zusenden,
v. , zuosenden Lexer 3, 1186;
mnd. tosenden;
mnl. toesenden Verwijs-Verdam 8, 466.
in der regel nur an personen. 11)
einem eine person, ein lebendes wesen z.: einem einen abgeordneten, boten z. Kramer 2, 770
b; er hat auch einen lehrling aus L., den ich ihm vor einem jahr zusandte Just. Kerner
bilderbuch 99; indessen wurde das pferd ... dem ... prinzen auf einem besonderen wagen zugesandt
Leipziger avanturieur 1, 88; von der ... verstorbenen witwe ist ... verordnet worden, es solle das kind ... seinen deutschen verwandten zugesandt werden G. Keller 3, 262. 22)
einem gegenstände z.: ist min unterthenig ... bitt, mir ein karren holtz gnediclich zuozesenden Riederer
spiegel d. waren rhetorik (1493) 44
b; das schiff, so ihnen die Cl. zugesandt hatte A. U. v. Braunschweig
Octavia 4, 199; dasz die gantze wendische nation ... ihme jährlichen tribut und zins zusandte Micrälius
Pommerland (1641) 2, 167; dasz ihm der zusende pergament und farben und köstliche tinte Scheffel
ges. w. 1. 220.
besonders briefe, botschaften
u. ä. Kramer: meinem grosgünstigen herren zu ainer ergetzligkait ... zuogesendet Schaidenreiszer
Od. vorr. 7; einige briefe ..., die mir von einer unbekannten hand zugesendet worden sind Rabener
s. w. 3, 160; nichts weiter als dasz er dem commandanten ... den schriftlichen befehl zusandte, sich aufs äuszerste zu halten Dahlmann
frz. revol. 233. 33)
hülfe, trost z.: ligt wie auff fewring rost, wo ihr nicht zusendt ein trost H. Sachs 17, 67
K.; wenn sie nichts besseres wissen, so warten wir auf den succurs, den euch S. gewisz zusendet Göthe 13, 1, 295
W.; der herzog von G. hatte ihm hülfe zuzusenden versprochen Ranke
s. w. 1, 247. 44)
die vorstellung des sendens tritt mehr und mehr zurück, wasser, licht u. ä. z.: Crain und Friaul ... alle ihre flüsse vermittelst der Drau und Sau ... der Donau zusenden S. v. Birken
Donaustrand (1684) 47; ohne dasz der Niger ... diesem vermutlichen westarme seinen wasserüberflusz zuzusenden brauchte Ritter
erdk. 1, 311; der mond ... erhielt in seiner nachtseite das grüne erdenlicht, welches ihm bei wolkenfreiem himmel die waldgegenden von Südamerika zusendeten A. v. Humboldt
kosmos 3, 498; als ... selbst zerstückte gewitter um den rand des horizontes standen und sich gegenseitig blitze zusandten Stifter
s. w. 1, 204; einen dünnen zweig, ..., welcher an der ulnararterie hinabgeht, ihr ästchen zusendet Sömmerring
bau d. menschl. körpers 4, 567. 55)
räumlich ist etwas hörbar zusenden: nach langer zeit hörten sie ein glöcklein, das ... das erste zeichen war, das ihnen die niederen gegenden wieder zusandten Stifter
s. schr. 5, 1, 254; die rufe, welche die insulaner seinem schiffe zusandten Ratzel
völkerk. 2, 380. 66)
das räumliche tritt ganz zurück, es bleibt im ganzen das zutheilwerden lassen, bes. von göttlicher wirkung: die mengi dero rosen daz sind dú mengvaltigú liden, dú im got wil zuosenden Seuse 102
B.; dass ... alles aus schickung gottes sein müste, der ... mir zu trost diesen botschaffter zugesand hatte Moscherosch
gesichte 2, 797; ich weisz, dasz mir disz creutz und schmertz dein vaterhand zusendet P. Gerhard
bei Fischer-Tümpel 3, 389
a; der gott, der mir durch Karln tränen zusendet, wird sie durch dich, mein Franz, aus meinen augen wischen Schiller 2, 20 (
räuber 1, 1)
G. neuerdings in freierer weise: das musz man sich denn also gefallen lassen und dir dagegen soviel liebe zusenden als möglich Göthe IV 21, 128
W.; und nach den zärtlichen blicken, die er jeder (
von den damen) zusandte, ... zu urteilen, muszte er mit allen in genauen verhältnissen stehen W. Hauff
s. w. 2, 148; bis sie (
die gedanken) in der heimat anlangten und mir von dort aus die neue sorge zusandten, dasz die mutter meine lage ahnen und sich darüber bekümmern könnte G. Keller 3, 45.
aus der barockzeit stammen die heute vulgär gewordenen wendungen einen dem tode z.
u. ä.: die arme, wie man weisz, war darob so betrübet, dasz sie ein mordstück hätt an ihrer frucht verübet, wenn nicht der schnelle tod das abgekränckte pfand noch vor der sechsten nacht der gruben zugesandt Gryphius
ged. 576
P.; nein, es soll mein auge nicht sehn, die ihr jetzt der verwesung, grausam oder gerecht zusendet! Klopstock
Messias 9, 278; der frevel wird gestraft, gerächt der feinde blut, und eine schuldige dem orkus zugesendet Schiller 7, 364
G. ebenso dem himmel, den vätern z. Eichendorf
s. w. 4, 471; Drollinger
ged. 90. —