Eintrag · Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)
afternel
Notker:
‚Nachkommenschaft, posteritas; Nach-(mhd. afterkunft, -kumft). S. af-
folge, successio‘
ter, kumft. – afterlâzAWB m. a-St., zweimal in Gl.:
‚Überlebender, superstes‘. S. lâz, lâzan. – afterleboafter
leboAWB (?) m. n-St., nur Gl. 2, 20, 32 (11. Jh., obd.;
vielleicht fälschlich für *-leibo, da die Hs. auch
sonst ei und e nebeneinander gebraucht):
‚Nachlebender, postumus‘. S. lebên. – afterleiboAWB
m. n-St., nur Gl. 1, 233, 35 (10. Jh., obd.; ge-
schrieben afterhlaibo):
‚Nachgeborener, Nachle-. Zss. aus after und *-leibo, ei-
bender, postumus‘
nem nomen agentis zur germ. Basis *līB-: *laiB-:
*liB- (→ lîban, leiba). Die Zss. ist entweder
ein urspr. jan-St. zum sw.v. -leiben oder gehört
zu den wenigen Bildungen mit o-Stufe zum
st.v. lîban. Die gewöhnliche Schwundstufe (ne-
ben der konkurrierenden e-Stufe) zeigt das
gleichbedeutende ubarlibo (s. d.). Vgl. Wil-
manns, Dt. Gr. II § 147 ff. – afterlingAWB m. a-St.,
nur in Gl.:
‚Mastdarm, extalis‘(nhd. mdartl. äf-
terling [bair.], afterling [schwäb.]). S. after,
-ling. – aftermorganlîhAWB adj., nur Murb. H.:
‚der. S. mor-
Morgenmesse folgend, postmatutinus‘
ganlîh. – afternelAWB m. a-St., nur Gl. 3, 437, 21
(11./12. Jh.):
‚Hinterkopf, occiput‘. S. nel. – Ahd.
Wb. I, 47 f.; Schützeichel3 2; Starck-Wells 16.