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zine

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

zine f.

Bd. 31, Sp. 1389
zine, f., bütte, kübel, ein rundes holzgefäsz von geringer höhe, oben etwas weiter als unten, entweder mit zwei handhaben oder auch ohne handhaben, als wasser- und waschfasz und zum einsalzen von fleisch verwendet Müller-Weitz Aachen 266; gerät und wort römisches erbe am Mittel- und Niederrhein, das noch in der Westromania fortbesteht, vgl.: lat. tīna weinfasz, ital. tina kleine weinkufe, span. tina farbenküpe, waschbadewanne, frz. tine, f., fäszchen für butter. im ndl. früh und reich belegt: mndl. tine, f., tonne, tragbare wassertonne, ndl. tijn, f., holzgefäsz mit zwei griffen und einem losen deckel, in welchem die butter aufgemacht und auf den markt gebracht wird, auch milch- und buttermilchfasz, mehl- und backfasz, wassertonne Boekenoogen Zaansche volkstaal 1058 (für gesamtndl.). Ostfriesland besitzt die tine aus dem alten friesischen verband. in die siedelgebiete der Niederländer an der unteren Weser und Elbe sowie in die mark Brandenburg gelangt sie im 12. jh. und wird von der Mark aus in Mecklenburg bekannt, in dessen küstenstädte sie auch durch den schiffsverkehr kommt. dieser hat sie im mittelalter bis nach Livland gebracht. frühe zeugnisse weisen die tine in Westfalen nach, eine folge wirtschaftlicher beziehungen zum westen; belege bei Schiller-Lübben 4, 545b; brem. wb. 5, 71; Mensing 5, 59; Dähnert 486a; Danneil 180a. in der Mark ist die tine als gefäsz für kleine wäsche, vorratsgefäsz für butter, versandgefäsz für kirschen, milchgefäsz und tränkgefäsz des jungen kalbes sehr geläufig. Mecklenburg hat die tin im gebrauch als regenwassertonne, als gefäsz für das wasser in der küche, die milch und den rahm im keller, als dranktunn für das jungvieh, als mehl-, salz-, zucker-, gurken-, fleisch- und buttergefäsz; tin heiszt auch ein zylindrisches steingutgefäsz zum aufbewahren von küchenvorräten. der hd. anlaut z- erscheint nur im mfränk. Rheinland, im ripuarischen gebiet und in der ndfränk. randzone verbunden mit der gutturalisierung der lautfolge -īn zu -iŋ, einer erscheinung, die im 16. jh. auch im nordndl. belegt ist, vgl.: met haer tingen 'wasserfässern' und tingmeyster 'aufseher über die wasserfässer zum löschen' Verwijs-Verdam 8, 365. das wort erstreckt sich im heimatgebiet über das linksrheinische Ripuarien, aber auch rechtsrheinisch zwischen Sieg und Ruhr und nach norden links und rechts des Rheins bis in den ndfränk. südrand. die südlichsten punkte liegen bei Prüm. so ergibt sich eine formenfolge: tīn, ting, zing, zen. zusammenfassende darstellung bei Frings Germania Romana 170 und Teuchert sprachreste d. ndl. siedlung. d. 12. jhs. 251. ein alter beleg aus dem ripuar. gebiet: tina eyn tzynne gemma gemm. (Köln 1507) Diefenbach gl. 584a; ahd. belege: pissa (d. i. mactra, arca in qua pinsitur du Cange 5 [1844] 269b) zina ahd. gl. 3, 624, 52, cina 3, 682, 10. zss.: zingenbom, m., hebel, an dem die zine getragen wird Waldbrühl rhingscher klaaf 221. dim. buttertijntje, n., niedriges porzellan- oder steingutgefäsz zum servieren der butter bei tisch Boekenoogen Zaansche volkstaal 1058.
3073 Zeichen · 59 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    zinef.

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    zine , f. , bütte, kübel, ein rundes holzgefäsz von geringer höhe, oben etwas weiter als unten, entweder mit zwei handha…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit zine

9 Bildungen · 7 Erstglied · 1 Zweitglied · 1 Ableitungen

zine‑ als Erstglied (7 von 7)

zineln

KöblerMhd

zin·eln

zineln , sw. V. Vw.: s. zindelen*

zineman

AWB

zin·eman

zi- neman st. v. ; vgl. ae. tóniman. — Graff II,1073. Praet.: ze-nâme: 3. sg. conj. Nb 211,12 [172,26]. refl.: sih zineman auseinanderreißen…

zinemîn

Lexer

zin·e·min

zinemîn , zimîn , zinmënt , -mint stm. BMZ zimmt, cinamomum (cinamîn, cinemein, cinimen, zimain, cymîn, zimei, zymet, cinamein, cineimen, ci…

zinemīn

KöblerMhd

zin·e·mīn

zinemīn , st. M. nhd. Zimt Hw.: s. cinamōm Q.: ErzIII, HvNst, Minneb (FB zinemīn), Albrecht, Barth, BdN, Bit, BvgSp, Erlös, Flore, Gen (1060…

Zinerificae

GWB

Zinerificae [bisher nicht publizierter Wortartikel]

zine als Zweitglied (1 von 1)

medizine

KöblerMhd

*medizine , F. nhd. „Medizin“ Hw.: s. medizinære; vgl. mnl. medicine, mnd. medicīne E.: s. lat. medicīna, F., Arzneikunst, Heilkunst, Arznei…

Ableitungen von zine (1 von 1)

erzine

BMZ

erzine swv. heile. die siechin ougin er erzinit fundgr. 2,8. der sünder sol sich erzen mit der buoʒe Leyser pred. 8,26.

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „zine". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 15. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/zine/dwb?formid=Z06720
MLA
Cotta, Marcel. „zine". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/zine/dwb?formid=Z06720. Abgerufen 15. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „zine". lautwandel.de. Zugegriffen 15. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/zine/dwb?formid=Z06720.
BibTeX
@misc{lautwandel_zine_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
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