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zuvörderst

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

zuvörderst adv.

Bd. 32, Sp. 887
zuvörderst, adv. , ahd. zi vorderost Graff 3, 633, zi vorderist; mhd. ze vorderest, ze vorderist, ze vorderost mhd. wb. 3, 380b; Lexer 3, 465. umgelautete und nicht umgelautete formen zunächst neben einander, das umgelautete zuvörderst kommt mit ausgang des 17. jh. besonders in der einheitlichen bedeutung 'vorzüglich' zum durchbruch. dagegen wird es in der rein örtlichen verwendung durch die nicht umgelautete form unterschieden; s. die belege unten. nebenformen, die auf zevorderist beruhen, bis ins 17. jh. vereinzelt: zevorderist Lori baier. bergrecht 20 (1409); zuo vordrist Kaisersberg granatapfel (1510) f 6b; zuvorderist J. B. Schupp schr. (1663) 724; zufardirste lehnsurk. Schlesiens 1, 463. im 17. jh. einzeln zufoderst J. Rist n. teutscher parnasz (1652) a xia; A. Buchner poetik (1665) 9; A. Olearius beschr. orient. insuln (1696) 168; Schottel haubtspr. (1663) 60. es folgt dem gleichzeitig beliebten fodern s. th. 3, 1866, das auch die schreibung mit f befördert hat. besonders haftet sie an zuförderst, das als ein besonderes wort empfunden wurde: A. Gryphius trauersp. 145; Buchner anl. zur poeterei (1665) 32; Chr. Weise polit. redner (1677) 35; Lohenstein Armin. (1689) 1, 11a; Thomasius kl. dtsche schr. 107 usw. bis Herder 5, 403 S. Ludwig teutsch-engl. lex. (1716) hat noch f und v, die späteren wbb. nicht mehr, wie die an vor, zuvor, vorder anschlieszende schreibung zuvörderst gegen ende des 18. jh. sich durchsetzte. bedeutung: 11) örtlich: bleibt allain zuoforderst am geschwell steen Schaidenreiszer Od. vorr. 4; wann es nach dem krebs gehen soll, so werden die ... schämel auf die bänck steigen, ... der bauch zuovorderst gehn Fischart praktik 19 ndr.; sie giengen mit einander hin, der truchses zuovorderst und der gebettene hernach Kirchhof wendunmuth 1, 97 lit. ver.; (Agamemnon) schnitt beeden lämmeren das haar, zu vorderst von dem kopf herab J. Spreng, Ilias 35a; er fuhr auf einem ... wagen, welchen hinten zwei wasserpferde, zuförderst zwei meerkälber unterstützten Lohenstein Armin. (1689) 1, 1194a. in der neueren unterscheidung gegen zuvörderst: da kam auf einmal ein prächtiger zug von schönen rittern, und zuvorderst ritt der allerschönste kinder- u. hausmärchen 1, 368; ich sollte lachen, und das weinen ist mir zuvorderst Jer. Gotthelf ges. schr. 3, 91; zuvorderst (im schlitten) sasz meine frau, darauf kam ich, und knapp hinter mir hielt der wirt leitseil und peitsche L. Finckh inselfrühling 35. deutlich geschieden: der da zuvorderst steht im schiff, das musz der Blücher sein Rückert w. (1867—69) 1, 175; zuvörderst musz ihm doch im eignen haus die liebe wohnen und im eignen leben 1, 118. selten abweichend: aber so musz es allen ergehen, die von der natur abweichen, welche das hinterste zu vörderst stellen Göthe II 2, 228 W. 22) zeitlich, der reihe nach: waschet zuvorderst euere hände Moscherosch insomnis cura 92 ndr.; so müszt ihr, ohn euch viel zu quälen, zuvörderst bitten, dann befehlen Göthe 15, 276 W. (Faust 10757); unter den erbfähigen verwandten erbte dann zuvörderst der mannesstamm Eichhorn dtsche staats- u. rechtsgesch. 1, 194; sie solten zuforderst das stehlen einstellen (die diebe, die den kaiser bitten, den galgen abzuschaffen) Lehmann floril. polit. (1662) 1, 138. im denken und reden: um die copie des Franzosen richtig zu beurtheilen, müssen wir zuvörderst das original des Italieners kennen lernen Lessing 9, 337 M.; zuvörderst also möge von der rechtschreibung orientalischer namen die rede sein Göthe 7, 252 W.; bei dieser ansicht ... sind zuvörderst die lautverhältnisse der verschiedenen deutschen mundarten unerwogen geblieben Jac. Grimm kl. schr. 6, 302. bes. in der briefeinleitung, vgl. zuvor: zuvörderst grüsze ich das doppelte neue ehepaar Gellert w. 10, 77; nun denn also z. meinen verbindlichen dank für das angenehme geschenk ihrer theatralischen werke Lessing 18, 55 M.; zuvörderst kann ich ihnen nicht genug ausdrücken ..., wie sehr mir das kleine gedicht willkommen war Göthe IV 8, 273 W. 33) für das, was im interesse voransteht, besonders, vornehmlich: drumb sol man den leuten zuforderst mit vleis einbilden solchen groszen zorn gottes, das er die sunde damit gestrafft hat Luther 26, 221 W.; nun seid die volkomenhait christenlichs lebens zuovorderst und wessenlich steet in der lieb Keisersberg granatapfel (1510) f 5a; er ist ein böser narr, zuvörderst wann er gesoffen hat Kramer 2, 1217c; zuvorderst folget der natur! Bodmer samml. crit. poet. schr. (1741—44) 1, 54; zuvörderst wünschte er die versöhnung mit dem papste Treitschke dtsche gesch. 5, 277.
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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Zuvörderst

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Zuvörderst , ein Adverbium der Ordnung, vor allen andern Dingen. Wir wollen zuvörderst diese Sache in Ordnung bringen. E…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    zuvörderst

    Goethe-Wörterbuch

    zuvörderst [bisher nicht publizierter Wortartikel]

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