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zitterig

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

zitterig adj.

Bd. 31, Sp. 1689
zitterig, zittrig, adj. , zitternd. seit dem ende des 15. jhs. bezeugte ableitung zum verb zittern, die sich gegenüber konkurrierendem, in frühnhd. zeit noch vorherrschendem zittericht (s. d.) seit dem 18. jh. durchgesetzt hat. lexikalisch schon früh belegt: tremefactus zitterig (15. jh.) Diefenbach gl. 594a; zittriger, bidmiger, wegiger tremidus, tremulus voc. teut. (Nürnberg 1482) pp 8a; vast zitterig tremebundus Dasypodius (1536) 465a; zitterig oder zitternd das vil zittert Duez germ.-gall.-lat. (1664) 717; zitterig sehr zitternd Campe 5, 876b. zu den anwendungsbereichen des wortes vgl. zittern. 11) vom menschen, meist mit dem nebensinn des schwächlichen, bes. von alten menschen: von allen gelidern ein schwach, zittrig und perlisiech mentsch J. v. Watt dt. hist. schr. 1, 131 Götzinger; der gantze kopf ... (ist) zitterig Lichtenberg Hogarth. kupferstiche (1794) 4, 281; einmal auch konnten seine zitterigen hände das schüsselchen nicht fest halten br. Grimm kinder- u. hausmärchen (1812) 1, 356; er ist ... zittrig, scheinbar nur haut und knochen Gerhart Hauptmann d. weber (1892) 95; ihr altes, zitteriges köpfchen (liesz sie) nur immer tiefer vor sich niederhängen A. Schebest leben (1857) 16; immerzu lallte der zittrige alte O. M. Graf unruhe (1948) 362; en âlen ziddereche männchen wb. d. luxemb. ma. 504a. besonders von der hand beim schreiben (vgl. zittern 1 c): das schreiben wird mir schwer von wegen der zitterigen hand Holtei erz. schr. (1861) 15, 8. dann auch von den schriftzügen: meinem vater, der keine expedite hand schrieb, und dessen deutsche schrift klein und zittrig war, konnte nichts erwünschter sein (als ein guter schreiber) Göthe I 26, 224 W.; (der) zittrigen handschrift Hebbel w. I 8, 324 Werner. mit der bedeutungsnuance der furcht (vgl. zittern 1 a β; zitterlich 1), fast im sinne von ängstlich: pusillanimis zaghaft, verzagt, erschlagen, zitterig, kleinhertzig Schöpper synonyma 27b Schulte-K.; wiewol dem gewissern unser gemüt auszweist nach zu herschen, mag doch uns nit wenig zitterig machen und erschütten der alten wolerfahrnen artzten ermanung Paracelsus opera (1616) 1, 477 Huser; ich nebst meiner gesellschaft waren sehr zitterig E. M. Arndt schr. (1845) 1, 194; Fontane ges. w. (1905) I 5, 41. vereinzelt und ganz ungewöhnlich wird das wort auf ein abstraktum bezogen: es ist eine merkwürdig feierliche, zitterige, tränenhafte, geheimnisvolle, närrische sache W. Raabe s. w. I 6, 30. 22) von gegenständen: ein zittriges geländer daheim (20. 7. 1933) 15a; atemlos starr verhält sich das sonst so zittrige pappellaub Werfel Bernadette (1948) 53. im ostmd. erhält das substantivierte neutrum mundartlich die bedeutung 'gelee' (vgl. 4zitter 2 b): schles. zitterichs sulz Blumer Nordwestböhmen 96; zittriches Knothe Nordböhmen 554. 33) von akustischen erscheinungen: ist ihre stimm zittrig ...? Ludwig ges. schr. (1891) 2, 324; zittrige kardinalstimmen Hensel familie Mendelssohn (1879) 2, 117; den zittrigen seufzer Cl. Viebig d. vor d. toren (1949) 242. im sinne von tremulierend (vgl. zittern 3 b): das zittrige der melodie Fontane ges. w. (1905) I 6, 215; Schweitzer Bach (1948) 327. 44) von optischen erscheinungen: ein ziegelroter schmetterling, die einzige farbe in all dem zittrigen schimmer, umwebert unaufhörlich den hals des ungetüms Liliencron s. w. (1896) 5, 114; der smaragd an seinem finger wirft einen geheimnisvollen zittrigen feuerfleck auf die ins ungeheure strebende schwarz getäfelte decke Handel-Mazzetti Stephana Schwertner 1 (1912) 342; das zittrige licht in der bauernstube A. Seghers d. toten bl. jung (1950) 36.
3648 Zeichen · 90 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Zitterigadj, adv

    Campe (1807–1813) · +2 Parallelbelege

    Zitterig , adj . u. adv . sehr zitternd.

  2. modern
    Dialekt
    zitterigAdj.

    Pfälzisches Wb. · +3 Parallelbelege

    zitterig Adj. : ' rasch fahrige kleine Bewegungen hin und her machend, wackelig ', zidderich (dsidəriχ) [vereinzelt, Krä…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit zitterig

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Ableitung von zitterig 2 Analysen

zitteln + -er + -ig

zitterig leitet sich vom Lemma zitteln ab mit Suffixen -er und -ig, auf Verb-Stamm zurückgeführt.

Alternativen: zitter+-ig

Keine Komposita gefunden — zitterig kommt in keinem anderen Lemma als Erst- oder Zweitglied vor.

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „zitterig". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 11. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/zitterig/dwb?formid=Z07530
MLA
Cotta, Marcel. „zitterig". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/zitterig/dwb?formid=Z07530. Abgerufen 11. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „zitterig". lautwandel.de. Zugegriffen 11. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/zitterig/dwb?formid=Z07530.
BibTeX
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