dieweil,
adv. quoniam, dum, quum, interim, interea. ahd. dia wîla Graff 4, 125.
mhd. die wîle. Luther und andere dieser zeit schieben den artikel nicht an, doch findet sich schon im 15
ten jahrh. diwîl, dwîl Wackernagel
Leseb. 1, 985, 37. 988, 3.
s. alldieweil. H. Sachs
läzt noch und
folgen, wodurch es relativisch wird. 11.
quia, quoniam. heute sagt man lieber weil,
doch gebraucht es noch Göthe
und Voss. die weil er hat di Deutschen wert, so chlingt seins (
des königs Ludwig von Ungarn) hohen lobs swert durich alle lant den meisten teil Suchenwirt 29, 225. dann si genœtig sachen hetten zuo sagen und nach irem rat handeln, dieweil der künig wär todt
Theuerd. 4, 82. die weil nun ewr wolfart und eer leit an eim regirenden hern, do ist an euch mein gnädig begern ir wellet denselbigen man verhœren 5, 20. warumb er in nit gewarnet het, die weil die püchs geladen was? 33. die wile ich aber sagen sol was stand eim rechten spieler wol, wil ich Virgilium har bringen Brant
Narrensch. 77, 67. und dieweil aber sölche ermessung (
der grösze des diebstals) in rechtsverstendiger lewt vernunft stet, so wöllen wir das in sölchem fall unser richter und urtheiler rats pflegen
Bamberg. halsgerichtsordnung (1507)
art. 186
und öfter. sihe, die weil dein knecht gnade funden hat fur deinen augen, so woltestu deine barmherzigkeit grosz machen
1 Mos. 19, 19. die frembdlingen solt ir nicht unterdrücken, denn ir wisset
[] umb der frembdlingen herz, die weil ir auch seid frembdlinge in Egyptenland
2 Mos. 23, 9. ir otterngezichte, wie kund ir gutes reden, die weil ir böse seid?
Matth. 12, 34. dasz gottes preis ruhm lob und ehr unter seim regiment sich mehr, dieweil gott hat in seiner hend des keisers herz und regiment H. Sachs 4. 2, 52
b. ei seit ir denn all mit einander ehbrecher und hurer allesander dieweil ir euch all niederhaucht 4. 3, 40
a. derhalb, bruder, hab dir die wahl, dieweil und du der älter bist 5. 2, 248
b. dieweil bei jungen und auch alten Esopus in solchem wert gehalten ist worden Alberus 1. noch dann bedaucht die Römer nit das sie ware freiheit erlangt hetten, dieweil der nam und das geschlecht Tarquinii noch in der stadt blieb
Livius von Schöfferlin 24
a. wir lassen nicht nach bisz du es uns sagest, dann es wird uns ein groszer trost sein, dieweil wir ein gleichnus unsers unfalls hören
Buch der liebe 181, 1. dieweil gar vil menschen sind, die sich also gar hart ab dem tod entsetzen G. Wickram
Bilger vorr. A 2. dieweil neben meinem vätterlichen erbgut vil meiner hinderlassenen schriften und gedichten verloren Weckherlin
vorr. zu den weltl. ged. dieweil er ein arzet war und wust was Hippocras im sechsten buch epidemie lehret Fischart
Garg. 12. lasz uns genieszen deiner gunst, dieweil du doch entspringst bei uns
ders. Schiff 268. man sprach auch zu den schiffartgesellen das sie sich frölich wolten stellen, diweil man um ergetzlichkeit wär zsamen kommen also weit 841. und das gwis Zürch müsz sein glückselig und Strasburg gwis nicht unglückselig, diweil die stras auf Strasburg ie ganz glückhaft sei, wie man spürt hie 1085. dieweil aber die alte welt mehr des schwerdtes als der feder sich gebrauchet hat Micrälius 1, 1. jedoch und dieweil ir thut jehn dasz es euch sei unwissent geschehn. Ayrer
Fastnachtsp. 16
b. du schlugst im aber (
den kampf) allezeit verächtlich ab ausz unterscheid ewrer person, dieweil du bist ein könig, und er geringer ist Fuchs
Mückenkr. 2, 65. vom trauren, das selbst ihr dieweil ihr noch nicht kommt, verursacht habt in mir. P. Fleming 64. lasz mich, dieweil ich musz. schau was mich von dir reiszt 614. nur dieses glaubt er rein, dieweil der arme tropf das gerne glaubt, das ihm sonst war nach seinem kopf. Dieter. v.
d. Werder
Ariost 1. 56, 7. wie vielmehr solte es unsere christliche obrigkeit thun und keinen müsziggang in der gemeinde leiden, dieweil sie wissen dasz müsziggang von gott verboten sei Schuppius 342. dieweil ich also vermerkt Henisch 680. dieweil kein einziger sich dessen rühmen kann. Canitz 16. ich musz es nur gestehn und schreib es unverholen, dieweil die feder mir durch liebe wird bewegt
quia amor calamum meum dirigit Hofmannswaldau. Frisch 2, 434
und Steinbach 2, 963
führen es an. ein könig weint. gib ihm die herschaft über dich, o welt, dieweil er weinen kann Gleim. dieweil dir ein gott die kraft und die grösze verliehen. Voss
Ilias 7, 288. dieweil nun affe, mensch und kind zur nachahmung geboren sind, erfanden wir, die zeit zu kürzen, ein auserlesnes pfaffenspiel Göthe. der abgebildete vergleicht sich billig heilgem dreikönige, dieweil er willig dem stern der ostenher wahrhaft erschienen, auf allen wegen war bereit zu dienen 2, 162. und ihr, die ihr vielleicht in euern schutz sie nehmt, dieweil sie lieblich aussieht und bethulich ist 11, 241. 22.
