Bō¹del ⟨gewöhnlich
f., doch
m. (Kr. Aschendorf-HümmlingAsd Kr. Aschendorf-Hümmling@LorupLo, Kr. Grafschaft BentheimBen Kr. Grafschaft Bentheim@HiltenHi). — 1. ›bō¹del‹ Baudel (Kr. Aschendorf-HümmlingAsd WWB-Source:155:KösterJKKösterJK) Rh, (Hümml WWB-Source:295:TrautmTrautm), ebenf. mit ›ō¹‹ blə Kr. AhausAhs Kr. Ahaus@WessumWe, Bōle (Kr. AhausAhs Kr. Ahaus@AhausAh). — 2. sonst gewöhnlich mit ū: Būdel (Kr. Aschendorf-HümmlingAsd Kr. Aschendorf-Hümmling@LorupLo KösterJK, Kr. Grafschaft BentheimBen Kr. Grafschaft Bentheim@HiltenHi), Būl Kr. Grafschaft BentheimBen Kr. Grafschaft Bentheim@BakeldeBk (Kr. Grafschaft Bentheim@NeuenhausNh, Kr. BersenbrückBbr Kr. Bersenbrück@AnkumAn) Kr. Bersenbrück@GrotheGr, Būle (Kr. Grafschaft BentheimBen Kr. Grafschaft Bentheim@HiltenHi Kr. Grafschaft Bentheim@Niedergrafschaft BentheimNg) Kr. Grafschaft Bentheim@NordhornNo (Kr. Grafschaft Bentheim@UelsenÜl Kr. Grafschaft Bentheim@WietmarschenWt), Kr. LingenLin Kr. Lingen@BeestenBe Kr. Lingen@NordlohneNl, Kr. BersenbrückBbr Kr. Bersenbrück@GrotheGr Kr. Bersenbrück@WulftenWu, (Kr. AhausAhs Kr. Ahaus@StadtlohnSt Kr. Ahaus@VredenVr, WMünsterl WWB-Source:255:SchlüterSchlüter). — hierher?: „Büöddel“
m. (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor WWB-Source:153:KöppenKöppen). Verkl.: Būltīn (-ken) (Kr. Grafschaft BentheimBen Hi)⟩ 1. Inventar, Besitz im Hause, Möbel, Kleider, Leinen usw. Kr. Aschendorf-HümmlingAsd Kr. Aschendorf-Hümmling@RhedeRh, Hab und Gut, Kram, der ganze Haufen, die ganze Menge usw. (häufig abwertend) (Kr. Aschendorf-HümmlingAsd Kr. Aschendorf-Hümmling@LorupLo, Kr. AhausAhs Kr. Ahaus@StadtlohnSt, WMünsterl WWB-Source:255:SchlüterSchlüter); bewegliche Habe, Mobilien Kr. Grafschaft BentheimBen Kr. Grafschaft Bentheim@BakeldeBk (Kr. Grafschaft Bentheim@HiltenHi). Dat ǟwede de Būle sie erbte den ganzen Haushalt mit lebendem und totem Inventar Kr. BersenbrückBbr Kr. Bersenbrück@WulftenWu. Hai gāt in de full’n Būle sitt’n er übernimmt den Hof mit allem Inventar Kr. BersenbrückBbr Kr. Bersenbrück@WulftenWu. Dai gEwet ’e Būle up die geben den Haushalt auf (
z. B. bei Verpachtung des Hofes) Kr. BersenbrückBbr Kr. Bersenbrück@WulftenWu. Er will de häile Baudel (die ganze „Geschichte“) ferkōp’m Kr. Aschendorf-HümmlingAsd Kr. Aschendorf-Hümmling@RhedeRh. „Jao, wie häbt all vull leipere (schlechtere) Tiden däörmaoket, — ampatt wat was dät fräuher ’ne Knojerei (Quälerei) un ’ne armselige Baudel“ (Hümml WWB-Source:295:TrautmTrautm 258). — Eine Menge, eine Masse, ein Haufen (Kr. Grafschaft BentheimBen Kr. Grafschaft Bentheim@Niedergrafschaft BentheimNg = SauvG 33), Kr. LingenLin Kr. Lingen@NordlohneNl, Kr. AhausAhs Kr. Ahaus@WessumWe, eine Menge (neben Sachen, Lebewesen, auch: Zeit) (Kr. LingenLin Kr. Lingen@BeestenBe), besonders: eine ungeregelte Menge; als Verkl.: kleine (verwirrte) Menge (Kr. Grafschaft BentheimBen Kr. Grafschaft Bentheim@HiltenHi), die ganze Masse, der Plunder (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor WWB-Source:153:KöppenKöppen). „De heele Būl“ das ganze