Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Blödsinn
Blödsinn
blöd blöde Adj. ‘dumm, schwachsinnig’ (16. Jh.), ahd. blōdi ‘träge, furchtsam, körperlich schwach’ (9. Jh.), mhd. blœde ‘gebrechlich, zart, zaghaft’, asächs. blōð(i) ‘zaghaft, furchtsam’, mnd. blȫde ‘schwach, furchtsam, verzagt’, mnl. blōde, bloot, nl. blood ‘schüchtern, feige’, aengl. blēaþ ‘schwach’, anord. blauðr ‘schwach, zaghaft’ sowie got. blauþjan Vb. ‘abschaffen’, eigentlich ‘schwach machen’, werden mit griech. phlá͞uros (φλαῦρος) ‘schlecht, geringfügig’ auf eine Wurzelform ie. *bhləu- ‘schwach, elend’ zurückgeführt. Ablautendes ie. *bhlēu, *bhlū- findet sich in ahd. blūgo Adv., mhd. blūc, bliuc ‘zaghaft, schüchtern’, schwed. blyg ‘schüchtern, scheu, befangen’. Zur Verwandtschaft s. auch bloß. Eine weiterreichende Hypothese sieht in der Wurzel ie. *bhlēu- eine Parallele zu der vielleicht für das Verbum bleuen (s. d.) vorauszusetzenden Wurzelform ie. *bhleu- ‘schlagen’. Die Bedeutung ‘schwach, elend’ wäre danach aus ‘geschlagen’ hervorgegangen. – blödeln Vb. ‘(bewußt) Unsinn reden’ (19. Jh.). entblöden Vb. reflexiv ‘die Scheu ablegen’ (17. Jh.), heute gewöhnlich als Verstärkung doppelt verneint sich nicht entblöden ‘sich nicht schämen, sich erkühnen’ (17. Jh.). verblöden Vb. ‘blöd(e) werden’, mhd. verblœden ‘einschüchtern’; blödsinnig Adj. ‘schwachsinnig, sinnlos’ (Anfang 17. Jh.); davon rückgebildet Blödsinn m. (Mitte 18. Jh.).