKlock; he is in 'n Kopp brüdet ist nicht richtig im Kopfe Jeppe 22; vom Wetter: de Wind hett mi brüd't klagt der Säer GüGüstrow@GülzowGülz; abs.: dat Wäder brüd't noch ümmer so weg narrt die Menschen, weil es dauernd unbeständig ist Ha Hagenow@RedefinRed; GKrams; Wenn dat Weder so brüd't un weit nich, wat 't will Camm. Nahschr. 175. 3. refl. sich kümmern um: he hett sick üm nicks brüd't, so längs der Küste ostwärts RoRostock@WarnemündeWarn sehr geläufig; auch der Beleg bei Welln. stammt aus RoRostock@RibnitzRibn: ward üm uns sick nich recht brüren 20; die Konstruktion läßt sich aus der Wendung sick brüden mit sich mit etwas abplagen, abschleppen Wa Waren@BlücherhofBlüch herleiten; das dän. bryde sig om sich um etwas kümmern ist gleichfalls aus dem Nd. bezogen. Zss.: an-, rin-, rup-, verbrüden; unbrüd't; brüderig, brüdig; Lüd'brüder; vgl. bruten. — Bl. 2, 146b; Br. Wb. 1, 146; Da. 25b; Dä. 57b; Me. 1, 551.
2809 Zeichen · 63 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    brü̑denswv.

    Mittelniederdeutsches Wb.

    brü̑den , swv. , „coire, futuere, stuprare”; heiraten, sik b. c. D. sich jemandem vermählen; in abgeschwächter Bedeutung…

  2. modern
    Dialekt
    brüdenrefl.

    Mecklenburgisches Wb. · +3 Parallelbelege

    brüden 1. das mnd. brden bedeutet wie das mhd. briuten zunächst zur Braut, d. h. zur Frau haben und weiter, gesunken, b…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit brueden

3 Bildungen · 1 Erstglied · 1 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von brueden 2 Komponenten

brue+den

brueden setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

brueden‑ als Erstglied (1 von 1)

brueden als Zweitglied (1 von 1)

vorbrü̑den

MNWB

vor·brueden

(vorbrü̑den) , swv. , Part. prät. vorbrü̑det, vorbrü̑t verhurt (Scheltwort); * verdreht, dummstolz (Lauremberg).

Ableitungen von brueden (1 von 1)

Verbrüden

Campe

† Verbrüden , v. trs . in Hamburg, verderben, verhunzen. Verbrüdt wird daselbst, nach Richey, auch für stolz, trotzig gebraucht.