Haus mit allem Hab und Gut (Kr. Grafschaft BentheimBen Kr. Grafschaft Bentheim@NeuenhausNh = WWB-Source:247:SauvRSauvR 91); em hoert de hēle Būl tō dass. Kr. Grafschaft BentheimBen Kr. Grafschaft Bentheim@BakeldeBk. Ne hēle Būle sehr viel, eine große Menge (Kr. Grafschaft BentheimBen Kr. Grafschaft Bentheim@HiltenHi Kr. Grafschaft Bentheim@Niedergrafschaft BentheimNg Kr. Grafschaft Bentheim@NeuenhausNh Kr. Grafschaft Bentheim@NordhornNo), Kr. LingenLin Kr. Lingen@NordlohneNl, (Kr. AhausAhs Kr. Ahaus@StadtlohnSt Kr. Ahaus@VredenVr), der ganze Rummel (WMünsterl WWB-Source:255:SchlüterSchlüter). Bwen ’t Rām (Fenster) sitt’t ne hēle Būle Flēgen (Kr. Grafschaft BentheimBen Kr. Grafschaft Bentheim@UelsenÜl) || No. (Er hat) ne hēle Ble Nötte kręggn Kr. AhausAhs Kr. Ahaus@WessumWe. Auch: Ne Būle Masse sehr viel,
z. B.: Ne Būle Masse Knikker (Kr. AhausAhs Kr. Ahaus@VredenVr). „De heele Bule is kienen Deut wert, ... döch nich“ der ganze Kram, die ganze Sache — auch: die ganze Familie — taugt nicht (Kr. LingenLin Kr. Lingen@BeestenBe). „He hef de hele Bule döörmekaar bracht“ den ganzen Kram durcheinander gebracht (Kr. Grafschaft BentheimBen Kr. Grafschaft Bentheim@Niedergrafschaft BentheimNg = SauvG 33). — Schīre Baudel makn reine Bahn machen, klare Verhältnisse schaffen Kr. Aschendorf-HümmlingAsd Kr. Aschendorf-Hümmling@RhedeRh. Ausdruck der Verwunderung: Wat is’t n Baudel! was ist das für eine Sache (hier nicht ’große Menge’); auch: Dat was n Baudel! das waren mir unerklärliche, unsympathische Verhältnisse Kr. Aschendorf-HümmlingAsd Kr. Aschendorf-Hümmling@RhedeRh. Ne mōje (schöne) Būle! eine schöne Bescherung (spöttisch) (Kr. Grafschaft BentheimBen Kr. Grafschaft Bentheim@HiltenHi). „... ut un tau Ende is däi häile Budel“ die ganze Geschichte (Hümml WWB-Source:155:KösterJKKösterJK 234). „... un beprote mit üm, wo de häile Baudel ängräpen wehrn mot“ (
ebd. 307). „Daor hess de Buule
[] liggen!“ es ist etwas danebengegangen (Kr. LingenLin Kr. Lingen@BeestenBe), „ich habe keine Lust mehr daran; bei selbstverschuldetem Unglück: Das kommt davon“ (Kr. LingenLin Kr. Lingen@BeestenBe = GarmSp 634). „Wi ... wörd’n ne heele Bule gewahr“ wir erfuhren eine ganze Menge (Kr. Grafschaft BentheimBen Kr. Grafschaft Bentheim@WietmarschenWt = WWB-Source:134:JbEmslJbEmsl VI 130). — „Dee schoojde (→ schōien) sik de Buul up der bettelte sich alles zusammen (Kr. Grafschaft BentheimBen Kr. Grafschaft Bentheim@NeuenhausNh = WWB-Source:247:SauvRSauvR 91). — „He jach (driff) de Buule aaltiet in ’t Hūⁿndert“ (ohne Bed.-Angabe) (Kr. Grafschaft BentheimBen Kr. Grafschaft Bentheim@NordhornNo = WWB-Source:233:RakersGVRakersGV 910). — 2. unordentlicher Haushalt Kr. BersenbrückBbr Kr. Bersenbrück@GrotheGr = Vehslage, unordentliche Hauswirtschaft (Kr. BersenbrückBbr Kr. Bersenbrück@AnkumAn = Heckscher II,1 16), wilder oder ungeordneter Betrieb (Kr. LingenLin Kr. Lingen@BeestenBe). — Vgl. → Smeªrbō¹del. ¶
mnd. bôdel. Kr. Grafschaft DiepholzDie Belege mit ū wohl aus dem Nl.;
vgl. WWB-Source:323:WNTWNT III 52 boedel (boel).