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zweideutig

nhd. bis spez. · 8 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
8 in 8 Wb.
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

zweideutig

zweideutig

deuten Vb. ‘zu erklären versuchen, auslegen, (mit dem Finger) auf etw. zeigen, hinweisen’. Ahd. thiuten (um 1000), mhd. diuten ‘verständlich machen, erklären, zeigen, übersetzen, bedeuten’, mnd. dǖden, mnl. dūden, dieden, nl. duiden, aengl. geþīedan ‘übersetzen’, anord. þȳða ‘deuten, erklären’, schwed. tyda, dän. tyde sind wie deutsch (s. d.) Denominativa zu germ. *þeuðō ‘Volk’, ie. *teutā ‘(Menge) Volk, Land’, das seinerseits t-Ableitung zur Wurzel ie. *tē̌u-, *teu̯ə- ‘schwellen’ (s. Daumen) ist. Die Bedeutung des Verbs kann danach etwa ‘vor dem versammelten Volk erklären, für das Volk verständlich machen’ lauten. Daraus entwickelt sich früh ‘(Vorgänge, Erscheinungen und Äußerungen) erklären, auslegen’ und ‘(aus einer fremden Sprache in die eigene) übersetzen’, auch ‘einen bestimmten Sinn haben, bedeuten’; in mhd. Zeit kommt ‘auf etw. zeigen, hinweisen’ dazu. – Deutung f. ‘Auslegung, Erklärung, Bedeutung’, mhd. diutunge, mnd. dǖdinge, nl. duiding. deutlich Adj. ‘klar erkennbar, verständlich, eindeutig’, spätmhd. diutlich, mnd. dǖdel(i)k, nl. duidelijk; vereinzelt mhd. frühnhd. diutelich, deutelich (mit Fugen-e), im 16./17. Jh. in adverbialer Verwendung gelegentlich diutelichen, deutelichen. deuteln Vb. ‘kleinlich, spitzfindig auslegen, (herum)deuten’ (1. Hälfte 16. Jh.), Iterativbildung zu deuten. zweideutig Adj. ‘zwei Deutungen zulassend, anzüglich’, seit der Mitte des 17. Jhs. als Verdeutschung von spätlat. aequivocus ‘doppelsinnig, mehrdeutig’ bezeugt, bald danach auch im Sinne von ‘unverständlich, rätselhaft, unklar’. Im 18. Jh. entwickelt zweideutig die Bedeutung ‘anzüglich, schlüpfrig’, die mehr und mehr an Gebrauchshäufigkeit zunimmt. bedeuten Vb. ‘einen bestimmten Sinn haben, von bestimmtem Wert, von Wichtigkeit sein’, ahd. bithiuten ‘meinen, bedeuten’ (11. Jh.), mhd. bediuten ‘andeuten, verständlich machen, mitteilen, urteilen’, auch reflexiv sich bediuten ‘bedeuten, zu verstehen sein’; dazu bedeutend Part.adj. ‘beachtlich, bemerkenswert, wertvoll, bedeutungsvoll’ (18. Jh.), ursprünglich ‘auf etw. hindeutend, etw. ausdrückend’; bedeutsam Adj. ‘wichtig, vielsagend, bedeutungsvoll’ (Ende 18. Jh.); Bedeutung f. ‘Sinn, Wort-, Begriffsinhalt, Wichtigkeit’, mhd. bediutunge ‘Auslegung’.
2228 Zeichen · 68 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Zweideutigadj, adv

    Campe (1807–1813) · +2 Parallelbelege

    Zweideutig , — er, — ste , adj . u. adv . so beschaffen, daß es ohne Zwang auf zweierlei Art gedeutet werden kann, doppe…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    zweideutig

    Goethe-Wörterbuch

    zweideutig [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. modern
    Dialekt
    zweideutig

    Bayerisches Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    zweideutig Band 3, Spalte 3,1639f.

  4. Spezial
    zweideutig

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    zwei|deu|tig I adj. 1 dal significat dopl, ambivalënt (-nc, -a) 2 (verdächtig) dubius (-sc, -iosa) II adv. te na manira …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit zweideutig

2 Bildungen · 1 Erstglied · 0 Zweitglied · 1 Ableitungen

Ableitung von zweideutig

zweideuteln + -ig

zweideutig leitet sich vom Lemma zweideuteln ab mit Suffix -ig, auf Verb-Stamm zurückgeführt.

Zerlegung von zweideutig 2 Komponenten

zwei+deutig

zweideutig setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

zweideutig‑ als Erstglied (1 von 1)

zweideutigkeit

DWB

zweideutig·keit

zweideutigkeit , f. , zu zweideutig im 17. jh. gebildet. 1 1) zweideutigkeit als doppelsinnigkeit, die eine zweifache auslegung eines wortes…

Ableitungen von zweideutig (1 von 1)

unzweideutig

DWB

unzweideutig , adj. adv. , nicht zweideutig ( s. d. ). erst bei Campe verzeichnet. dän. utvetydig; schwed. otvetydig: die unzweydeutige mine…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „zweideutig". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 14. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/zweideutig/pfeifer_etym
MLA
Cotta, Marcel. „zweideutig". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/zweideutig/pfeifer_etym. Abgerufen 14. May 2026.
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Cotta, Marcel. „zweideutig". lautwandel.de. Zugegriffen 14. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/zweideutig/pfeifer_etym.
BibTeX
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