so lange, so lange als, die zeit hindurch. auch in dieser bedeutung ward im 17
ten jahrh. weil
allein gebraucht. [] und sprâchen alle samen sie ne wolden von der stunt di wîle si wâren gesunt ime niemer mê geswîchen Lambrechts
Alexander 4033. und fromete sînem kinde die wîle daz ez mochte leben Veldekes
Äneide 346, 9. die wîle ich weiz drî hove sô lobelîcher manne, sô ist mîn wîn gelesen und sûset wol mîn pfanne. Walther 34, 34. diu wunde niemer heil enwirt die wîle daz îsen drinne swirt: die wîle ein man treit sünden last so ist er rehter fröide ein gast Freidank 37, 4—7. die wîl die biutele klingent, die friunt dar gerne dringent 96, 1. der ohse kumberlîche lebt die wîle er wider dem garte strebt 139, 15. diu mûs hât bœse hôchgezît die wîle si in der vallen lît 141, 10. die wîle ich iemer mac geleben, so wil ich wider dem tôde streben 176, 7. die (
rothen streifen um den hals) behielden sie diwîl sie lebten Wackernagel
Leseb. 1. 985, 37. von dir ist mir vil geseit die weil ich pei der welt war. Suchenwirt 22, 53. aber er asz nit me dan einmal, dieweil er lebt Keisersb.
Sünden des munds 5
b. da blib im der hals krump, dieweil er lebt uf erden 46
a. euch beden herrn, diweil ich leb, dien ich das ich doch kein begeb. Schwarzenberg 128, 2. dwil Rom die wisheit hielt bevor, do gieng ir regiment enbor Gengenbach 4, 26. dieweil Nürnberg gestanden Götz v. Berlichingen 57. und die weil Mose seine hende empor hielt, siegte Israel
2 Mos. 17, 11. ich harre teglich, die weil ich streite, bis das meine verenderung kome
Hiob 14, 14. so lang bistu ein lieber man, dieweil man dein genieszen kan. E. Alberus
Fabeln 1, 48
b. die (
schäfer) dorften nicht wol sicher schlafen, dieweil sie lagen bei den schafen 1, 37
b. drei lehren die solten sie behalten, dieweil sie lebten Pauli
c. 18. die weil die menschen gewesen seind Dasyp. 315
b. herr vatter, zeig an die lere dein, so wil ich dir gehorsam sein, dieweil und ich das leben han H. Sachs 3. 2, 164
a. ewr tochter halten in fürstling ehrn, dieweil wir haben unser leben 4. 2, 39
a. ich hoffe dasz ihr mit der hülfe gottes vor den heiden, dieweil ihr lebt, wol genesen möchtet
Buch der liebe 268, 2. dergleichen (
schlacht) keine wurd vorbracht, auch keine künftig wird geschehen, dieweil der Rein ins meer wird gehen. Fuchs
Mückenkr. 3, 8. der mensch besorgt sich keines falles dieweil er frei, reich, gut und grosz, sein selbes herr, ob er wol landlosz, und habend nichts, hat er doch alles Weckherlin 386. o that die nie die welt, dieweil sie steht, gesehen! o that, dieweil die welt wird stehn, wird nie geschehen! Logau 1. 4, 47. dieweil er zart ist, dum est tener Steinbach 2, 963. 33.
unterdessen, während dem, in der zeit. dieweil
interim, interea, interdum Serranus
Synon. 51
d. wenn man den rechten grund einer guten sachen verbirget und grübelt, die weil ein loch drein zu machen Luther 3, 38
b. das er (
gott) dasselbe volk so lange lässet gehen, und die weil Esau empor hebet 4, 51
a. wir wollen die weil zusehen 4, 161. erstummen müssen sie und dennoch daneben hören das sie nicht alleine inen selbs zu dienst und gefallen solches alles erwelet, sondern auch die weil gottes gebot nachgelassen haben 4, 277
b. dieweil sie so redet, schaweten sie sie an
Judith 10, 15. sprich nicht 'was hilft michs und was hab ich die weil'
Sirach 11, 24. wir wölln die weil erbarlich leben. Waldis
Esopus 202
a. dieweil woll wir mit froling dingen im tempel than unser gebet H. Sachs 4. 2, 50
a. fraw königin, es ist mein bitt, wol dieweil sein eins frölichen muts 5. 2, 233
b,
[] derselbige starbe dieweil disz buch noch nicht vollbracht war
Buch der liebe 181, 1. bin der gefährlichste von allen! dieweil man mich für nichtig hält Göthe 13, 279.