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Arius

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Herder
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Eintrag · Herder (Konv.-Lex., 1854–57)

Arius

Bd. 1, Sp. 251
Arius, ein Afrikaner aus Aegypten oder Cyrene, zuerst Diakon, dann Presbyter in Alexandrien, behauptete: der Logos oder Sohn ist dem Wesen nach nicht dem Vater gleich; er ist ein Geschöpf des Vaters, aber ein vorweltliches, durch das die Welt geschaffen wurde; er ist von dem Vater Sohn genannt und über alle Wesen erhoben, weil der Vater voraussah, der Logos werde unveränderlich gut sein. Diese Irrlehre, welche die Lehre von der Dreieinigkeit in allen ihren Consequenzen leugnete und somit die christliche Offenbarung und Erlösung in ihrer vollen Bedeutung aufheben wollte, wurde alsbald auf einer Synode zu Alexandrien, 321, verworfen. Allein die Lehre des A., welche derselbe in Briefen, Gesprächen und Liedern darstellte, fand nicht bloß bei Laien, sondern selbst bei Bischöfen in verschiedenen Ländern Anhang und die Christen disputirten und stritten mit einander zur großen Freude der Heiden nicht nur in Schulen und Kirchen, sondern auf allen Straßen und Wegen. Nachdem Kaiser Constantin d. Gr. 314 n. Chr. sich vergebens bemüht hatte, den ihm mißfälligen und nicht recht verständlichen Streit durch ein Gebot des Stillschweigens, beiden Theilen auferlegt, zu beendigen, vermittelte er die Kirchenversammlung zu Nicäa, welche 325 die Lehre des A. verwarf und das rechtgläubige Symbolum in deutlichen Worten aufstellte. A. und die 2 ihm anhängenden Bischöfe wurden nach Illyrien verbannt. Bald gelang es jedoch den Ränken der Arianer, den Kaiser selbst für sich zu gewinnen, indem sie die Rechtgläubigen und deren Führer, Athanasius den Großen von Alexandrien, als eine herrschsüchtige, unruhige Partei darstellten, die Häresie aber durch dialectische Künste verdeckten; Athanasius wurde abgesetzt und nach Trier verbannt, A. jedoch genoß seines Triumphes nicht, sondern wurde durch einen plötzlichen Tod hinweg gerafft, 336 n. Chr. Im folgenden Jahre starb auch Kaiser Constantin, und da von seinen 3 Söhnen der Beherrscher des Morgenlandes, Constantius, arianisch gesinnt war, so behielten die Arianer im Osten die Oberhand, obwohl ein allgemeines Concil zu Sardica 347 die Lehre des A. verwarf. Durch den gewaltsamen Tod des Constans und Constantin wurde Constantius Alleinherr, und dieser vertrieb den Papst Liberius, den Athanasius und die andern orthodoxen Bischöfe 353 mit Gewalt und trachtete ihre Aemter mit Arianern zu besetzen. Nun spalteten sich diese aber selbst; die strengen Arianer, Anomöer, bestanden darauf, der Sohn habe nicht gleiches Wesen mit dem Vater, während die andere Partei, die Semiarianer, demselben nicht gerade Wesensgleichheit, aber doch Wesensähnlichkeit zuschrieben. Zur Vereinigung der Anomöer und Semiarianer wurden im Morgen- und Abendlande mehrere Synoden gehalten; durch des Kaisers Machtwort wurde auch eine scheinbare Vereinigung erzielt und die rechtgläubigen Bischöfe verjagt oder zur Unterschreibung vieldeutiger Formeln gezwungen, aber 361 starb Constantius, und sein Nachfolger Julian, der Apostat, ließ alle verbannten Bischöfe zurückkehren, weil er dadurch die Verwirrung unter den Christen noch zu vermehren glaubte. Bald vertrieb er aber den Athanasius wieder, doch sein Nachfolger Jovian unterstützte die Rechtgläubigen, Valens aber wieder die Arianer, welche die Semiarianer und Rechtgläubigen mit gleicher Wuth verfolgten. Kaiser Gratian jedoch erlaubte durch ein Edikt vom J. 378 den christlichen Religionsparteien, mit Ausnahme der Manichäer und strengen Arianer, die freie Uebung ihres Glaubens, sein Mitregent Theodosius aber verbot 380 alle Sekten im ganzen Orient und befahl die Annahme des kath. Glaubens; er nahm den Sekten alle Kirchen; nicht besser erging es später den Arianern im Abendlande, wo besonders der hl. Ambrosius in Mailand gegen sie wirkte. So verlor sich der Arianismus im röm. Reiche; dagegen erhielt er sich noch einige Jahrhunderte bei den germanischen Völkern, welche fast das ganze Abendland besetzt hatten: bei den Ost- und Westgothen, Sueven, Burgundern, Vandalen und Longobarden; doch gelangten diese Völker theilweise zu keiner dauernden politischen Existenz, sondern unterlagen den Byzantinern, wie die Vandalen und Ostgothen, oder den Franken, wie die Burgunder und Longobarden, oder sie bekehrten sich freiwillig zu der Kirche, wie die Westgothen. So verschwand der Arianismus, obwohl er durch die Zahl seiner Anhänger und der ihn beschützenden Potentaten äußerlich viel mächtiger gewesen war als die Kirche, weil er als Häresie den Kern der Vernichtung in sich selbst trug.
4473 Zeichen · 28 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Arius

