lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

Zittel

mhd. bis Lex. · 4 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
Anchors
4 in 4 Wb.
Sprachstufen
3 von 16
Verweise rein
5
Verweise raus
1

Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Zittel

Bd. 20, Sp. 964
Zittel, 1) Karl, Führer des kirchlichen Liberalismus in Baden, geb. 21. Juni 1802 in Schmieheim, gest. 28. Aug. 1871 in Karlsruhe, war seit 1834 Pfarrer in Bahlingen, seit 1849 in Heidelberg. Als Mitglied der badischen Ständekammer ist er besonders 1845 durch seinen Antrag zugunsten der Religionsfreiheit bekannt geworden. Später gehörte er zu den Gründern des Protestantenvereins und gab 1857–1864 die erbauliche Zeitschrift »Der Sonntagabend« heraus, aus der Zittels eigne Arbeiten von seinem Sohn unter gleichem Titel gesammelt erschienen (Berl. 1893, 2 Bde.). – Sein Sohn Emil, geb. 14. Aug. 1831 in Lörrach, gest. 23. Jan. 1899 in Karlsruhe, seit 1874 Dekan, später Kirchenrat in Karlsruhe und Mitglied der badischen Generalsynode, machte sich ebenfalls um die Entwickelung der evangelischen Kirche in Baden verdient und schrieb: »Die Entstehung der Bibel« (Karlsr. 1872; 5. Aufl. in Reclams Universal-Bibliothek, Leipz. 1891); »Bibelkunde« (11. Aufl., Karlsr. 1893); »Dr. M. Luther von 1483–1517« (das. 1883); »Wie Jesus von Nazareth der Messias oder Christus wurde« (Berl. 1893); »Die Schriften des Neuen Testaments dem deutschen Volke übersetzt und erklärt« (Karlsr. 1894); außerdem »Rings um die Jungfrau, Touristenblätter« (das. 1874). 2) Karl Alfred von, Geolog und Paläontolog, Sohn des vorigen, geb. 25. Sept. 1839 in Bahlingen, gest. 5. Jan. 1904 in München, studierte in Heidelberg und Paris, arbeitete seit 1861 an der Geologischen Reichsanstalt in Wien und wurde Assistent beim Hofmineralienkabinett. 1863 habilitierte er sich an der dortigen Universität, ging aber noch in demselben Jahr als Professor der Mineralogie nach Karlsruhe und 1866 als ordentlicher Professor der Paläontologie und Direktor des Paläontologischen Staatsmuseums nach München. Z. begleitete im Winter 1873/74 die Rohlfssche Expedition nach der Libyschen Wüste, und wesentlich durch seine Arbeiten (s. unten) erhielt dieselbe ihren großen Wert. 1899 wurde er Präsident der Münchener Akademie der Wissenschaften und Generalkonservator der wissenschaftlichen Sammlungen Bayerns. Er schrieb: »Paläontologische Studien über die Grenzschichten der Jura- und der Kreideformation« (in den »Paläontologischen Mitteilungen aus dem Museum des königlich bayrischen Staats«, Bd. 2, Kassel 1868–83, mit Atlas); »Geologische Beobachtungen aus den Zentralapenninen« (in Beneckes »Geognostisch-paläontologischen Beiträgen«, Münch. 1869); »Aus der Urzeit« (2. Aufl., das. 1875); »Briefe aus der Libyschen Wüste« (das. 1875); »Handbuch der Paläontologie« (Bd. 1 bis 3: Paläozoologie, das. 1876–93; Bd. 4: Paläophytologie, von Schimper und Schenk, 1890; auch ins Französische übersetzt); mehrere Arbeiten über den Bau und die Klassifikation der fossilen Schwämme (in den »Abhandlungen der bayrischen Akademie der Wissenschaften«, 1877 u. 1878); Berichte über seine Reise nach Schweden und Norwegen (Stuttg. 1860); »Beiträge zur Geologie und Paläontologie der Libyschen Wüste« (im Rohlfsschen Reisewerk, das. 1883; 2. Teil von Loriol); »Die Sahara« (das. 1883); »Grundzüge der Paläontologie. Paläozoologie« (Münch. 1895, 2. Aufl. 1903); »Geschichte der Geologie und Paläontologie bis Ende des 19. Jahrhunderts« (das. 1899). Für das Novara-Reisewerk bearbeitete er die fossilen Mollusken und Echinodermen von Neuseeland (Wien 1863); auch beteiligte er sich an der geologischen Aufnahme Badens durch Publikation der Sektionen Möhringen und Mößkirch (Karlsr. 1867), gab die Zeitschrift »Paläographica« (bis 1885 mit Dunker, seitdem allein) und seit 1879 mit Haushofer »Paläontologische Wandtafeln und geologische Landschaften« (Kassel, dann Stuttg. 1879–1901, 73 Tafeln; Tafel 74–83, hrsg. von Pompeckj, Stuttg. 1908) heraus. Vgl. Pompeckj, Karl Alfred v. Z. (Stuttg. 1904).
3748 Zeichen · 73 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    ZITTEL

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +1 Parallelbeleg

    ZITTEL mus citellus. zittel und bilchmiuse sint miuse genôʒ amgb. 33. a.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    zittelm.

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    zittel , m. , entrundete nebenform zu züttel ( teil 16, sp. 876); ein armer zittel ein armer kerl, ein dummer tropf ( El…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Zittel

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Zittel , 1) Karl , Führer des kirchlichen Liberalismus in Baden, geb. 21. Juni 1802 in Schmieheim, gest. 28. Aug. 1871 i…

Verweisungsnetz

10 Knoten, 6 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Anchor 1 Kompositum 6 Sackgasse 3

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit zittel

5 Bildungen · 5 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von zittel 2 Komponenten

zit+tel

zittel setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

zittel‑ als Erstglied (5 von 5)

Zittelābend

Idiotikon

Zittelābend Band 1, Spalte 38 Zittelābend 1,38

zittelābneⁿ

Idiotikon

zittelābneⁿ Band 1, Spalte 38 zittelābneⁿ 1,38