Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Akkusativ m.
Akkusativ m.
Akkusativ m. ‘Wenfall’, vierter Fall der deutschen Deklination, entlehnt aus gleichbed. lat. (cāsus) accūsātīvus ‘die Anklage betreffender Fall’, zu lat. accūsāre (accūsātum) ‘anklagen’. Dies eine Fehlübersetzung von mißverstandenem griech. (ptṓsis) aitiatikḗ (πτῶσις αἰτιατική) ‘Ursache und Wirkung betreffender Fall’, das nicht zu griech. aitiā́sthai (αἰτιᾶσθαι) ‘beschuldigen, anklagen’ (entsprechend lat. accūsāre, s. oben) gehört, sondern Adjektivableitung von á͞ition (αἴτιον) ‘Ursache, Grund’ ist. Demnach bedeutet griech. aitiatikós (αἰτιατικός) ‘verursacht, bewirkt’, und ptṓsis aitiatikḗ bezeichnet exakt die Größe, auf die der Verbalbegriff am entschiedensten einwirkt oder die er verursacht. Dem Wortsinn von lat. accūsātīvus folgen Verdeutschungsversuche wie Klagendung (Gueinz 1641), Klagefall (Lessing 1759), die sich jedoch nicht durchsetzen können. Der Terminus erscheint lange Zeit nur in lat. Form und Flexion (seit etwa 1400), eingedeutschtes Akkusativ (zuerst Accusatif bei Antesperg 1747, Accusativ bei Adelung 1787) setzt sich erst im 19. Jh. durch.