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ziererei

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

ziererei f.

Bd. 31, Sp. 1188
ziererei, f., 1) kommt im letzten viertel des 18. jahrh. als nominale bildung zu sich zieren (s. zieren III B 2) auf, dessen tadelnden sinn noch eigens durch das bildungselement -erei steigernd. a) gekünsteltes, gezwungenes, unnatürliches wesen in haliung und gebärden, im verhalten und benehmen, namentlich weibliche koketterie, in übertriebener gesellschaftlicher etikette, auch in unaufrichtiger gesinnung, im verkünstelten und überladenen sprachstil und verschrobenen kunstempfinden; der plur. ist im anfang häufiger als später: das ist die albernste ziererei, die ich kenne (1778) Bürger s. w. 1, 326a Bohtz; nein, ... sollten sie es auch für ziererey halten H. L. Wagner theaterstücke (1779) 76; possen! eine ziererey von jungfräulicher etikette C. F. Weisze lustspiele (1783) 2, 227; ich will ohne ziererey nach meiner angeborenen aufrichtigkeit zur sache selbst schreiten Mozart (1788) bei O. Jahn Mozart 3, 489; eine natürliche haltung des ganzen leibes ..., ohne alle künstelei und ziererei Fr. L. Jahn w. 2, 23 Euler; sein gang war leicht, ... ohne spur von ziererei Holtei erz. schr. 10, 104; aus der affektierten anmuth (wird) ziererey Schiller 10, 123 G.; ich putzte mich, nicht ohne ziererei, halb einfach ländlich, halb komödiantisch heraus G. Keller ges. w. 1, 181; unentstellt von ziererei laszt die langen flechten hangen v. Salis gedichte 65; einem solchen zu verschweigen, dasz er ungelegen kam, ... wäre doch blöde ziererei gewesen Jac. Grimm an Gervinus 2, 74; die ... ihr ganzes leben mit affectation, ziererey, visitenschnack und spiel hinbringen Zimmermann üb. d. einsamk. 4, 166; wo der bürger nichts mehr zu sagen hat, da ist es mit der vaterlandsliebe eitel ziererey Heinse s. w. 4, 353 Sch.; der belagerungszustand in Elberfeld aufgehoben. blosze ziererei, er dauert im wesentlichen noch fort Varnhagen v. Ense tageb. 5, 368; Ramler, die ziererei, die eigenliebe, die eitelkeit in eigner person J. G. Forster s. schr. 7, 113; schriftstellerische ziererey Lichtenberg Hogarth. kupferstiche 1, xiv; es ist nicht ... möglich, ... die ... ziererey ... seines (Lucians) ausdrucks zu erreichen Wieland Lucians s. w. (1788) 6, 138; (der) fehler des falschen pathos, des schwulstes, der ziererei J. J. Engel schr. 8, 168; eine sprache ohne künstliche ziererey, aber von natürlichem ausdruck J. J. Chr. Bode Montaigne 1, 345; plur.: selten wird wahre liebe dieser zierereyen bedürfen A. H. Niemeyer Philotas (1786) 1, 213; zierereyen und förmlichkeiten Knigge umgang mit menschen 2, 268; nichts wuszte man in diesen thälern von den zierereien der heimlich zu ihrem zwecke sich hinwindenden lüsternheit J. A. Fessler Alonso 1, 350; lustig ist das freien ohne zierereien J. Eiselein sprw. u. sinnred. (1840) 182. erweitert durch einen präpos. ausdruck: die ziererei mit der allgemeinen menschenliebe Kant s. w. (1838) 5, 403; es war eine wissentliche ziererey mit seiner schönheit, welche den Alexander den kopf auf eine seite hängen liesz J. J. Chr. Bode Montaigne 4, 188; die ziererei der Schweizer mit dem französischreden Ed. Devrient a. s. frau 302. b) sich sperrendes, spreizendes gehabe: Babet, ich habe nun der zierereyen genung angehört. ich befehle dir schlechterdings; du sollst und muszt Kretschmann s. w. 3, 127; da ist ein kleines mädchen, das weint, und er stellt die kleine ziererei vor (ahmt nach) Göthe 45, 118 W.; nach vielen complimenten und zierereien singt sie ihm eine arie vor O. Jahn Mozart 1, 344; zimperlichkeit und ziererei W. v. Polenz Grabenhäger 2, 143; eine kleine spende nahm das arme weib ohne ziererei Carossa tag in Terracina (1947) 40. 2) zum trans. zieren schmücken a) das zieren: denn so ein weiblein putzt sich dann aus fremdem säckel, und dem mann wächst, ob des weibes ziererey (putzsucht), manch zentnerschweres hirschgeweih Blumauer ged. (1782) 181. b) überladener schmuck: welch ein armseliger umrisz! welches elende relief! was für eine gemeine ziererei! Winckelmann s. w. (1825) 2, 113; die möbeln, schränke, portefeuilles elegant ohne ziererei oder überflusz Göthe 27, 154 W.; diese ganze ziererei der columnae caelatae Welcker alte denkmäler 5, 8; da legt sie ab die goldnen spangen, den falschen putz und ziererei Eichendorff s. w. 1, 697. —
4252 Zeichen · 110 Sätze

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    ZierereiDie

    Campe (1807–1813) · +1 Parallelbeleg

    Х Die Ziererei , Mz. — en . 1) Die Handlung, da man sich zieret, nicht natürlich, nicht ungekünstelt  ist; ohne Mehrzah…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Ziererei

    Goethe-Wörterbuch

    Ziererei [bisher nicht publizierter Wortartikel]

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit ziererei

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Ableitung von ziererei 3 Analysen

zierer + -ei

ziererei leitet sich vom Lemma zierer ab mit Suffix -ei.

Alternativen: zier+-erei zier+-er+-ei

Zerlegung von ziererei 2 Komponenten

ziere+rei

ziererei setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

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