zuzug ,
m. nur selten auf der trans. verwendung von zuziehen
beruhend, auch nicht auf dem einfachen wort zug,
s. o. sp. 377,
wie zuziehung: mit zuezug desz landschäftlichen auszschusses graf v. Brandis
tirol. adler (1678) 195.
ggth. abzug: zu- und abzüge (
bei steuern)
hdwb. d. staatswiss. 4, 554.
intr. aa)
in älterer spr.: wir han keinen andern zuzoch, darumb du alle mentschen zu dir hoch haist getzogen in dine gewalt
pilgerfahrt d. träumenden mönchs 11221
B.; dasz besament die wiseln umb und umb mit ainem haimlichen z. K. v. Megenberg
b. d. natur 281
Pf.; podagra ist ein z. in den nutrimenten Paracelsus
opera 3, 480
H.; ich wolt auch nit gern, dasz ir diese meine reisz für ein abzug von euch solten deuten, weil es vil mehr ein z. zu einem besseren stand ist H. Fabricius
ausz. bewerter hist. (1599) 420. bb)
nur in älterer spr. beziehung: dasz er nach siner natur etwas gott näher anerborn ... etwas zuozugs zu im hat Zwingli
dtsche schr. 1, 58. cc)
die vorherschende bedeutung war früher hilfszug: weiter hilff und zuzugs zu gewarten H. Lutz
bericht (1530) b 1
a; habent si ... kaiser Fridrichen B. ... hantliche hilff und zuzug geton Tschudi
chron. helvet. 1, 104; alsz ihm etliche den z. zu churfürsten G. von Cölln widerriethen Lehmann
floril. polit. (1662) 3, 285; das er disen z. den Franzosen stark genueg macht
Wilwolt v. Schaumburg 104
lit. ver.; eiliger z. benachbarter eidgenossen dämpfte nach kurzen gefechten ... die empörung schnell Zschokke
ausgew. schr. 9, 133; zahlreiche parteigenossen umliegender kantone hatten ihren z. zugesagt G. Keller 4, 190; wenn z. käme Bismarck
ged. u. erinn. 1, 40
volksausg. das wort ist ausgebildet in der Schweiz und dort auch besonders heimisch, in der letzten bed. in den österr. ländern. z.
sind auch die zur hilfe kommenden krieger: demnach seind ... in dem z. kommen L. W. mit hundert pferden H. Megiser
annales Carinthiae (1612) 1168; der den nürnbergischen z. in der heerfolge Maximilians gegen die Schw. geführt G. Keller 2, 186; der Reichenauer z. brachte einen zuwachs von neunzig streitbaren männern Scheffel
ges. w. 1, 252; wo er sich ... durch zuzüge aus dem süden auf 50 000 mann verstärkte Moltke 7, 170.
der z.
als persönliche verpflichtung: darauf gebot er in allen königreichen den persönlichen zuzug W. Dillich
ungar. chr. (1600) 251; die andre hälfte (
der einwohner) blieb der ersten zum zuzuge bestimmt und trat an der ersten platz A. v. Haller
Alfred 69; man war jeden augenblick der mahnung zum z. gewärtig Jer. Gotthelf
ges. schr. 16, 369.
[] dd)
der z.
zu den bewohnern oder einwohnern: und auf das ein zuozug und kein mangel an einwohnern wurd S. Franck
chr. 23
a; überreste der alten stämme ..., durch zuzüge aus Altbritannien verstärkt Ranke
s. w. 8, 13; dasz die meisten markgenossenschaften schon in sehr früher zeit sich gegen neuen z. von fremden abschlossen Schwappach
hdb. d. forstgesch. (1886) 1, 21; im süden erfolgte der z. der entdecker von der provinz San Paulo her v.
d. Steinen
naturvölker Zentralbrasiliens 517; durch auswärtigen z. wächst das dorf
hdwb. d. staatswiss. 5, 788;
die zeit der lohnbewegungen schafft das schlagwort: z. fern halten! zz.
war im nordischen handel mit häringen eine marke Hübner-Rüder 4, 1034,
drei zirkel D. Schäfer
d. buch des vogts auf Schonen lxi,
in ganz Deutschland bekannt: es wird von der Schonfahrercompagnie bei einem hochweisen rath gesucht diesen circul zu ziehen und solches nennet man den z. E. G. Happel
relationes curiosae (1685) 2, 65
b. —
zusammensetzungen mit zuzug,
meist zuzugs-,
in den verschiedenen bedeutungen. 1)
hilfs- und ersatztruppe: zuzugsführer, -heer, -krieger, -mannschaft, -ordnung, -pflichtig, -regiment, -truppen, zuzugslinie, -strasze. 2)
wie zuwanderung: