Eintrag · Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke)
aneganc stm.
1. anwandlung. eʒ lüftet sinne herze hô mit süeʒem anegange Gfr. l. 2,9 (lobges. 26).
2. das beim anfange eines weges, eines unternehmens für eine vorbedeutung geachtete entgegenkommen; ndd. gemôd, gemœde Brem. wb. 3,192. vgl. Grimm mythologie 1072 f. — es giebt einen guten und einen bösen angang. in die erste klasse gehört der wolf, die taube, die gans, die von der linken zur rechten fliegt, ein bucklichter, ein aussätziger, ferner donner. ein böser angang ist ein geistlicher, ein hase, eine frau mit fliegenden haaren, ein blinder, ein lahmer. es hatte seine bedeutung, wie oft die krähe rief, wie oft der habicht um einen flog. vgl. Er. 8122 f. Wigal. 6182 f. sô gloubent etelîche an bœsen aneganc, daʒ ein wolf guoten aneganc habe — und daʒ ein gewîhter priester bœsen aneganc habe Bert. 58. Er (Moses) verbôt allen aneganc, vogelvluc, stimme oder sanc, daʒ dâ geloupte nieman an Rud. weltchr. 114. b. hab iemen einen ringen fuoʒ, der bring mir guoten aneganc weinschw. leseb. 579,7. dâ zuo sâhe wir einen hasen, der widervuor uns an dem wege. dô dâhtich daʒ eʒ niht eben læge (nichts gutes zu erwarten sei): er tet uns den êrsten aneganc, wan daʒ er snelle für mich spranc cod. pal. 341, 163. a.