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Arius , ein Afrikaner aus Aegypten oder Cyrene, zuerst Diakon, dann Presbyter in Alexandrien, behauptete: der Logos oder…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit arius

64 Bildungen · 0 Erstglied · 63 Zweitglied · 1 Ableitungen

arius als Zweitglied (30 von 63)

ascarius

KöblerGerm

*ascarius , M. Pl. nhd. Eschenmann, Speerkämpfer ne. spear-fighter Q.: PN (310) E.: s. *aska- Son.: Jochum-Godglück, Schiltolf, Uuafanheri u…

maltarius?

KöblerAhd

*maltarius? , M. nhd. Malter ne. measure (N.) of grain Hw.: vgl. as. *maldrus? Q.: Urk E.: s. maltar*

Actuārius

Adelung

Der Actuārius , des -rii, plur. die -rii, aus dem mittlern Lat. der Gerichtsschreiber.

alodiarius

KöblerAhd

alodiarius , Adj., M. nhd. allodisch, Allodinhaber ne. allodial, owner of an allodium Q.: Urk (1020) I.: z. T. Lw. ahd. alōd? E.: s. alōd

antiphonarius

LmL

antiphon·arius

antiphonarius -i m. et antiphonarium -i n. Antiphonar, Antiphonale (liturgisches Buch mit Antiphonen und anderen Chorgesängen für das Stunde…

bakkalârius

MNWB

bakkalârius (baccalarius) , bakkalârie , m. , der unterste akademische Grad; oft als Gehilfe des Schulmeisters tätig.

binarius

LmL

bin·arius

binarius -i m. 1. Gruppe von zwei Einzelnoten 2. zweizeitiger Notenwert 3. zweizeitige Mensur — 1. group of two single notes 2. a note that …

burgarius

KöblerAhd

burg·arius

burgarius , M. nhd. Bürge ne. bailsman ÜG.: ahd. burgo Gl Q.: Gl (12. Jh.) I.: Lw. ahd. burgo E.: s. germ. *burgjō-, *burgjōn, *burgja-, *bu…

calamaularius

LmL

calamaularius -i m. Calamaulabläser — one who plays the calamaula [s.XI] LmL Vocab. mus. p. 404: Calamaularius : is, qui de canna canit.

cantus ordinarius

LmL

cantus·ordinarius

cantus ordinarius 1. kirchentonal regelhafter Gesang 2. Bezeichnung für das kanonisierte Choralrepertoire — 1. modally regular chant 2. term…

cidlarius

KöblerAhd

cidlarius , M. nhd. Zeidler, Bienenzüchter ne. bee-master Q.: Urk (748) I.: ahd. beeinflusst? E.: s. ahd. zīt W.: mhd. zīdelære, zīdler, st.…

conwadiarius

KöblerAhd

con·wadiarius

conwadiarius , Adj. nhd. verpflichtend ne. obliging (Adj.) Q.: Urk (991) E.: s. wadium

