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Böhm

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Meyers
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Böhm

Bd. 3, Sp. 145
Böhm, 1) Johann Daniel, Bildhauer, Medailleur und Steinschneider, geb. 16. März 1794 zu Wallendorf in Ungarn, gest. 15. Aug. 1865 in Wien, widmete sich seit 1814 der Kunst und war Schüler Cervaras, bildete sich jedoch meist als Autodidakt zu Florenz und Rom. Später wurde er als Hofmedailleur und Lehrer der Graveurschule nach Wien berufen. 2) Theobald, Verfertiger von Holzblasinstrumenten (besonders Flöten), geb. 9. April 1794 in München, gest. daselbst 25. Nov. 1881, war als Flötist langjähriges Mitglied der königlichen Kapelle und auch als Komponist für sein Instrument, besonders aber als Verbesserer der Konstruktion desselben tätig. Das »System B.« wurde auch auf andre Holzblasinstrumente übertragen und hat eine vollständige Umwandlung im Bau derselben hervorgebracht. Er schrieb: »Über den Flötenbau und die neuesten Verbesserungen desselben« (Mainz 1847) und »Die Flöte und das Flötenspiel, in akustischer, technischer und artistischer Beziehung« (München). Sein wissenschaftlicher Beirat war Karl v. Schafhäutl. 3) Joseph, Gründer der modernen Wiener Geigenschule, geb. 4. März 1795 in Pest, gest. 28. März 1876 in Wien, erhielt von seinem Vater den ersten Unterricht im Gesang und Violinspiel, vervollkommte sich im letztern unter Rodes Leitung, konzertierte bereits in seinem achten Lebensjahr und ward 1819 erster Violinlehrer am Wiener Konservatorium, später auch Mitglied der Hofkapelle. Er komponierte Konzerte und Duette für Violine, Streichquartette etc. Seine namhaftesten Schüler sind: Ernst, Hauser, Auer, Ed. Singer, G. Hellmesberger, Joachim, Rappoldi. 4) Joseph Edgar, Bildhauer, Sohn von B. 1), geb. 4. Juli 1834 in Wien, gest. 12. Dez. 1890 in London, wurde durch seinen Vater früh in die Kunst eingeführt und bereiste mit diesem auch Italien und England. 1862 ließ er sich in London nieder, wo er durch Porträtbüsten und Statuetten bekannt wurde, die ihm Aufträge des Hofes verschafften. Allmählich gelangte er auch zu größern, monumentalen Arbeiten und namentlich zu Porträtstatuen; so schuf er eine kolossale Marmorstatue der Königin Viktoria, des Prinz-Gemahls und des Königs Leopold I. von Belgien für das Schloß in Windsor, eine kolossale Bronzestatue des Dissenterpredigers John Bunyan (gest. 1688) in Bedford, eine bronzene Reiterstatue des Prinzen von Wales für Bombay, eine sitzende Figur Thomas Carlyles, die Statue des Feldmarschalls Bourgoyne auf dem Waterlooplatz in London, die des Lords Napier of Magdala für Ostindien und das Standbild des deutschen Kaisers Friedrich III. für die Georgskapelle im Schloß zu Windsor. 5) Rudolf, Pharmakolog, geb. 19. Mai 1844 in Nördlingen, studierte in München, Würzburg, Leipzig, habilitierte sich 1871 in Würzburg, ging 1872 als Professor der Pharmakologie, Diätetik und Geschichte der Medizin nach Dorpat, folgte 1881 einem Rufe nach Marburg und wurde 1884 Professor der Pharmakologie und Direktor des pharmakologischen Instituts in Leipzig. Er schrieb: »Studien über Herzgifte« (Würzb. 1871); »Handbuch der Intoxikationen« (mit Naunyn und H. v. Boeck, in Ziemssens »Handbuch der speziellen Pathologie und Therapie«, 2. Aufl., Leipz. 1880); »Lehrbuch der allgemeinen und speziellen Arzneiverordnungslehre« (Jena 1884, 2. Aufl. 1891); »Das südamerikanische Pfeilgift Curare« (2 Tle., Leipz. 1895 u. 1897); auch ist er seit 1882 Mitherausgeber des »Archivs für experimentelle Pathologie und Pharmakologie« (Leipz.). 6) Richard, Zoolog und Afrikareisender, geb. 1. Okt. 1854 in Berlin, gest. 27. März 1882 in Ostafrika, studierte Zoologie in Lausanne, Jena und Berlin, ging 1880 im Auftrag der Afrikanischen Gesellschaft mit v. Schöler, Kaiser und Reichard nach Ostafrika, zog 1881 von Bagamoyo über Tabora zum Tanganjikasee und erlag in Urua dem Fieber. Von seinen reichen Sammlungen und Skizzen ging der größte Teil durch einen Lagerbrand verloren. Seine Briefe aus Ostafrika wurden von Schalow herausgegeben: »Von Sansibar zum Tanganjika« (Leipz. 1888).
3945 Zeichen · 65 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    böhmm.

