Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Barett
Barett
Birett Barett n. ‘schirmlose, hut- oder kappenartige Kopfbedeckung’. Ausgangsform der sprachlichen Entwicklung ist spätlat. birrus (auch byrr(h)us) ‘kurzer Überwurf mit Kapuze’, wohl (wie andere Benennungen von Kleidungsstücken) ein Wort kelt. (gall.) Ursprungs; vgl. mir. berr, mkymr. byrr ‘kurz’. Dazu stellen sich mehrere zur Bezeichnung von Kopfbedeckungen dienende Ableitungen im Mlat. und in den roman. Sprachen, wobei die gegenseitigen Lehnbeziehungen teilweise ungeklärt bleiben, vgl. mlat. bir(r)etum, ber(r)et(t)a ‘Kappe’ (als Zeichen geistlicher oder weltlicher Würde, auch Symbol für die Übertragung bestimmter Ämter oder Rechte), ital. (älter) barretta, barretto ‘Kopfbedeckung, Kappe’ und (wahrscheinlich aus dem Ital. stammendes) mfrz. barrete ‘Umhang mit Kapuze, flache Mütze’ (frz. barrette ‘Mütze, Käppchen’). Aus dem Mlat. wie aus den roman. Nachbarsprachen werden im 15. Jh. Birett, Barett, zunächst auch Varianten wie Barette, ins Dt. entlehnt. Zur Zeit der Renaissance und der Reformation, in Deutschland also vornehmlich im 16. Jh., wird das Barett zur Hauptform der Kopfbedeckung. Der Ausdruck gilt bis heute bei Amtstrachten von Universitätslehrern, Richtern, Geistlichen. Durchgesetzt hat sich im allgemeinen die Form Barett, für die Kopfbedeckung katholischer Geistlicher aber Birett.