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wr

mhd. bis nhd. · 4 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
4 in 4 Wb.
Sprachstufen
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

wr

Bd. 30, Sp. 1670
wr; die germ. anlautverbindung wr-, im got. unverändert bewahrt, verliert im ahd. (mit verschwindenden ausnahmen bereits vor den ältesten denkmälern) ihr anlautendes w (Wilmanns dt. gramm. 1, § 119; Braune ahd. gr. 8§ 106 und anm. 1), zufrühest im bayer., im norden aber nicht das mfrk. und as. (nd.) erreichend. die wörter mit anlautendem wr- in der dt. schriftsprache sind daher mfrk. oder nd. herkunft.der schwund des w in dieser verbindung begegnet auch, unabhängig von der hd. südnördlichen ausbreitung, in anderen germ. sprachen. w fällt vor r im isl. des 11. jhs. (im 10. jh. nach ausweis alliterierender verbindungen der in dieser zeit verfaszten gedichte noch erhalten), später im nördl. norweg.; von da greift der wandel allmählich auf das südl. Norwegen über, wo jedoch viele maa. altes wr- als vr- bis heute bewahrt haben; im altgutn. schwindet w regelmäszig, im übrigen ostnord. meist nur dann, wenn der anlautgruppe dunkler vokal folgt (vgl. Noreen awn. gr. § 288 sowie ders., gesch. d. nord. spr. 105; 125; 158). — im engl. schwindet anlautendes w vor r im 17. jh. (vereinzelte frühe phonetische schreibungen begegnen bereits im 15. jh.), doch hält die historische schreibweise an der buchstabenverbindung wr- fest (vgl. Brunner engl. spr. 1, 327; Horn-Lehnert laut u. leben 1069 ff.). nur der vom nl., fries., nd. und nördlichem md. gebildete mittelstreifen des germ. sprachraumes bewahrt durchgängig germ. w vor r, wobei auf dt. boden das anlautende w verschiedene lautgebung aufzuweisen hat. wr- gilt im fries., im küstengebiet der Nordsee; ein mischgebiet wr-/fr- besteht vor allem im nd. Ostfrieslands (Doornkaat Koolman), im gebiet von Emden (Krüger), im oldenburg. (Böning 33: 'fr- und wr- werden in manchen wörtern nebeneinander gebraucht'), sowie im nördl. Westfalen (Frederking Hahlen). südlich der bisher genannten gebiete (bereits nördlich der ik/ich-linie einsetzend) gilt von der dt. westgrenze bis an die Elbe/Saale fr-, im Rheinland (rhein. wb.), in Westfalen (Woeste-Nörrenberg), Waldeck (Bauer-Collitz), Südhannover (Schambach, Dahlberg) und am nordrand Thüringens (Damköhler Nordharz, Liesenberg Stiege, Hertel Thüringen). vereinzelt bleibt ein kleines gebiet mit gr- zu beiden seiten der Leine (Dahlberg), während sich das südliche Göttingen-Grubenhagen (Dahlberg) dem md. br-gebiet des Siegerlandes (Heinzerling-Reuter), des nördl. Hessens (Berthold) und des Eichsfeldes (Schütze) anschlieszt. östlich der Elbe/ Saale herrscht wr- an der Ostseeküste (Dähnert Rügen, Vorpommern) und im märkischen (Mackel Prignitz, Danneil altmärk., Teuchert neumärk., Lasch berlinisch, Lademann Teltow), auch weithin im mecklenb. (Mi). das md. br- jedoch dringt in einzelnen wörtern weit nach norden vor und begegnet (neben wr-) im mecklenb. (Wossidlo-Teuchert), in West- und Ostpreuszen (Bernd, Frischbier, Ziesemer, Betcke) und in der md. ma. des Ermlandes (Hupel, Sallmann). vereinzeltes vordringen von br- in der sippe 2wrack 'ausschusz', wracken 'aussondern' als brack bis ins schwäb. (Fischer), obersächs. (Müller-Fraureuth) und nordböhm. (Knothe) hinein, ist wohl dem einflusz der handels- und kaufmannsspr. zuzuschreiben. die mehrzahl der mit wr- anlautenden wörter bleibt jedoch auf die rein nd. maa. beschränkt (man vgl. die einschlägigen wbb.); sie fehlen daher in der folgenden darstellung, die nur wörter bzw. wortsippen gröszerer verbreitung aufgenommen hat. die aufnahme einzelner wörter mit wr- in die hd. schriftsprache wird allgemein nd. einflusz zugeschrieben (vgl. Paul dt. gr. 1, 288), doch dürften in einigen fällen auch md. bezeugungen des wortes die übernahme begünstigt haben.
3704 Zeichen · 98 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    WR

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +1 Parallelbeleg

    WR- dieser anlaut erscheint nur in niederdeutschen denkmalen. wrachten büßen Gr. w. 1,590; wrechtig (brechtig) bußfallig…

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    wrAdj.

    Köbler Mnd. Wörterbuch

    wr , Adj. Vw.: s. wrank (1) L.: Lü 595b (wrange)

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    wr

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    wr- ; die germ. anlautverbindung wr-, im got. unverändert bewahrt, verliert im ahd. ( mit verschwindenden ausnahmen bere…

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Cotta, M. (2026). „wr". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/wr/dwb?formid=W27497
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Cotta, Marcel. „wr". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/wr/dwb?formid=W27497. Abgerufen 12. May 2026.
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Cotta, Marcel. „wr". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/wr/dwb?formid=W27497.
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