Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)
blüejen swV.
1.1 von Pflanzen
1.2 vielfältig übertr. ‘in voller Kraft stehen; erblühen, sich zur höchsten Vollkommenheit entfalten; gedeihen; von etw. erfüllt sein’ usw.
2 tr. ‘etw. zum Blühen bringen, (als Blüte) hervorbringen’ , übertr.
3 Part.-Adj. gebluot, geblüejet : ‘aufgeblüht, blühend’
1 intr. ‘blühen, Blüten treiben’ 1.1 von Pflanzen: dô sach ich drî wînrebe / brozzen unde bluon, zuo zîtigen berigen sich machen Gen 1950; dâ stuont manic boum sô frumer, / der aldaz jâr obez truoc, / [...] und anderhalp doch bluote UvZLanz 3947; Macer 53,3. 76,5; Pelzb 121,8; die blüenden vier wochen, / sô der vil süeze meie în gât / unz an daz, dâ er ende hât Tr 538. – in Vergleichen und bildlichen Ausdrücken: alse div lilie unde div rôse uz den dornen bloͮt, same wart div unser rôse, .s. Maria, uon den iuden geborn Spec 96,25; ir antlütze wart missevar, / daz ê in hôhem gemüete / baz danne ein rôse blüete Wig 7608; daz spil [...], / dar inne der tôt als ein dorn / in dem meien blüete ebd. 7629; der was der minne ein blüender stam Wh 88,12; o frouwe, / aller tugent ein blüende ouwe, / rôsegarte dornes ân SM:EvS 1: 7,7 1.2 vielfältig übertr. ‘in voller Kraft stehen; erblühen, sich zur höchsten Vollkommenheit entfalten; gedeihen; von etw. erfüllt sein’ usw.: – in sîner blüenden jugent Tr 295; RvEWchr 21600; HvNstAp 13014; sin minnekliches junge bluͤiendes leben Tauler 231,30; diu wunderlîche schœne / der blüejenden Îsôte Tr 17805. 16007; dô Jêsus mennischeit / der tôt an dem kriuze müete, / innen des sîn leben blüete / ûz der gotlîchen sterke Wh 219,26. – sîn herze an vreuden bluote UvZLanz 7794; fröiden hôchgemüete blüet mir an der selben stunt, / dô si sprach daz süeze wort KLD:UvL 44: 4,4. 53:7,2; in freuden swebt und bluot / sîn herze und sîn muot Ottok 90145; des sîn sælde immer blüete / und sîn unverswigeniu güete Wh 463,9. – unte íh ôuh dés uváre tûo, óbe dîu plebs catholica [...] blûoie in studio uirtutum Will 107,17; diu was ein bluome der güete, / ir herze in tugent blüete Wig 6117; wie er an tugenden blûnde was Kreuzf 316; wand ir reinez gemüete / ie nâch êren blüete Wig 3186; LvRegSyon 1620; Tristant, der triuwen blüende, / der ie durch êre müende / was sînen ritterlîchen lîp HvFreibTr 6513. – ‘entstehen’ ein leit von dem sheiden bluͤt, / daz kan langen kummer bern Rennew 33546. – von rhetorischer Ausschmückung: wâ nu rîcher künste hort, / wâ schœne rede, wâ blüende wort [...]? HvFreibTr 2; zu volbringene diz mêr, / daz sô blüende hât unz her / mit schœner rede betichtet / mîn hêrre meister Gotfrit von Strâzburc ebd. 12; ein lob mit blünder sprüche ris Mügeln 116,6 u.ö. 2 tr. ‘etw. zum Blühen bringen, (als Blüte) hervorbringen’, übertr.: diu [ kemenâte ] was alsô gehêret / mit einem bette gêret, / daz mich mîn armuot immer müet, / sît d’erde alsölhe rîchheit blüet Parz 242,30; ob sie [Sarazenen] der walt noch kunde blüen, / wir suln sie doch mit strîte müen UvEtzAlex 9947; daz mich ir sterben muͤwet / und ymmer sende swære bluͤwet Rennew 9230; daz muͦz [...] herzebernden kummer bluͤwen ebd. 11896. 16364 3 Part.-Adj. gebluot, geblüejet: ‘aufgeblüht, blühend’ ez tuont diu vogelîn schîn, / daz siu die boume sehent gebluot MF:Veld 18,2; ir lant was über allez jâr / als miten meien gebluot UvZLanz 205; swie diu heide stêt gebluot SM:KvT 7: 1,9; unsen wingarten der gebluet stat Brun 605 u.ö; [sie] kâmen hin gegangen / vil vruo und in dem touwe / ûf die gebluoten ouwe / und ûf daz wunneclîche tal Tr 17352; daz sol diu werde mir vertragen / daz ich ir lop sol hôhe sagen, / si wol gebluotez meienrîs KLD:WvM 5:2,10
MWB 1 897,33; Bearbeiter: Tao