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würdiglich

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

würdiglich adj.

Bd. 30, Sp. 2131
würdiglich, adj. , adv. mhd. halten sich, auch im obd., wirdeclich und werdeclich die waage, vgl. dazu oben unter würdigkeit, f. nasaliertes werdenclich passional 167, 14 H.; wirdenclichen ebda 291, 68; verkürztes wurklich (Augsburg, um 1450) städtechron. 5, 99. frühe -ü-form würdiklichen ebda 157. 11) als adjektivattribut. 1@aa) mhd. nicht selten; aus wirdeclîche(n), der adverbialform zu wirdec, abgeleitet und, deutlicher als wirdec selbst, das zu mhd. wirde und werdecheit gehörige adjektiv darstellend. für das, was höfischer art entspricht und vor dem maszstab der werdecheit besteht, als merkmal ritterlicher vollkommenheit: dâ wart sîn werdeclîchez lebn durh minne an den rê gegebn Wolfram von Eschenbach Parzival 751, 27; vgl. 609, 25; 635, 18; [] ich vant den künec unt des wîp, und manegen werdeclîchen lîp ebda 653, 30; vgl. 626, 30. im blick auf ehre und geltung: zelent si Gâwânen und ander dise rîterschaft gein werdeclîcher prîses kraft Wolfram von Eschenbach Parzival 284, 18. allgemein wertend 'trefflich, schön': ê wâren im diu wangen mit rœte bevangen mit gemischter wîze mit werdeclîchem vlîze, nû swarz und in gewichen, daz antlütze erblichen Hartmann von Aue Gregorius 3432 Paul. 'ehrend, auszeichnend': sô verzaget der biderbe von der scham ... sô manz im missebiutet und den bœsen vor im triutet mit werdeclîcher handelunge Konrad von Haslau jüngling 221 in: zs. f. dt. altert. 8, 556. 'sittlich gut': wann kein tugent ist vollenkumen noch wirdiclich noch loblich niht, die do an mynne geschicht minneburg 3085 Pyritz. in der wertwelt des religiösen: gâbe des heiligen geistes ist ein wirdelîch gebunge gotis Hermann von Fritslar in: dt. mystiker 1, 181, 35 Pfeiffer. 1@bb) im änhd. aussterbend: verlore er das königreich zuo Gasconien, vnd den wirdigklichen namen hertzog Aymont (1535) n 1a. 22) als adverb. ahd. wirdeglîcho; mhd. als wirdec-, werdeclîche(n) die gängige adverbialform zu wirdec, im nhd. aber nur noch als zweite, ständig rückläufige und bald nach 1800 aussterbende adverbialbildung neben einfachem würdig. mhd. formen auf -lichen halten sich bis tief ins 16. jh.: wirdiglichen Arigo decameron 35; 123 lit. ver.; Tauler sermones (1508) 143c; würdigklichen Pauli Keisersbergs narrenschiff (1520) 3b; wirdigleichen Hans Sachs 15, 153 lit. ver. 2@aa) in spezifischer, mehr durch den begriffsinhalt von würde und würdigkeit als durch den relationsbegriff würdig bestimmter anwendung. 2@a@aα) 'mit auszeichnung, mit ehrerweisung, mit ehrfurcht'; religiöse und profane handlungen charakterisierend: sih uuîo gotedehtîgo unde uuirdeglîcho dû daz ahtôest, taz ih ten tûom got tes tûomlichôsten gûotes chad fol uuesen (quam id sancte probes atque inuiolabiliter ...) Notker 1, 185, 15 P.; er leret sÿ halten ǎne spott gar wirdenklich die zechen pott Konrad von Helmsdorf spiegel d. menschl. heils 4678 Lindqvist; (der priester) huoeb dasselbe (stück der hostie) wirdikleich von der erden wider auff den allter ... und legt in (den ziegel) zu anderm heyltumb wirdikleichen Johann Hartlieb dial. miracul. 219, 12 Drescher; also ward Tarquinius ... mit grosser klag des gantzen römischen volcks, nach jrer gewonheyt, zuo äschen gebrant vnd darnach wirdigklich begraben Carbach Livius (1551) 16b; (wir) begeren den leichnam Jhesus wirdigklich zw dem grab bestatten altdt. passionsspiele aus Tirol 166 Wackernell. 2@a@bβ) in der verbindung jmden würdiglich empfangen besonders mhd. zu komplexem gebrauch neigend, 'in ehrfürchtiger haltung, mit ehrendem aufwand', aber auch 'so, wie es jmd. verdient, es ihm angemessen ist' (s.b) oder, im blick auf den handelnden, 'wie es höfischer anstand gebietet' (s. γ): [] man enphienc sî wirdeclîche beidiu gelîche, Erecken und Enîten (am Artushof) Hartmann von Aue Erec 5094; vgl. 9993; her inphienc ouch wirdecliche di jungen furstinnen, wi eine kuneginnen iman zu rechte enphahen sol leben d. hl. Elisabeth 606 Rieger; man gieng im (dem kaiser) loblichen entgegen mit aller priesterschaft und burger ..., und empfiengen in würdiklichen, als das wol pillich was (Augsburg, um 1450) städtechron. 