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zesen

mhd. bis Dial. · 5 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Herder
Anchors
6 in 5 Wb.
Sprachstufen
3 von 16
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2
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5

Eintrag · Herder (Konv.-Lex., 1854–57)

Zesen

Bd. 5, Sp. 777
Zesen, Philipp von, latinis. Caesius, Dichter u. Hauptvertreter der von ihm gestifteten deutschgesinnten Genossenschaft, geb. 1619 zu Priorau bei Dessau, gest. 1689 zu Hamburg. Er begann noch gleichzeitig mit Opitz 1637 zu dichten und dichtete noch 1688, als längst kein einziges Mitglied der ersten schlesischen Schule mehr übrig war. Vielseitig gebildet, ahmte er die Verskünsteleien der Italiener u. Franzosen, ihre Rondeaux, Madrigals u. dgl. in zahllosen Dactylen (diese Dattelverse hielt er für die vortrefflichste aller deutschen Versarten) nach, nahm starken Antheil an der schwülstigen und abenteuerlichen Romanenschreiberei seiner Zeit durch Bearbeitungen fremder Erzeugnisse wie durch eigene (adriatische Rosemunde 1645, Ibrahims und Isabellens Wundergeschichte 1645, afrikanische Sofonisbe 1646, Assenat 1670, Simson 1679), richtete aber als der stets „Färtige” der von ihm 1643 zu Hamburg gestifteten deutschgesinnten oder Rosengesellschaft sein Hauptstreben darauf, die deutsche Sprache so rein als möglich zu machen. Dies verdient der erbärmlichen Sprachmengerei seiner Zeit gegenüber noch heute Anerkennung, allein er fiel in das entgegengesetzte Extrem und schuf unnöthige u. lächerliche Wörter, über setzte z.B. Nase mit Löschhorn, Flinte mit Schießprügel, Theater mit Schauburg, Affect mit Gemüthstrift Vers mit Dichtling, Person mit Selbstand, Venus, Pallas und Juno taufte er Lustinne, Kluginne, Himmelinne u.s.w. Als Mitglied der Fruchtbringenden Gesellschaft hieß Z. der Wohlsetzende und welch Ansehen er seiner Zeit genoß, geht daraus hervor, daß er geadelt, kaiserl. Pfalzgraf und gekrönter Poet wurde, daß sein „hochdeutscher Helikon” (eine Anleitung zur deutschen Dichtkunst) seit 1640 eine Auflage nach der andern erlebte und daß es trotz alles Spottes noch zu Gottscheds Zeit Zesianer gab. Auswahl der mitunter nicht ganz üblen Poesien Z.s im 1. Band von Müllers „Bibliothek deutscher Dichter des 17. Jahrhunderts”.
1947 Zeichen · 23 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    zesenst. M.

    Köbler Mhd. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    zesen , st. M. Vw.: s. zesem (1)

  2. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Zesen

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Zesen , Philipp von, latinis. Caesius , Dichter u. Hauptvertreter der von ihm gestifteten deutschgesinnten Genossenschaf…

  3. modern
    Dialekt
    zesen

    Mecklenburgisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Wossidia zesen s. MeckWB zissen .

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit zesen

4 Bildungen · 4 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

zesen‑ als Erstglied (4 von 4)

Zesenbram

MeckWB

zesen·bram

Wossidia Zesenbram m. 1. Ährenminze, mentha spicata: Zeesbraam Mentha viridis Niem. Idiot. 28; Zesenbraam Mentha viridis E. Boll Flora 41; '…

Zesen (Caesius), Phil. v.

DWBQVZ

Zesen (Caesius), Phil. v. ( auch der Fertige gen. ) *1619 Priorau b. Dessau †1689 Hamburg.

zesende

BMZ

zesende swv. sende aus einander, zertheile. alsô si zusant wurden myst. 158,27. zusante sîne aposteln in alle di lant das. 24,7. — dehein fi…