Denarius

Wander

denar·ius

Denarius Sanct-Denarius (Geld) hat die meisten Anbeter (Verehrer).

falconarius

KöblerAhd

falco·n·arius

falconarius , M. nhd. Falkner ne. falconer Q.: Urk (um 800) I.: Lw. mlat. falconarius E.: s. falco W.: mhd. valkenære, velkenære, velkener, …

foderarius

KöblerAhd

foder·arius

foderarius , M. nhd. Futtereintreiber, Abgabeneinnehmer ne. food-collector Q.: Urk (1067-1109) E.: s. foderare

forestarius

KöblerAhd

forest·arius

forestarius , M. nhd. „Förster“, Waldhüter ne. forester Q.: Urk (667?) E.: s. forst

grutarius

KöblerAhd

grut·arius

grutarius , M. nhd. einer der Grützbrei verkauft ne. seller of porridge ÜG.: mhd. grūzōre Gl Q.: Gl (13. Jh.) E.: s. gruzzi

guntfanonarius

KöblerAhd

guntfano·n·arius

guntfanonarius , M. nhd. Fahnenträger ne. standard-bearer Hw.: s. gundfanāri Q.: Cap (865) E.: s. gundfanāri

hobarius

KöblerAhd

hob·arius

hobarius , M. nhd. „Hübner“, „Huber“, Inhaber eines Hofes, Inhaber einer Hufe ne. hide-owner Q.: Urk (946) E.: s. hoba

hostiarius

KöblerAfries

hostiarius , st. M. (a) nhd. Türhüter, unterster geistlicher Stand Q.: E, H I.: Lw. lat. ōstiārius E.: s. lat. ōstiārius, M., Türhüter, Türw…

kammercommissarius

DWB

kammer·commissarius

kammercommissarius , commissär , m. der in einem einzelnen geschäft von einer fürstlichen oder landeskammer beauftragt ist. in höherem range…

kriegscommissarius

DWB

kriegs·commissarius

kriegscommissarius , m. ein mit einer kriegscommission betrauter. Abele unordn. 3, 279 ; der general kriegs-commissarius sampt seinen unterg…

Maiescarius

DRW

mai·escarius

Maiescarius, m. nur langobardisch, zur Deutung des Bestw.s vgl. CDLang.² I 60 Anm. 1: zu lateinisch maior; das Grundwort gehört zu Scherge P…

Mársch-Commissārius

Adelung

marsch·commissarius

Der Mársch-Commissārius , des -rii, plur. die -rii, oder die -rien, in einigen Ländern, besondere obrigkeitliche Beamten in den Provinzen od…

nonarius

LmL

non·arius

nonarius v. LmL maneria LmL col. 400, 51 ; mensura col. 444, 41

notarius

LmL

notar·ius

notarius -i m. Notenschreiber, Notenkopist — writer of notes, copyist of notes [s.XIII] LmL Elias Sal. 28 p. 55a: Nam cantus sine competenti…

Obernratssekretarius

DRW

Obernratssekretarius, m. Sekretär beim Oberrat (II 2) ambdtschreiber, vor ihrer bestallung, mit fleiß examiniert, vnnd solch examen beim obe…

Ordinarius

Pfeifer_etym

ordin·arius

Ordinarius m. ‘Professor mit Lehrstuhl bzw. ordentlicher Professor an einer Hochschule, ordentlich bestallter Arzt’ (1. Hälfte 16. Jh., Para…

Ableitungen von arius (1 von 1)

erarius

MLW

erarius v. aerarius .

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APA
Cotta, M. (2026). „arius". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 11. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/arius/herder?formid=A02946
MLA
Cotta, Marcel. „arius". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/arius/herder?formid=A02946. Abgerufen 11. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „arius". lautwandel.de. Zugegriffen 11. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/arius/herder?formid=A02946.
BibTeX
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