5, 157; könig Artus gieng hin zu der königin, von der er auch wol vnd wirdiglich wurde empfangen buch d. liebe (1587) 94d. auch in der nuance 'freundlich', vgl. wirdiglich benigne (15. jh.) Diefenbach gl. 71c: so du ye bitterlicher gelitten hast, so du ye wirdigklicher empfangen wirst d. ew. wiszh. betbüchlin (1518) 27b. 2@a@gγ) nur mhd. in der kennzeichnung höfischer werdecheit. im bereich äuszerer ehre und geltung: nû lob ich got, sît dîniu (der minne) bant mich sulen twingen, deich sô rehte hân erkant wâ dienest werdeclîchen lît Walther v. d. Vogelweide 56, 11 Kr. nach dem masz innerer ritterlicher tugend: wilt du dîn leben zieren und rehte werdeclîchen varn Wolfram v. Eschenbach Parzival 502, 5; vgl. 139, 16; 754, 14; des muot sô wirdeklîche stât daz er unfuoge niht enlât gesigen in sîns herzen grunt Reinfrid v. Braunschweig 1 Bartsch. 2@bb) als relationsbegriff, zur kennzeichnung des angemessenen im sinne von würdig A 6. im mhd. oft nur als sekundär mitgegebenes element (s. ob. a β). 2@b@aα) neben bestimmten verben, die sich leicht mit der vorstellung des ausreichenden und zureichenden verbinden: Abel den vil tugende rîchen, deme sin opfer werdeclîchen wac dô für den gotes zorn Walther v. d. Vogelweide s. 189, 72 Kr.; daz ich ... erwerben mög dich wirdiklich zuoloben Gebweiler beschirmung d. lobs Marie (1523) B 1a; singt singt jhr engel singt: mit hunderttausend zungen, wird dieses wehrte kind nicht würdiglich besungen A. Silesius cherub. wandersmann 65 ndr.; euere herzen sollen ... entscheiden, ob ich die liebe ... würdiglich geschildert habe Iselin verm. schr. (1770) 2, 182. 2@b@bβ) in mehr gelegentlicher umschreibung des angemessenen: gheiner ..., der den willen gottes recht und würdiglich erfüllte Zwingli dt. schr. 1, 310 Sch.; kehrt nach Paris, dort sei das heil'ge fest der taufe würdiglich und schön gefeiert Tieck schr. (1828) 1, 418. 2@b@gγ) speziell 'mit recht, zu recht, verdientermaszen'; so bis ins 19. jh. hinein: welche anen (bestimmter unsittlicher päpste) sämptlich in jren wappen gantz würdiglich führen böck, farren, stier Fischart binenkorb (1588) 235b; im stand der sünden keine solche todte werck etwas würdiglich verdienen Spee güld. tugendbuch (1649) vorr. 6b; empfange denn mit ruhm und prangen den wolverdienten doctorshut! er wird dich würdiglich umfangen Drollinger ged. (1743) 295; weil würdiglich vom ernsten vaterlande statt golds und silbers ward erhöht das eisen Rückert ges. poet. w. (1867) 1, 17. 2@cc) in besonderen religiösen anwendungen durchdringen sich die vorstellungen der angemessenheit und spezifischere bedeutungen, oder der akzent wechselt vom einen zum anderen hinüber. [] 2@c@aα) das abendmahl würdiglich empfangen u. ä. 'angemessen', aber auch 'mit ehrerbietiger andacht', wie schlieszlich vor allem 'als ein würdiger' im sinne von würdig C 3 a: niemin ist, der unsers herrn lichename wirdechliche neme specul. ecclesiae 51, 3 Mellbourn; Tauler pred. 294, 17; 20 Vetter; hilff, das alle priester das hochwirdig sacrament wirdiglich und seliglich zu der gantzen christenheit besserung handeln und brauchen Luther 7, 226 W.; so nun nieman on sünd ist, wie möchte ieman würdiglich hinzuo gon (zum abendmahl) also, als du würdiglich nimmst für on sünd Zwingli dt. schr. 1, 250 Sch.; nembt hin dy speis gar wierdikleich! sy frümbt ewch zu dem ewigen reych altdt. passionsspiele aus Tirol 479 Wackernell; das hochheilige sacrament würdiglich empfahen, dessen würdiglich geniessen Kramer t.-ital. 2 (1702) 1406a. 2@c@bβ) auch die an neutestamentliche stellen angelehnte christliche wendung (der berufung, dem evangelium) würdiglich wandeln schwankt zwischen der syntaktisch noch greifbaren angemessenheitsvorstellung und der davon gelösten qualitätsbezeichnung 'heilig, fromm': ich bitten úch, das ir wirdeklichen wandelent in der ladunge als ir geladen sint, mit aller demtkeit und senftmtikeit (zu Eph. 4, 1) Tauler pred. 240, 3 Vetter; vgl. 245, 28; 244, 6; 12; wie jr denn wisset, das wir ... bezeuget haben, das jr wandeln soltet wirdiglich fur gott, der euch beruffen hat zu seinem reich vnd zu seiner herrligkeit 1. Thess. 2, 12; dasz auch wir leben heiliglich nach deinem namen würdiglich Luther in: Erlach volkslieder d. Deutschen (1834) 1, 22. auch in dativischer beziehung im anschlusz an neutestamentliches vorbild: wandelt nur wirdiglich dem euangelio Christi (ἀξίως τοῦ εὐαγγελίου) Phil. 1, 27; das wir der taufe wirdiglich lebeten Luther bücher u. schr. 6 (Jena 1561) 298b; gott und seinem beruf würdiglich wandeln Kramer t.-ital. 2 (1702) 1406a; gib weisheit, leite uns dir (gott) nach, untadelich, und deinem gnadenruf zu wandeln würdiglich Zinzendorf teutsche ged. (1766) 92. —
8853 Zeichen · 163 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Würdiglichadv

