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wrasen

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

wrasen m.

Bd. 30, Sp. 1680
wrasen, m. 11) feuchter boden, rasenstück, rasenfläche; mnd. wrase, m. (Schiller-Lübben 5, 778a; Diefenbach gl. 116a und nov. gl. 87b s. v. cespes); aus neuerer zeit vgl. wrôse, frôse 'ein stück ausgeschnittene grasnarbe, rasenstück' Frischbier pr. wb. 2, 481; wrausen Mi mecklenb. 109a; vrâsen Woeste westf. 308; Schambach Göttingen 278; frāse, f. Bauer-Collitz Waldeck 35; Martin Rhoden 215; frasen, m. Leithäuser Barmen 55; Elberf. ma. 54; Hasenclever Wermelskirchen 81; rhein. wb. 2, 735; Vilmar Kurhessen 108; brās, f. Heinzerling-Reuter Siegerland 29b. dieses nd. wort ist in seiner md. lautform rasen (teil 8, sp. 130) in die hd. schriftsprache aufgenommen worden. auf dem gesamten dt. sprachgebiet begegnet (daneben bzw. im obd. alleinherrschend) das inhaltlich übereinstimmende und lautlich nahestehende wasen (teil 13, sp. 2276). 22) feuchter dunst, (wasser-)dampf, brodem; nur vereinzelt im nd., jeweils neben gleichbedeutendem wasen (teil 13, sp. 2284): wrasen Mensing schlesw.-holst. 5, 705; wrâsen Damköhler Nordharz 230; wahrscheinlich auch frâsem bei Frischbier pr. wb. 1, 204. stärker vertreten und alleinherrschend nur im märkisch-berlinischen (vgl. der fratem ist niedersächsisch, theils für den in der kälte sichtbar werdenden menschlichen und thierischen athem, theils für brodem oder dampf; die berlinsche mundart nennt beides wrasen Heynatz antibarb. [1796] 1, 421), s. Meyer richt. Berliner 45; Brendicke Berliner wortsch. 194; Trachsel gloss. 64. von Berlin aus dringt das wort in die schriftsprache: setze dihr auf einen stuhl und lasse dihr den wrrassen von der warmen milch an die hemeroiden an gehen, das fleget sehr zu helfen (1753) Friedrich d. gr. in: br. an Fredersdorf 218 Richter; einen ... alten teekessel, dessen deckel, trotzdem der wrasen auch vorn aus der tülle quoll, ... klapperte Fontane ges. w. (1905) I 5, 118; so war ich doch in den der weihnachtszeit voraufgehenden wochen immer halb krank von den unausgesetzt das haus durchziehenden fettwrasen ders., meine kinderjahre (71911) 107; der bäcker ist im stande, wrasen ... für diejenige herdstelle in thätigkeit zu setzen, für welche er es nötig hält Lueger lex. d. ges. techn. (1894) 2, 714; sie hebt den deckel. es steigt ein wrasen; da sieht sie, kochen stücke eines hasen Paul Ernst kaiserbuch 2, 1 (1927) 189. die herleitung der bedeutungsgleichen wörter wrasen und wasen ist umstritten. die annahme einer identität der wr-form mit der r-losen form bei germ. schwund des r (Noreen urgerm. lautlehre 221; Weigand wb. 2, 1215) musz auf grund auszergerm. verwandter (einerseits lett. vasa 'feuchtigkeit des bodens, ein wald mit feuchten lehm enthaltendem boden', ievasa 'feuchtigkeit in der erde, saft in bäumen', andererseits aind. varṣa 'regen', gr. (ε)ἔρση 'tau'), die beide wörter als alt erscheinen lassen, zumindest zweifelhaft bleiben (vgl. Falk-Torp norw.-dän. etym. wb. 1, 802). eher dürfte die r-lose form auf die wurzel ues- 'feuchten, nasz' zurückgehen, beachte ahd. uuasulun 'pluuiis' ahd. gl. 1, 506, 39 und uuasal Muspilli 58 ('regen' oder 'feuchte erde'?), s. Falk-Torp a. a. o.; Walde-Pokorny 1, 308 (ebda 1, 222 wird für wasen 'feuchter dampf' zugehörigkeit zu uē- 'wehen' erwogen). für wrasen 'rasen' setzt dagegen Walde-Pokorny 1, 277 eine wz.-form *ers an (zu *er- 'drehen, biegen'), ohne freilich dabei (das allerdings erst spät bezeugte) wrasen 'dunst' zu berücksichtigen. daher wohl eher zu ers-, res-erweiterungen von idg. er- 'feuchten, nasz' Walde-Pokorny 1, 269, wobei sich allerdings der ansatz res- nur auf unser wort stützte. auf grund der inhaltlichen parallelität und der lautlichen ähnlichkeit beider wörter bleibt noch die (bereits teil 8, sp. 2276 ohne nähere angaben geäuszerte) vermutung einer lautlichen vermischung der (als älter angenommenen) r-losen formen mit anderen wörtern erwägenswert, wobei die wr-bildung als sekundäre mischform betrachtet werden müszte. wasen, wrasen 'dunst' ist nur nd. (nach Bischoff und Teuchert d. sprachreste der nl. siedlungen 378 aus dem nl. entlehnt) neben gleichfalls auf nd. boden belegtem fradem, vradem (hd. bradem, brodem), so dasz sich wasen 'dunst' in analogie zu vradem zu wrasen entwickelt haben könnte, vgl. Mensing, der neben wrasen (5, 705) ein bratten (1, 508) und eine weitere, vermittelnde mischform wraten (5, 707) verzeichnet; ähnlich Frischbier, der fradem, fratem, frasem (1, 204) gleichbedeutend nebeneinander angibt. von da aus diese mischform auch für die bedeutung 'rasen' anzuwenden, bot keine schwierigkeit (evtl. bei anlehnung an gras?).
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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    wrasenm.

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +1 Parallelbeleg

    wrasen , m. 1 1) feuchter boden, rasenstück, rasenfläche; mnd. wrase, m. ( Schiller-Lübben 5, 778 a ; Diefenbach gl. 116…

  2. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Wrasen

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Wrasen , soviel wie Brodem (s. d.). Daher Wrasenfang , Vorrichtung zum Auffangen des von einem Kochherd aufsteigenden Wr…

  3. modern
    Dialekt
    Wrasenm.

    Mecklenburgisches Wb.

    Wrasen m. 1. Wasserdampf Ro; Sta Licht ; Mir; NBrand; Ha Belsch ; Schw Pamp ; de lütt Däumling ... nimmt 'n Deckel up ..…

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Cotta, M. (2026). „wrasen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 11. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/wrasen/dwb
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Cotta, Marcel. „wrasen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/wrasen/dwb. Abgerufen 11. May 2026.
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Cotta, Marcel. „wrasen". lautwandel.de. Zugegriffen 11. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/wrasen/dwb.
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