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zelgen

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

zelgen

Bd. 31, Sp. 599
zelge, zelgen, zelg, m., ast, zweig; gemeingerm. (got. unbezeugt): mhd. zëlch, stm., zëlge, swm., mnd. telch, stm., n., telge, swm., mnld. telch, n., m., ags. tëlga, m., tëlgor, m., f., tëlgra, m., altn. tjalga, f.; mit groszer wahrscheinlichkeit zu altn. telgja (norw. telgja, schwed. tälja) schneiden, behauen (s.zelgen sp. 602) und weiter zu air. dluigim ich spalte, ai. dlayatí er spaltet, lat. dolare behauen, bearbeiten (wurzel del-, s. Walde lat. et. wb. 239) gestellt, so dasz z. den abgeschnittenen theil bedeutet. nur durch den ablaut von z. geschieden ist zolch (th. 16, 31, wo das got. adj. tulgus fest, stark als weiterer nächster germ. verwandter angeführt wird). zur selben wurzel gehören mnd. tol, tolle zweig und mhd. zol cylinderförmiges stück, klotz, zoll (th. 16, 32) und zelle, m. (s. d.), während die selten belegte form zwelg (ahd. ostfränk. zuelga Tatian 73, 2; 146, 1, spätmhd.- und nhd.-md. zwelch in schles. handschriften d. Sachsensp. 2, 52, 2 sowie bei Tob. Hübner d. andere woche [1632] 157) lediglich als mischproduct mit zwîg anzusehen ist. die modernen mundarten, denen das wort noch durchaus geläufig ist, bewahren z. th. noch die starke flexion als m. (so tellich neben telge Dähnert 484a; telg Doornkaat-K. 3, 401b; fränk. zelch bei H. Fischer 6, 1115; zalg, -e- neben zalgen, -e- Vilmar 464; zelg Schmeller-Fr. 2, 1117), doch überwiegt die schwache bildung (telge brem. wb. 5, 51; Schambach 228b; Damköhler Nordharz. wb. 194a; telj Danneil 222b; gewöhnlich aber telgen, zelgen). das fem. hält sich neben dem masc. in Bayern, Schwaben, allein in Obersachsen, der südl. mark Brandenburg und Ostpreuszen, sowie in der sonderbedeutung junge eiche in Westfalen (neben telgen, m., ast, zweig Woeste 270a). beim neutrum tritt mnld. und mnd. der plur. -er auf. in Thür. und Ostfranken -k-: zelken Hertel Thür. 263; das wasser ... bringet das kindle ... auff einen apffelbaum und setzt es auff einen kleinen zelcken S. Franck zeitbuch (1585) 2, 857; dasz ein baum. wann ... ihm die blAetter abgefallen sind, ... die drren zelcken emporhebet A. Olearius pers. baumg. 103; Reyher p 2v b; Adelung2 4, 1681. mhd. und mnd. belege: hô wâren die boume, die zelgen dicke unde breit Straszb. Alexander 5196 K.; obene er (der baum) vil zelgen truc Herbort v. Fritzlar troj. krieg 3744; vgl. 15273; so daz du bist ein edel zelch daruffe (an Christus als baum) passional 667 K.; Heinrich v. Hesler apokal. 22680; wan sine zelgin iczunt morwe werden M. Beheim evangelienb. Matth. 24, 32; ebda Mark. 13, 28 u. Luk. 13, 19; siner boume z-n (nd. telge, schles. zwelge) en suln ouch uber den zun nicht gen, sime nakebure zu schaden Sachsensp. 2, 52, 2 W.; eynen isliken telch, de syne vrucht nicht en brenget, den nemet he van my bei Schiller-L. 4, 523a; umme enen telghen Josef todsünd. 2009; myt telgeren van bomen Schiller-L. 4, 523a; übertrag. für verwandtschaftsgrad: wenn es aber ausz den brdern und schwestern kOembt, so nimbt man das erbe nach den zelchen gleich Peisker index de vernac. (1685) 69. das wort fehlt bei Luther und begegnet daher nur selten in der literatur: ich kletterte an einem ast oder zelgen hinauf Grimmelshausen 3, 492 K.; und hieng denselben unseligen an baum, ja an den hOehsten zelgen B. Waldis Es. 1, 294 K.; dim.: diser text ... lautet ... von dem reiszlein und schsserling, oder wie es Jeremias nennet, von dem seligen zelchlein und gewechse Davids J. Mathesius leichenred. 111 L.; allg. haush.-lex. 2, 746b. auf die rolle als galgenersatz (s. ob. bei B. Waldis) deutet die wendung gâ an n galgen un an n telgen geh an den galgen, geh zum teufel Schambach 228b und (dat is) tüm telgen (zum aufhängen) J. Brinckman plattd. w. 1 (1924) 128; 3, 177. sonderbedeutungen: pflänzling, junger baum, insbes. eiche Lübben-W. 401a, vgl.telgen potten (münst. 16. jahrh.) weisth. 3, 136; junge schlanke eiche Woeste 270a; zelge, f., zweiglein am weinstocke mit einigen beeren (westl. Schwarzwald) Schmid 546 (in dieser bedeutung schon niederrhein. 12. jahrh. zilge Trierer ps. 79, 12); zelgen, m., schosz an einem blumenstock, einer kartoffelstaude, kleiner zweig, theil eines astes, auch junger spröszling von pflanzen Martin-L. 2, 903b; zacken eines kristalls: er (der amethyst) bricht in groszen stcken, an welchen die zelgen sechseckigt stehen P. Albinus meiszn. bergkchron. 143; von den enden des hirschgeweihs Müller-Fr. 2, 699a (thür.). — zss.: zelgenbaum, nur mnd. telgenbôm, m., baum mit zweigen und ästen Schiller-L. 4, 523a;
4558 Zeichen · 174 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    zelgensw. V. (1a)

    Köbler Ahd. Wörterbuch

    zelgen , sw. V. (1a) nhd. ausbessern, herstellen ne. repair (V.), produce (V.) ÜG.: lat. sarcire Gl Q.: Gl (11. Jh.) E.:…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    zelgenverb.

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +1 Parallelbeleg

    zelgen , verb. , das feld bestellen, nachdem es zur brache gelegen hat ( oberpfälz. ) Schmeller-Fr. 2, 1117 ; Unger-Kh. …

  3. modern
    Dialekt
    Zëlgen

    Elsässisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Zëlge n [Tsaljə Bf. Kerzf. ; Tsèljə Hag. ; Demin. Tsaljələ Schlettst. ] m. 1. Schoss an einem Blumenstock, einer Kartoff…

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