    Campe (1807–1813) · +1 Parallelbeleg

    Würdiglich , adv . auf eine würdige Art.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit wuerdiglich

5 Bildungen · 1 Erstglied · 3 Zweitglied · 1 Ableitungen

Ableitung von wuerdiglich 2 Analysen

wuerdig + -lich

wuerdiglich leitet sich vom Lemma wuerdig ab mit Suffix -lich.

Alternativen: wuerd+-ig+-lich

Zerlegung von wuerdiglich 2 Komponenten

wuerd+iglich

wuerdiglich setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

wuerdiglich‑ als Erstglied (1 von 1)

würdiglichkeit

DWB

wuerdiglich·keit

würdiglichkeit , f. , vereinzelte substantivableitung zu würdiglich und neben sonstigem würdigkeit ( s. d. 5 b): das ist wider ettlich mensc…

wuerdiglich als Zweitglied (3 von 3)

ehrwürdiglich

DWB2

ehrwuerdig·lich

ehrwürdiglich , ehrenwürdiglich adv. 1. DWB2 b zum ausdruck dessen, daß etwas aus respekt geschieht. das bestimmungswort e(h)ren-, e(h)rent-…

glaubwürdiglich

DWB

glaubwuerdig·lich

glaubwürdiglich , adv. , ältere adverbialbildung zu glaubwürdig ( s. auch glaubwürdig 3); im 16. jh. häufig, im anfang des 17. jhs. nur noch…

unwürdiglich

DWB

unwuerdig·lich

unwürdiglich , veraltetes adv., selten adj. ( ackermann a. B. 3, 8 var. B. ), nicht würdiglich ( s. d. ). mhd. unwirdelîche, -wirdeclich; mn…

Ableitungen von wuerdiglich (1 von 1)

unwürdiglich

DWB

unwürdiglich , veraltetes adv., selten adj. ( ackermann a. B. 3, 8 var. B. ), nicht würdiglich ( s. d. ). mhd. unwirdelîche, -wirdeclich; mn…