ALLDIEWEIL konj., adv. zu dieweil (
mhd. die wîle,
ahd. dia wîla);
mhd. aldiewîl(e), al die wîl(e). 1
konj. a
temporal, ‘
solange, während’ ⟨1187/9⟩ al die wile (dat ich sal leven,/ ich wolde hen gerne genuch geven/ bit lichten gedinge) (
hs. h) Heinrich v. Veldeke
Eneide 561 DTM. ⟨u1225⟩ aldieweil das ich im helffen wil, so enmoget ir im ein pfennig wert nit geschaden
Lancelot 1,77 DTM. ⟨u1300⟩ aldiwile si daz sprach, / den vater man ouch kumen sach, / beide leidec unde kranc
passional 102a K. 1415 und meinen .., daß sie unser .. quittbrieve, als lange und alldiewile und
(!) dieselb stewer nit geloͤst ist, zuͦ nemen .. nit phlichtig sin sollen
obrhein. stadtrechte II 2,117. ⟨1432⟩ item dieselben vogtlüth in den gerichten sesshaft, alldiewyl sy zwinghörig sindt, so soll man schirmen ir lib und gut rethen, bystendig und hilfrich sin
weist. 1,281 G. 1523 wiewol wir .. sündend, alldiewyl wir in disem fleisch wandlen, so schaffet doch der ungezwyflet gloub, .. das Christus in uns lebt Zwingli
2,72 E./F. 1543 Miriam tantzet nicht, aldieweil Israel noch in Egypten war, sonder da jre feinde im Roten Maͤre ersoffen waren Ambach
tantzen B 3a. ⟨v1624⟩ darum ist dem menschen in dieser welt, aldieweil er in diesem elenden, verderbten fleischhause wohnet in so grosser gefahr, nichts nützlichers als das, dasz er sich lerne recht kennen Böhme
theosophia (1730)2,7 faks. —
noch vereinzelt: 1928 du nennst einen bettel es
(das leben) und scheinst mir zu raten, mit krallen es, fäusten und zähnen zu verteid’gen trotzdem, alldieweil schon der tod es belaure G. Hauptmann
Eulenspiegel 33. b
kausal, ‘weil’
(temporaler nebensinn bleibt in älteren belegen z. t. erhalten) 1526 deßhalb es kurtz ghein antwurt ist, was ioch die bäpstler suͦchend unnd sagend, alldiewyl sy die handlung nit offenlich darthuͦ
nd. sol sich ouch an ire wort nieman keeren Zwingli
5,292 E./F. 1553 nu lag zwischen Hispanien vnnd der Niderlanndt daz kunigreich Frannckreich also, daz man in Flandern nit gedenngkhen mocht, aldieweil der Franntzoss mit dem kaiser nit ainig wär, auch gar kain ainigkait numeer zu hoffn .. was, daz kaiser Karl in Flandern khumen solt Kirchmair
in: font. rer. austr. I 1,501. 1589 aldiwill uns gott hett so vererht / unne dessen skatz erstlich beskertt, / will uns altumall wol anstan, / datt wir witer herrummer gan / undt segen, watt wie heben gesehn
märk. weihnachtsp 156 B. 1644 hier wird der gegenhall felsenkind getauffet, alldieweil er in den felsichten oertern, thälern, gebürgen und zusammenfliessungen der wasser geboren wird Klaj
redeoratorien 38 W. 1676 alldieweil aber der mond viel kleiner ist denn die erde; so fällt auch der schatten deß monds weit kürtzer Francisci
lust-haus 511. 1774 alldieweil,
ein verursachendes bindewort ... diese .. partikel stehet nur noch in der kanzelley- und gerichtssprache in einigem ansehen, wo man sie wohl noch gar mit einem demnach
zu verlängern pflegt, demnach und alldieweil Adelung
wb. 1,182. 1781 vollends wenn man zugiebt, daß es andre handlungen giebt, die eine unendliche reihe angenehmer folgen hervorbringen, alldieweil jedes causatum wieder eine causa .. ist J. G. Müller
Lindenberg 1,187. 1804 sindemahl, nachdem und alldiweil frau Aja zuweilen eine täppeline ist; so hat sie auch rein vergeßen wie viel ew. liebten zu bedeckung dero leichnams bedürfen K. E. Goethe
br. 52,128 K. 1822 alldieweile sie
(d. umworbene) in der güte meine brautwerbung nicht akzeptieren will, bin ich entschlossen, sie mit eurer hilfe par force zu entführen! Grabbe
1,347 F./Z. 1855 ich weiß es vollkommen zu würdigen, was es heißt, ein sintemalen und alldieweil auszurotten und ich schätze denjenigen, der solche disteln und dornen der sprache vertilgt
(an E. Kuh) Hebbel
III 5,243 W. 1919 die frauen müssen allerschwerste männerarbeit verrichten, alldieweil die männer keine zeit haben
d. ziegelbrenner 9/14,28 faks. 1983 alldieweil ..
veraltet, noch scherzh(aft), Duden, universalwb. 58b. 2
sporadisch temporales adv., ‘
während dieser zeit, währenddessen’: 1421 do luth her zu houfe seyne graven unde herren ritter unde knechte .., die mit om zu Ungirn gewest .. unde ouch etzliche seyne man die aldieweile hie heyme bleben waren Rothe
düring. chr. 348 L. 1425
intantum .. aldewyle
vel vnderdes Diefenbach
gl. 302c. ⟨1958⟩ man plauderte .. und schüttelte die köpfe – und alldieweil trieb das leben fort Maass
Gouffé (1963)336.Braun