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Bläue

nhd. bis Dial. · 8 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
9 in 8 Wb.
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

Bläue

Bläue

blau Adj. in der Farbe dem wolkenlosen Himmel ähnlich, ahd. (8. Jh.), asächs. blāo ‘blau’ (in allen Schattierungen), mhd. mnd. blā, mnl. blā, blau, blaeu, nl. blauw, anord. blār ‘blau, dunkel, schwarz’, schwed. blå setzt ein zur Wurzel ie. *bhel- ‘glänzen(d), weiß’ gehöriges ie. *bhlēu̯os ‘blau, gelb, blond’ (germ. *blēwa-) voraus und ist verwandt mit lat. flāvus ‘goldgelb, rotgelb, blond’ und lat. fulvus ‘rotgelb, braungelb’. blau ist mit anderen germ. Farbadjektiven (s. blank, brünett, greis, blond) in roman. Sprachen entlehnt, vgl. frz. bleu ‘blau’ (daraus engl. blue), aprov. blau ‘blau’. Die meisten Farbbezeichnungen sind anfangs noch nicht genau bestimmt; so ist die ursprüngliche Bedeutung von blau wahrscheinlich ‘hell, glänzend’; noch ahd. blāo steht gelegentlich als adäquater Ausdruck für lat. flāvus ‘gelb’. Erst im Mhd. wird blau deutlicher abgegrenzt, zugleich tauchen Komposita für einzelne Abstufungen auf: lāsūrblā ‘blau wie Lasur’, liehtblā ‘hellblau’, satblā ‘gesättigtes Blau, dunkelblau’, wolkenblā ‘himmelblau’. Im Nhd. folgen schwarzblau, blauschwarz, graublau, tiefblau, kornblumenblau, veilchenblau. blau begegnet in zahlreichen Wendungen. Die Haut nimmt infolge von Schlägen blaue Färbung an, daher grün und blau schlagen (Anfang 17. Jh.), ein blaues (‘blutunterlaufenes’) Auge haben, mit einem blauen Auge (‘glimpflich’) davonkommen. Es wird mir blau vor den Augen (heute es wird mir schwarz vor den Augen) als Zeichen beginnenden Schwindelgefühls ist seit dem 16. Jh. bezeugt. Daran schließt sich offenbar die neuerdings häufig gebrauchte Wendung blau (‘betrunken’) sein an. Als Farbe der Sinnestäuschung vor allem in dem seit dem 16. Jh. belegten Ausdruck blauen Dunst vormachen ‘Unwahres glaubhaft zu machen suchen’. Vielleicht hängt damit zusammen sein blaues Wunder erleben ‘ganz verwundert sein’; eine ähnliche Wendung aus dem 17. Jh. lautet da sollte man seine blauen Wunder gesehen haben. Nicht mit Sicherheit erklärbar ist die Redensart ins Blaue hinein reden ‘ohne Plan und Zweck reden’. Unter einem blauen Brief versteht man einen ‘Mahnbrief der Schule’; im 19. Jh. bezeichnet man damit in Preußen ein Schreiben des Königlichen Kabinetts (nach den blauen Umschlägen); in den 70er Jahren überträgt man den Ausdruck auf die offiziell ergangenen Mahnungen an Offiziere und Beamte, ihre Versetzung in den Ruhestand zu beantragen. Die blaue Blume (Novalis 1802) wird zum Sinnbild der Sehnsucht in der romantischen Dichtung. Der blaue Montag ist ursprünglich vielleicht der Montag vor Fastnacht, wegen der für diesen Tag vorgeschriebenen liturgischen (violetten) Farbe; an diesem Tag wird nicht gearbeitet, der Ausdruck daher allmählich auf alle Montage übertragen, an denen man nicht seiner Arbeit nachgeht (in diesem Sinne zuerst 1550, anfangs auch guter Montag genannt); danach blaumachen ‘feiern, nicht arbeiten’. blaues Blut als Zeichen adliger Abstammung (1. Hälfte 19. Jh.), nach span. sangre azul oder goda ‘blaues’ oder ‘gotisches Blut’, geht auf die durchschimmernden blauen Adern der hellfarbigen (westgotischen) spanischen Adligen zurück; dazu blaublütig Adj. ‘adlig’ (2. Hälfte 19. Jh.). blauäugig Adj. ‘mit blauen Augen ausgestattet’, blauäugicht (17. Jh.), ‘treuherzig, naiv’ (Mitte 19. Jh.). – Bläue f. ‘blaue Färbung’, ahd. blāwī (11. Jh.), mhd. blæwe. blauen Vb. ‘blau werden, sein’ (17. Jh.); bläuen Vb. ‘blau färben’, mhd. blæwen; zuweilen auch blauen (Goethe). bläulich Adj. ‘ins Blaue spielend’ (17. Jh.); älter sind blawelich, blaulicht, blaulecht (16. Jh.). Blaubart m. ‘Frauenmörder’ (Ende 18. Jh.), nach dem französischen Märchen vom Ritter Barbe-Bleue ‘Blaubart’, der die Neugier seiner Frauen prüft und sie tötet, wenn sie die Probe nicht bestanden haben. Blaubeere f. landschaftliche, besonders nordd. Bezeichnung für ‘Heidelbeere’ (18. Jh.); vgl. dän. blåbær. Blausäure f. farblose, sehr giftige Säure, Zyanwasserstoff; von ihrem Entdecker Scheele 1782 aus Berliner Blau dargestellt und Berliner-Blau-Säure genannt. Blaustrumpf m. im 17. und 18. Jh. Schimpfwort für den damals vielfach blaue Strümpfe tragenden Gerichtsdiener im Sinne von ‘Spitzel, Verräter’; heute nur für eine ‘gelehrte Frau ohne weiblichen Charme’. In dieser Bedeutung aus engl. bluestocking übersetzt, einer spöttischen Bezeichnung für literarische Zirkel um 1750 in London und deren Teilnehmerinnen. Im Dt. vereinzelt um 1800, danach durch Börnes „Pariser Briefe“ (1830) allgemein bekannt.
4430 Zeichen · 107 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Bläue

