anmutung,
f. postulatio, affectus, incitamentum: die eiferung ist ein verderblich anmütung und bewegung des gemüts
[] oder begirde; darnach auf anmütung der Hunger ist er zu Regensburg auf ein schif gesessen, uf der Thonaw gen Ofen gefaren. Frank
chron. 199
a; der jud bewilligt ihr anmutung aufs fleiszigste auszurichten. Wickram
rollw. 87
b; dem ritter Galmyen war wenig an solcher anmutung (
ausforderung zum kampf) gelegen.
Galmy 72; dasz ihm den ersten ritt schier zu eng auf seinem gaul gewesen war, in wol halb gerewen war, dasz er dem ritter eine solche anmutung getan hett.
das.; was bösen geists dir solchen rat geben hat, dasz du uns allen ein solche anmutung thun darfst. 164; wo ihr mit solcher schändlicher anmutung nicht nachlassen wollet. 222; dann es hat gott der allmechtig einem menschen ein besondere begirde, lust und anmutung zu einem ding mehr dann dem andern geben. Fronsp.
kriegsb. 2, 1
a; die freundlichkeit und anmutung (
zuneigung) gegen den menschen sol auch got wol gefallen. Forer
fischb. 95
b; die weintrauben haben eine sondere anmutung zu den feigen. Sebiz
feldb. 350; etliche bäume haben eine besondere anmutung zusammen.
lustg. 89; natürliche anmutung zwischen dem granat- und myrtenbaum. 308; die liebe hab dann das herz dermaszen eingenommen, das sie zu beiden seiten auf gleiche anmutung, sitten, einmütigkeit und willen gegründet werde. Fischart
ehz. 8; ire eigene und besondere anmutungen und neigungen. 18; alle christen haben böse anmutung nicht der bösen einfäll ubrig. Ringw.
l. warh. 181; viel guter anmutungen verursachen. Spee
tugendb. 73; zu andacht, mitleiden und dergleichen liebreichen anmütungen bewegen. 524; dan ja ein jeder mensch, dem gröszten könig gleich, hat der anmuhtungen und der begirden reich, die seine vernunft stets soll meistern, zu regieren. Weckherlin 515; geschmack für die musik und die besondere anmutung (
neigung) für ein gewisses instrument. Wieland 3, 26; da sie nicht grund genug hatten, die unschuldige anmutung, welche sie für einander fühlten, der sympathie des blutes zuzuschreiben. 3, 199; jene lehrsätze, zu denen mein herz eine so besondere anmutung hatte. 3, 378; wenn der instinkt nicht betrüglich wäre, so würde ich geneigt sein, die anmutung, die ich beim ersten anblicke für sie empfand, für die stimme des blutes zu halten. 12, 152; die anmutung, welche ihm ihre ähnlichkeit mit ihm einflöszte. 14, 46; die für alles menschliche und also auch für die spiele der menschen einige anmutung haben. 24, 119; anfangs erstarrte der gouverneur über diese anmutung (
forderung). Schiller 833; auf diese anmutung des wolwollenden, vorsorglichen mannes. Göthe 21, 184; nur da ich jedermann mit leib und seele in Norden gefesselt, alle anmutung nach diesen gegenden verschwunden sah, konnte ich mich entschlieszen einen langen einsamen weg zu machen. 27, 201; dasz er (Rousseau) zu blumen und pflanzen andere anmutungen gehabt als solche, welche eigentlich nur auf gesinnung hindeuteten. 58, 98; dasz er geschaffen sich in die tiefen der natur zu versenken, zu der oberflächlichen, wechselnden farbe wenig anmutung haben konnte. 53, 170; es waren örtliche beschreibungen von Luzern und von schweizerischen berggegenden, für den vaterländer nicht ohne anmutung. Ulr. Hegner 4, 178.
weidmännisch, die anmutung (
incitamentum) des wildschweins.
weidwerksbuch 58
a.