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anrücken

nhd. bis Dial. · 8 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
8 in 8 Wb.
Sprachstufen
3 von 16
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11
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8

Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

anrücken

anrücken

rücken Vb. ‘sich vorwärts bewegen, zu einem bestimmten Ort aufbrechen, (weg)marschieren, (mit einem Ruck, ruckweise) an einen anderen Platz schieben, in eine andere Lage bringen, von der Stelle bewegen’, ahd. rucken (9. Jh.; vgl. irrucken ‘unterstützen, aufrichten’, 8. Jh.), mhd. rücken (obd. rucken) ‘sich fortbewegen, etw. schnell bewegen’, mnd. mnl. rucken, nl. rukken, anord. rykkja, schwed. rycka, dän. rykke (germ. *rukkjan). Herkunft nicht geklärt. Verwandt sind sicher mhd. nl. (holl.) rocken ‘rücken’, aengl. roccian, engl. to rock ‘wiegen, schaukeln’ (s. Rock and Roll), anord. rugga ‘schütteln, schaukeln, wiegen’, schwed. (mundartlich) rugga ‘schaukeln’. Sieht man in den Formen geminierte schwundstufige Bildungen, kann ein Zusammenhang mit Rahe und regen (s. d.) angenommen werden. – abrücken Vb. ‘wegrücken, -schieben, aufbrechen, sich entfernen, abmarschieren, sich distanzieren’, mhd. aberücken ‘wegziehen, entfernen’. anrücken Vb. ‘aneinanderschieben, sich nähern, anmarschieren’ (15. Jh.). ausrücken Vb. ‘aus-, hinausmarschieren, davonlaufen, ausreißen’, mhd. ūʒrücken ‘herausziehen’. einrücken Vb. ‘einsetzen, einmarschieren, den Militärdienst beginnen, dazu eingezogen werden’, mhd. īnrucken ‘hineinschieben’. entrücken Vb. ‘wegnehmen, entfernen, versetzen’ (an einen anderen Ort, in Ekstase, in eine andere Welt), mhd. entrücken; entrückt Part.adj. ‘abgelegen, fern, geistig abwesend, weltverloren’ (13. Jh.). verrücken Vb. ‘wegrücken, an einen anderen Platz schieben, verschieben’, ahd. firrucken (um 1000), mhd. verrücken, verrucken; verrückt Part.adj. ‘nicht bei Verstand, geistesgestört, irre, unsinnig’, eigentlich ‘an eine andere, eine falsche Stelle gebracht’ (16. Jh.), zumal in Fügungen wie verrückt im Kopf, im Hirn ‘töricht, närrisch’ (17. Jh.), aus denen sich rasch absoluter Gebrauch im oben genannten Sinne entwickelt. vorrücken Vb. ‘(weiter) nach vorn, vorwärts rücken, vorwärts marschieren, auf dem Vormarsch sein’, ahd. furirucken (um 1000), mhd. vorrücken ‘vorbeiziehen, -gehen’. berücken Vb. ‘bezaubern, entzücken, betören, verlocken’, ursprünglich ein Ausdruck des Vogel- und Fischfangs mit der Bedeutung ‘listig, täuschend fangen’, eigentlich ‘ein Netz über das Tier rücken, das man fangen will’, von Luther (1. Hälfte 16. Jh.) in die Literatursprache eingeführt. Im Frühnhd. und vor allem in der Barockzeit (17./18. Jh.) wird berücken oft bildlich mit dem Aspekt des Betrugs und der Liebeslist verwendet. Im 18. Jh. geht das Gefühl für die ursprüngliche Bedeutung verloren, und berücken steht gleichbed. neben bezaubern.
2565 Zeichen · 79 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Anrücken

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Anrücken , verb. reg. act. ruckweise näher bringen. Den Tisch anrücken, an die Wand. Den Stuhl anrücken, an den Tisch. D…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    anrücken

    Goethe-Wörterbuch

    anrücken ‘anrucken’ 44,402 Var zu 44,124,16 1 intr a herankommen, für langsame zielgerichtete Bewegung, meist von (milit…

  3. modern
    Dialekt
    anrückenschw.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    an-rücken schw. : 1. 'an etwas heranrücken'; de Schank aaⁿricke, z. B. an die Wand [allg.]. — 2. 'heranmarschieren, hera…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit anruecken

1 Bildungen · 0 Erstglied · 1 Zweitglied · 0 Ableitungen

anruecken als Zweitglied (1 von 1)

Heranrücken

Wander

heran·ruecken

Heranrücken Er rückt heran mit dem praesta quaesumus und hat peccavi gesagt. – Megerle.

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APA
Cotta, M. (2026). „anruecken". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 18. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/anruecken/pfeifer_etym
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Cotta, Marcel. „anruecken". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/anruecken/pfeifer_etym. Abgerufen 18. May 2026.
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Cotta, Marcel. „anruecken". lautwandel.de. Zugegriffen 18. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/anruecken/pfeifer_etym.
BibTeX
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