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aufwischen

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

aufwischen

Bd. 1, Sp. 780
aufwischen hatte früher vorherschend die intransitivbedeutung sursum elabi, erumpere, wie sie noch in unserm entwischen und hervor wischen, prorumpere liegt und galt zumal vom raschen auffahren, auffliegen der vögel, vom aufrascheln der schlange, dann auch vom schnellen, heimlichen auftreten der menschen. so findet sich schon im liederb. der Hätzlerin II. 4, 49 aufwischen für auffahren. sich, was aufwischens hebt sich dort! fastn. sp. 275, 31; die Römer hetten ein hauptmann, der lag auf einem weiten feld mit seinem zeug, da sah er, das aus einem wald aufwischten alle vögel, so darinnen warn. er sprach, da ligt ein zeug verborgen, das erkenn ich an den vögeln, das sie einsmals aufwischen. sch. und ernst cap. 52; also wischt (es steht wüscht) der mönch auf (aus dem bett) und wolt kein metten mer verschlafen. cap. 291; das kind wischt geschwind in der wiegen auf. Wickram rollw. 27b; und zuweilen urplötzlich aus dem schweren traum aufwischt. Fischart bienenk. 158a; die so im schlosz waren, als sie dis vorgedacht tonnerend geschrei vernamen, wischten auf was hand und fusz hat. Garg. 233a; unter den spielen n o. 124 'wisch auf!'; welchen friden er aber nicht lang gehalten, sondern unversehenlich wider aufgewüscht, von leder gezückt. Fronsp. 1, 9b; di wider mich aufwischeten. Melissus ps. G 4b; die affecten wischen auf, wie ein has aus den stauden. Lehmann 7; sobald er war zur erd dem donner gleich gefallen, sobald wischt er auch auf mit schallen, prallen, knallen. Werders Ariost 9, 77; wann ein gaul niderfelt (erkrankt) und die würm hat, so gib ihm ...., von stund an wischt er auf und wird gesund. Seuter 181; es begibt sich oft, dasz den pferden beutzelen (blattern?) aufwischen (auffahren), darnach beiszen sie es auf und reiben sich. 253. Die heutige, gleichfalls schon alte bedeutung von aufwischen ist transitiv abstergere, wischend aufheben, aufnehmen: wasser, blut von der erde aufwischen. Schmeller 4, 190 hat einem aufwischen, praesto esse, einem zu dienste sein. dies könnte von beiden bedeutungen abgeleitet werden, cito assurgere, sich schnell erheben oder detergere, den schmutz, flecken abwischen. vgl. aufpfeifen, aufpauken, aufwitschen.
2200 Zeichen · 37 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Āufwḯschen

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Āufwḯschen , verb. reg. act. wischend aufheben. Blut, Wasser von der Erde aufwischen. Daher die Aufwischung.

  2. modern
    Dialekt
    aufwischenschw.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    auf-wischen schw. : 1. 'wischend beseitigen, wegwischen', z. B. vergossene Milch [verbr.]. — 2. den Fußboden a. 'naß rei…

  3. Spezial
    aufwischen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    auf|wi|schen vb.tr. 1 (säubern) terje sö, puzené sö 2 (trocken wischen) assuié sö.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit aufwischen

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Zerlegung von aufwischen 2 Komponenten

auf+wischen

aufwischen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

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Cotta, M. (2026). „aufwischen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 19. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/aufwischen/dwb
MLA
Cotta, Marcel. „aufwischen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/aufwischen/dwb. Abgerufen 19. May 2026.
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Cotta, Marcel. „aufwischen". lautwandel.de. Zugegriffen 19. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/aufwischen/dwb.
BibTeX
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