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    * Die Bläue , plur. car. im gemeinen Leben, so wohl die blaue Stärke, welche in andern Mundarten das Blau genannt wird; …

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Bläue

    Goethe-Wörterbuch

    Bläue meist als Farbe des Himmels, einmal im Bild Die B. des Himmels offenbart uns das Grundgesetz der Chromatik. Man su…

  3. modern
    Dialekt
    Bläuef.

    Pfälzisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Bläue f. : ' blauer Farbstoff ', insbes. zum Bläuen der Wäsche, s. bläuen , gew. in Kugelform, in Don Gal Buch ein blaue…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit blaeue

8 Bildungen · 8 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

blaeue‑ als Erstglied (8 von 8)

Bläüele

ElsWB

blaeue·ele

Bläüele [Plêjələ Barr Str. ] 1. n. Blaumeise Str. ‘Dnoh geht's an d'Maise-n-erst; do isch von nix as Brandle un Bleaujele nurr d'Red’ Pfm. I…

bläüen

ElsWB

bläüe n , blöue n [plêjə Roppenzw. Heidw. Dü. Barr Bf. ; plèjə Steinb. Bisch. ; pléja Rapp. ; –ə Mütt. ; plǿjə Dunzenh. Z. ] 1. blau färben.…

Bläueleisen

Campe

blaeue·leisen

Das Bläueleisen , des — s, d. Mz. w. d. Ez. in den Bergwerken, das Eisen am Rundbaume oder der Haspelstütze, woran der Zapfen des Haspelhorn…

Bläueln

Campe

blaeu·eln

Bläueln , v. trs. mit dem Bläuel schlagen, klopfen. Die Wäsche bläueln. Den Stockfisch bläueln, ihn vor dem Einwässern mit einem Holze auf e…

Bläuelzapfen

Campe

blaeuel·zapfen

Der Bläuelzapfen , des — s, d. Mz. w. d. Ez. beim Mühlenbaue, die eisernen Zapfen in der Pansterwelle. I den Bergwerken, der krumme Zapfen a…

Bläuert

RhWB

blaeu·ert

Bläuert -·y.ərt m.: 1. Klicker aus blauem Glas Schleid . — 2. Schulschwänzer Elbf .

bläuerzig

RhWB

blaeu·erzig

bläu-erzig -:ərtsĭχ Merz-Saarhölzb , Daun-Lissend ; -əltsĭχ Bitb-Nussbaum ; -əntsĭχ Bitb-Bickend ; -γəntsĭχ Bitb-Rittersd ; -:tsiχ Trier-I…