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zutraulich

nhd. bis spez. · 8 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
8 in 8 Wb.
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

zutraulich

zutraulich

trauen Vb. ‘keine Vorbehalte, kein Mißtrauen haben, Glauben schenken, ehelich verbinden, verheiraten’, reflexiv ‘wagen, etw. zu tun, den Mut zu etw. haben’, ahd. trū(w)ēn ‘(ver)trauen, glauben, hoffen, zutrauen’ (um 900; vgl. fir-, gitrū(w)ēn, um 800), mhd. trūwen ‘Zuversicht haben, hoffen, glauben, trauen, sich getrauen, (an)vertrauen, ehelich verloben, (an)trauen’ (daneben mit ungeklärtem Umlaut mhd. triuwen, nhd. treuen bis 16./17. Jh.), asächs. trūon ‘vertrauen’, mnd. trūwen ‘(ver)trauen, ehelich verbinden’, mnl. betrūwen ‘vertrauen’, aengl. trūwian (daneben trēowian als Ableitung von trēow f.), engl. (älter) to trow, anord. trūa ‘vertrauen, glauben’, schwed. tro ‘glauben, trauen’, ablautend got. trauan ‘(ver)trauen’. Das gemeingerm., teilweise intervokalisches w aufweisende Verb ist gebildet zu den Ablautformen ie. *drū- bzw. (für das Got.) *drōu̯- der unter treu (s. d.) genannten Wurzel, zeigt also ähnliche Lautformen und Lautentwicklungen wie bauen (s. d.). Die Ausgangsbedeutung ist ‘fest, treu (in seinem Verhalten, seiner Meinung) sein’. Aus im Ahd. und Mhd. geläufigem ‘glauben, hoffen, zutrauen’ entwickelt sich ‘vertrauen, Glauben schenken’; ‘zuversichtlich hoffen’ geht bei reflexivem Gebrauch über zu ‘wagen, riskieren’ (16. Jh.). Seit dem 13. Jh. steht trauen für ‘ehelich verbinden’, d. h. ‘dem Manne zur Frau geben’, eigentlich ‘anvertrauen’. Zu sich trauen ‘den Mut zu etw. haben’ die umgangsprachliche Abstraktbildung Traute f. ‘Mut’ (berlin., Ende 19. Jh.). Trauung f. ‘Eheschließung’ (2. Hälfte 16. Jh.), mnd. trūwinge (um 1420); vgl. spätmhd. trūunge ‘Vertrauen’. Trauring m. (16. Jh.). Trauzeuge m. (Ende 18. Jh.). betrauen Vb. ‘jmdm. die Ausführung und Angelegenheit vertrauensvoll übertragen’ (17. Jh.), älter ‘vertrauen’, auch ‘sich verloben, heiraten’ (16. Jh.). vertrauen Vb. ‘sich worauf verlassen, fest glauben’, älter ‘anvertrauen’, ahd. firtrū(w)ēn (um 800), mhd. vertrūwen, vertriuwen ‘(ver)trauen, anvertrauen, versprechen, geloben, (sich) verloben oder vermählen, kirchlich trauen’; vertraut Part.adj. ‘beherzt, zuversichtlich, zuverlässig’ (16. Jh.), ‘eng befreundet, gut bekannt’ (17. Jh.); Vertrauen n. ‘fester Glaube an jmds. Zuverlässigkeit und Treue, Zuversicht’ (15. Jh.); vertraulich Adj. ‘nicht für die Allgemeinheit bestimmt, offenherzig, vertraut’ (16. Jh.). anvertrauen Vb. ‘vertrauensvoll übergeben, in Obhut geben, vertraulich, im geheimen mitteilen’, reflexiv ‘sich vertrauensvoll an jmdn. wenden’ (16. Jh.), zuerst im Sinne von ‘zutrauen, vertrauen’. zutrauen Vb. ‘von jmdm. glauben, daß er die Fähigkeiten, Eigenschaften für etw. besitzt’ (16. Jh.), früher auch ‘anvertrauen’; Zutrauen n. ‘Glaube an jmds. Fähigkeiten und Zuverlässigkeit’ (18. Jh.); zutraulich Adj. ‘voller Zutrauen, vertrauend’ (18. Jh.).
2773 Zeichen · 105 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Zutraulich

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Zutraulich , -er, -ste, adj. & adv. Zutrauen hegend und darin gegründet. Sie sahe mich so zutraulich an, Herm. Sie forde…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    zutraulich

    Goethe-Wörterbuch

    zutraulich [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. modern
    Dialekt
    zutraulich

    Bayerisches Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    zutraulich Band 4, Spalte 4,215

  4. Spezial
    zutraulich

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    zu|trau|lich adj. 1 (vertraut) confidënt (-nc, -a), confidenzial (-ai, -a), de crëta 2 familiar (-s, -a) 3 (gutmütig) bu…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit zutraulich

2 Bildungen · 1 Erstglied · 0 Zweitglied · 1 Ableitungen

Ableitung von zutraulich

zutrauen + -lich

zutraulich leitet sich vom Lemma zutrauen ab mit Suffix -lich, auf Verb-Stamm zurückgeführt.

zutraulich‑ als Erstglied (1 von 1)

zutraulichkeit

DWB

zutraulich·keit

zutraulichkeit , f. , zuversichtlichkeit, selbstvertrauen: eine solche z. auf das vermögen der generale und soldaten literaturbr. 20, 67. sc…

Ableitungen von zutraulich (1 von 1)

unzutraulich

DWB

unzutraulich Campe, unzutraulichkeit Bettine an Arnim 206 . —

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „zutraulich". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 15. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/zutraulich/pfeifer_etym
MLA
Cotta, Marcel. „zutraulich". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/zutraulich/pfeifer_etym. Abgerufen 15. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „zutraulich". lautwandel.de. Zugegriffen 15. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/zutraulich/pfeifer_etym.
BibTeX
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