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begießen

nhd. bis spez. · 9 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
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9 in 9 Wb.
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

begießen

begießen

gießen Vb. ‘Flüssigkeit ausfließen lassen, mit Wasser tränken, eine flüssig gemachte Masse, Geschmolzenes in eine Form schütten’. Das gemeingerm. Verb ahd. gioʒan ‘gießen, einschmelzen, vermischen’ (8. Jh.), mhd. gieʒen, asächs. giotan, mnd. gēten, mnl. ghieten, nl. gieten, aengl. gēotan, anord. gjōta (nur ‘laichen, Blicke werfen’), schwed. gjuta, got. giutan ‘gießen’ (germ. *geutan) führt mit nasaliertem lat. fundere (fūsum) ‘gießen, fließen lassen, schmelzen’ auf eine Dentalerweiterung, dagegen anord. gjōsa ‘hervorbrechen’, anord. isl. geysa ‘hervorstürzen’ (s. Geiser), ahd. gussi (um 800), gussa (9. Jh.) ‘Flut’ auf eine s-Erweiterung der Wurzel ie. *g̑heu- ‘gießen’ (Schwundstufe *g̑hu-). Zu dieser Wurzel gehören auch aind. juhṓti ‘opfert’ (und zwar ‘gießt Butter ins Feuer’), griech. chḗin (χεῖν) ‘gießen, ausschütten, ergießen, verbreiten’, ché͞uma (χεῦμα) ‘Guß, Strom’, choḗ (χοή) ‘Weiheguß, Trankopfer’. Seit ahd. Zeit wird gießen, wie auch lat. fundere, als Wort der Metalltechnik verwendet; so ist schon das Part. Prät. ahd. gigoʒʒan ‘gegossen, geschmolzen, durch Gußarbeit entstanden’ in diesem Sinne bezeugt. Aus dieser Verwendung werden ferner Gießer m. ‘Arbeiter in der Gießerei’ (um 1500) und Gießerei f. ‘Betrieb, der Gegenstände durch Gießen schmelzbarer Stoffe in Hohlformen herstellt’ (17. Jh.) abgeleitet sowie die entsprechenden Bedeutungen von Guß (s. d.). Zinngießer m. Hersteller von Zinnguß (14. Jh.), dafür auch Weißgießer m. (18. Jh.) und Kannegießer m. (s. d.). Rotgießer m. (16. Jh.), Gelbgießer m. (18. Jh.) Hersteller von Bronzeguß (einer Kupfer/Zinnlegierung), Messingguß (einer Kupfer/Zinklegierung). Schwarzgießer m. Hersteller von Eisenguß (18. Jh.). – ausgießen Vb. ‘Flüssigkeit aus einem Gefäß ausfließen lassen, überschütten, mit Gußmasse füllen’, ahd. ūʒgioʒan (9. Jh.), mhd. ūʒgieʒen. begießen Vb. ‘Flüssigkeit auf etw. schütten’, heute auch ‘etw. mit alkoholischen Getränken feiern’, ahd. bigioʒan (8. Jh.), asächs. bigiotan, mhd. begieʒen. Gießkanne f. (16. Jh.).
2013 Zeichen · 82 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Begießen

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Begießen , verb. irreg. act. S. Adelung Gießen . 1) Durch Gießen naß machen. Die Pflanzen begießen. Ingleichen für häufi…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    begießen

    Goethe-Wörterbuch

    begießen -s- B6,295,7 etw auf etw, jdn gießen a etw besprengen, bewässern; zum Zweck des Bleichens [ Bätely: ] Die Leinw…

  3. modern
    Dialekt
    begießenst.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    be-gießen st. : wie schd.; die Blumme begieße [verbr.]; dafür meist gieße, (de Blumme) Wasser gewwe. Rhein. II 1224 .

  4. Sprichwörter
    Begiessen

    Wander (Sprichwörter)

    Begiessen 1. Begiessen, wo es schon nass ist. – Eiselein, 63. 2. Er begiesst mich mit meiner eigenen Brühe.

  5. Spezial
    begießen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    be|gie|ßen vb.tr. 1 (Pflanzen, Blumen) bagné (bagna) 2 (besprengen, bespritzen) implogné (-gnëia) 3 ‹pop, umor› (mit Get…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit begiessen

1 Bildungen · 1 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von begiessen

be- + giessen

begiessen leitet sich vom Lemma giessen ab mit Präfix be-.

begiessen‑ als Erstglied (1 von 1)

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „begiessen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 10. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/begiessen/pfeifer_etym
MLA
Cotta, Marcel. „begiessen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/begiessen/pfeifer_etym. Abgerufen 10. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „begiessen". lautwandel.de. Zugegriffen 10. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/begiessen/pfeifer_etym.
BibTeX
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