Wossidia
ansetten ansetzen 1. intrans. a. anfangen, einsetzen mit einer Tätigkeit,
z. B. mit der Rede:
se wull ansetten un wat seggen Bri. 7, 226; ick wull all grad ansetten un em fragen 7, 160; mit einer Affektäußerung wie Lachen, Weinen: un sett't ierst recht an 7, 198; mit einer Bewegung: bi de Kirch sett'ten se (die Wettreiter) an jagten sie los RoRostock@AlthofAHof; mit einer Arbeit: wo he ansetten deit zu pflügen beginnt SchwSchwerin@DümmerDümm. b. sich festsetzen, fest werden, vom gefrierenden Wasser: dat hett bloss an de Kant 'n bäten ansett't sich eine dünne Eisdecke gebildet LuLudwigslust@Groß LaaschGLaasch; ebenso: dat Is hadd 'n lütt bäten ansett't Gü. 2. trans. a. zeitlich festsetzen:
Ostern sett'ten de Gesellen den Ball an Wa Waren@MalchowMalch; up denn' Dag würd de Aukschon ansett't SchwSchwerin@PlatePlate. b. etwas herrichten, bereitstellen, zurechtsetzen, in die richtige Lage bringen: he süll den Win ok gaut käuhl ansetten nämlich im kühlen Keller WaWaren@JabelJab; de Lag' (Korngarben) würd all abends ansett't für den Drusch auf der Tenne zurechtgelegt Gü; willn noch ne Lag' ansetten für den nächsten Drusch GüGüstrow@GülzowGülz; Kartoffeln pflanzen: väl Rägen bi 't Ansetten deutet auf eine schlechte Kartoffelernte SchöSchönberg@GrevesmühlenGrev; Gü; substantivisch als Bezeichnung für ein Marmelspiel, bei dem man die Marmeln in einer Reihe hinlegt und danach mit Ala basterkugeln wirft HaHagenow@WittenburgWitt; auf eine Person übertr. jem. einrichten: se warden so ansett't, dat se riklich to läben hebben RoRostock@GresenhorstGres. c. etwas in Angriff nehmen, beginnen, bes. ein Spiel: willn 'n lütten (Skat) ansetten vielf.; ne Wedd ansetten abschließen Wa; 'n Galopp ansetten anfangen zu galoppieren WaWaren@TressowTress.
d. jem. bei einer Tätigkeit, einer Arbeit einsetzen, ihn dazu heranziehen: 'daß kein AmtsMeister fortan einen Gesellen ansetzen solle' Circular-Ord. v. 6. Sept. 1765; ick bün gaut ansett't worden bei der Arbeit auf dem Schiff RoRostock@WustrowWustr; dee wir dor (zu dem Dienst) nich för ansett't weil er dafür untauglich war SchöSchönberg@SchlagsdorfSchlagsd; bes. zum Militärdienst: ick wir bi de Dragoners, tau de Artillerie ansett't HaHagenow@WittenburgWitt; RoRostock@DoberanDob; Wi. e. als viehwirtschaftlicher Ausdruck Jungtiere zur Mast oder Zucht aufziehen: Kalwer, Swin ansetten allgem.; Reut. 2, 264; wenn 'n Kalf nich ansett't ward, ward 't an 'n Slachter verköfft WaWaren@RogeezRog; auch Federvieh: Fasanen ansetten GüGüstrow@WokrentWokr;
vgl. afsetten 2 (
Sp. 180).
f. anfügen, ein Stück ansetzen, bes. in der Zimmermannssprache: 'n Enn' an 'n Balken ansetten allgem.;
vgl. anschalmen 2, -schäugen; von Pflanzen während des Wachstums, elliptisch: de Kohl sett't nich ornlich an keine Köpfe WaWaren@RogeezRog; dat Kuurn hett gaut ansett't nämlich Ähren,
d. h. es wird gut lohnen StaStargard@KratzeburgKratz; ebenso: dor sett't de Kopper dull an der Kupferboden des Schiffes bewächst RoRostock@WustrowWustr. 3. refl. sich an einem Ort festsetzen, sich niederlassen: de Jäger hett sick dor (auf dem Anstand) ansett't Wa; bes. als Geschäftsmann, als Gewerbetreibender: wenn de nägenunnägentigst Schauster in Krœplin (RoRostock@KröpelinKröp) dot blifft, sett't sick ümmer 'n jungen wedder an GüGüstrow@WokrentWokr; von Speisen sich beim Kochen oder Braten auf dem Boden des Gefäßes festsetzen, anbrennen: de Supp hett sick 'n bäten ansett't Ro; Wa. — Dä. 13
a; Me. 1, 141.