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wüch

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

wüch

Bd. 30, Sp. 1689
wüch, meist entrundet wiech, adj., 'üppig, fett, dicht', vom pflanzlichen wachstum, auch 'fett, gehaltvoll', von speisen. im bair.-österr., auch schwäb., als wort der mundart und der landschaftlichen umgangssprache verbreitet. meist als *wuochi- (germ. *wōki-/ja-) zu wucher gestellt (s. d.), doch wird es von Schatz ma. v. Imst 107 und wb. d. Tiroler maa. 705 wohl wegen des inlautenden h in Tirol (wiehe, danach auch im auslaut h-verlust in wie in Welschnofen) und Kärnten (wieha Lessiak ma. v. Pernegg in Paul u. Braune beitr. 28, 156) mit wāch 'stolz' (= wäh teil 13, sp. 503), ahd. wāhi 'schön, fein, zierlich, gut' verbunden (ablaut *wēhi-: *wōhi-). dazu würden die beiden ahd. glossen-belege für uuohi passen: uuohirunmutas 'mansuetioris spiritus' ahd. gl. 2, 170, 44 (Gc 3; 9. jh.) und vuu hun (Graff 1, 728 las vuuohun) 'insolentem (curam)' ebda 2, 217, 7 (Gc 8; 9./10. jh.insolens 'ungewohnt' hier in der häufigen bedeutung von 'stolz, übermütig' gefasst); namentlich der erste beleg scheint sich so wenig mit wucher und der daraus zu erschlieszenden grundbedeutung von wüch zu vertragen, dasz Steinmeyer ahd. gl. 2, 217, anm. 1 an schreibfehler für uuehirun = uueihirun dachte (und Graff ahd. sprachschatz 1, 700 ihn fragend zu wāhi stellte). dagegen stimmt die nhd. bedeutung weniger gut: man müszte übertragung vom menschen (wieher mensch 'grosztuender mensch' Schatz wb. d. Tiroler ma. 2, 704; ironisch 'ein saftiger mensch' Schmeller-Fr. 2, 835) auf den pflanzenwuchs annehmen, wie etwa bei geil (teil 4, 1, 2, sp. 2587); angesichts der bezeugung ist allerdings die umgekehrte übertragung vom pflanzenwuchs auf den menschen, wie bei saftig Schmeller a. a. o. und üppig (teil 11, 3, sp. 2343), ungleich wahrscheinlicher. auch das lautliche kann kaum im sinne von Schatz entscheiden, da häufiger ch auch im inlaut verzeichnet wird (so auch von Schatz, ferner von Schmeller-Fr., Lexer Kärnten 260, Unger-Khull steir. 632b [wieche, f.], B. Schweizer Tautš [1942] 77 [buoΧe]) und sich andrerseits nach hoch — hohe, rauch — rauhe, floch — flohe, scuoh — scuohe auch wüech — wüehe analogisch einstellen konnte. danach wird man entweder ahd. wuohi von nhd. wüch lösen und ersteres mit wāhi, dieses mit wucher verbinden oder aber annehmen, dasz ein ahd. wuohi sekundär unter den einflusz von wucher, wuchern geraten sei.nicht hierher gehört von manchen mit wiech identifiziertes wich (hss. A und C, vgl. Wilmanns-Michels 2, 167 anm.) bei Walther v. d. Vogelweide 35, 28, da es einfach fehler für weich ist, s. v. Kraus Walther v. d. Vogelweide (1935) 125. ein literarisches zeugnis begegnet im 17. jh.: die geben aber einen überaus wiechen und starcken wein Valvasor herzogth. Crain (1689) 1, 226. sonst ist das wort nur aus jüngerer zeit in den angegebenen bedeutungen für die mundart gebucht: wüeche Lexer Kärnten 260; büge, büüche Schmeller cimbr. 113; wüch (wiəX) Fischer schwäb. 6, 964; wieche, wiəch Schmeller-Fr. bayer. 2, 835; wiech Reiser sagen, gebräuche, sprichw. d. Allgäus 2, 744; Unger-Khull steir. 632b; Schöpf Tirol 815; auf die (flecken) man dann, so lange der boden noch gefroren ist, das 'kunter' (ziegen und schafe) hintreibt, damit die saat nicht allzu 'wiech', d. h. üppig, aufschiesze Hörmann Tiroler volksleben (1909) 4. im schweiz. findet sich mit dentalem wurzelauslaut bei gleicher bedeutung das adj. wüed: ein wüeder baum, wüedes unkraut, ein wüeder boden; die wüedi 'geile' (ferner auch wühlen 'wuchern') Stalder Schweiz 2, 457.
3543 Zeichen · 81 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    wüch

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    wüch , meist entrundet wiech, adj., ' üppig, fett, dicht ', vom pflanzlichen wachstum, auch ' fett, gehaltvoll ', von sp…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit wuech

24 Bildungen · 24 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

wuech‑ als Erstglied (24 von 24)

wüchec

Lexer

wüchec adj. BMZ wöchig Ls. 2. 436,132.

wüchen

RhWB

wu·chen

wüchen -ȳχ-, –ȳ:- SNfrk in MGladb , Kemp-SPeter schw.: jauchzen, laut ausgelassen lachen, von Mädchen; früher geschah dies W. von Frauen bei…

Wuecher

ElsWB

wu·cher

Wuecher [Wyəχər Co. Henry Hag. H.] m. Wucher. — Bayer. 2, 836.

Wuecher I

Idiotikon

Wuecher I Band 15, Spalte 256 Wuecher I 15,256

Wuecher II

Idiotikon

Wuecher II Band 15, Spalte 262 Wuecher II 15,262

wuecheren

ElsWB

wuche·ren

wuechere n [wỳəχrə Su. ; wyəχərə Hag. ; wìèχərə Kindw. ; wûχərə Betschd. Lohr ] 1. wuchern; bei einer kümmerlichen Lebensweise Geld zusammen…

wuechereⁿ

Idiotikon

wuechereⁿ Band 15, Spalte 260 wuechereⁿ 15,260

Wuecherg(e)wërb

Idiotikon

Wuecherg(e)wërb Band 16, Spalte 1113 Wuecherg(e)wërb 16,1113

Wuecheri

Idiotikon

Wuecheri Band 15, Spalte 262 Wuecheri 15,262

Wuecherschwīn

Idiotikon

Wuecherschwīn Band 9, Spalte 1904 Wuecherschwīn 9,1904

Wuecherī

Idiotikon

Wuecherī Band 15, Spalte 262 Wuecherī 15,262

Wuechscherling

Idiotikon

Wuechscherling Band 8, Spalte 1263 Wuechscherling 8,1263

wüchsig

DWB

wüchsig , wuchsig , adj. , vgl. wächsig teil 13, sp. 137 und gewächsig teil 4, 1, 3, sp. 4738; häufiger als kompositionsglied, s. insbes. ei…

wüchtig

RhWB

wüchtig -yχt- Sieg-Rhöndorf Adj.: in Zorn, Aufregung gebracht; do wuəte ävver w.

Wuechzi

Idiotikon

Wuechzi Band 15, Spalte 365 Wuechzi 15,365

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APA
Cotta, M. (2026). „wuech". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 15. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/wuech/dwb?formid=W27543
MLA
Cotta, Marcel. „wuech". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/wuech/dwb?formid=W27543. Abgerufen 15. May 2026.
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Cotta, Marcel. „wuech". lautwandel.de. Zugegriffen 15. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/wuech/dwb?formid=W27543.
BibTeX
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