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +1 Parallelbeleg

    böhm , m. = böhem, böheim, und hier ist einmal das H organisch, kein dehnzeichen: 1 1) Bohemus, wofür heute Böhme, auch …

  2. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Böhm

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09) · +1 Parallelbeleg

    Böhm , 1) Johann Daniel , Bildhauer, Medailleur und Steinschneider, geb. 16. März 1794 zu Wallendorf in Ungarn, gest. 15…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit boehm

67 Bildungen · 66 Erstglied · 0 Zweitglied · 1 Ableitungen

boehm‑ als Erstglied (30 von 66)

Böhmack

MeckWB

boehm·ack

Böhmack m. ein Böhme: C. Reinh. Holtrev. 19; s. Böhmick .

Böhmak

RhWB

Böhmak bøymak , Pl. -kə Ess m.: Strassenmusikant.

Böhm Bawerk

Meyers

Böhm Bawerk , s. Böhm von Bawerk (S. 162).

Böhmchen

RhWBN

boehm·chen

Böhmchen -ī:- n.: Krammetsvogel, Wacholderdrossel, auch Rheinb-Queckenbg , MülhRh-Hoffnungsth ; Lockvogel am Vogelherd Sol-Burschd (bī:mər).

Böhme, Jac

DWBQVZ

boehme·jac

O--- aurora, oder morgenröthe im aufgang, das ist: die wurzel oder mutter der philosophie ... oder beschreibung der natur. Amsterdam 1682. i…

Böhme, Mich

DWBQVZ

boehme·mich

--- kurtze doch bewährte vieh-artzney darinnen die meisten kranckheiten und darwider dienende artzneyen ... zu befinden ... colligiret und b…

Böhme (Münze)

Wander

boehme·muenze

Böhme (Münze) Böhme (Münze). 1. An Böhm un a Tippel Fett. In Breslau als Bezeichnung eines dürftigen Lohnes. 2. Um ein Böhm kauft man ein St…

Böhmen

Adelung

Böhmen , plur. car. der eigenthümliche Nahme eines Landes in Deutschland, welches von Slaven bewohnet wird; ehedem Böheim, Latein. Bohemia, …

Böhmen (um 1300 Prag)

DERW

Böhmen (um 1300 Prag), Lw. mlat. (de- narius) grossus, M., ›dicker (Denar geprägt seit 1266 in Tours)‹ groß, Adj., ›groß‹, mhd. grō z, Adj.,…

Böhmenkönig

Wander

boehmen·koenig

Böhmenkönig Wenn ein Böhmenkönig fällt, so fällt auch ein Zierotin und ein Kolovrat. »Es ging vordem das Sprichwort, dass, so oft in Böhmen …

böhmer

DWB

böhmer , m. ampelis garrulus, avis bohemica, bei Henisch 448 bohemle, bomerle, böhmlein, behmer, nnl. de beemer, franz. geai de Bohème, jase…

Boehmer, Heinr

DWBQVZ

Boehmer, Heinr. *1869 Zwickau †1927 Bad Nauheim.

Boehmerĭa

Meyers

boehme·ria

Boehmerĭa Jacq ., Gattung der Urtikazeen, kleine Bäume, Sträucher oder Halbsträucher mit gegen- oder wechselständigen, gezahnten, glatten od…

Böhmerland

MeckWB

boehmer·land

Böhmerland n. Böhmen, im Hundenamenrätsel entstellt: Böhmzerland Wo. V. 1, 955; Böhmsterland Sta NStrel .

Böhmert

Meyers

boehm·ert

Böhmert , Karl Viktor , Nationalökonom und Statistiker, geb. 23. Aug. 1829 in Quesitz bei Leipzig, studierte in Leipzig, redigierte seit 185…

Böhmertanz

RhWB

boehmer·tanz

Böhmer-tanz Hunsr (o. O.) m.: in dem Tanzlied: Danz, d., Bemmerdanz, Annemrei, sen dein Schuh noch ganz?

Ableitungen von boehm (1 von 1)

böhme

DWB

böhme , m. Bohemus, für Böhm, wie man aus Schwab Schwabe gemacht hat.