Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Wrasen m.
Wrasen m.
Wrasen m. ‘Wasserdampf (in der Küche), Brodem’, ein nd. Wort, das seit dem 18. Jh. von Berlin aus in die Literatursprache eindringt. Herkunft ungeklärt. Daneben steht eine r-lose Form Wasen ‘Wasserdampf (in der Küche)’, mnd. wāsem ‘Dunst, Rauch’, die wohl auf einem durch niederländische Besiedelung Brandenburgs eingedrungenen mnl. wāsem ‘Wasserdampf’ (nl. wasem ‘Dampf, Rauch’) beruht. Dies verbindet sich mit mnl. waes, wāse, wāze ‘Schlick, Modder, feuchtes Land’, ahd. waso ‘Rasen, Erdscholle’ (9. Jh.), mhd. wase ‘grasbewachsene Erdfläche, Rasen’, asächs. waso ‘Rasen, Scholle’, mnd. wāse ‘Schlamm, nasser Rasen’, (ablautend) aengl. wōs ‘Feuchtigkeit, Saft’, engl. ooze ‘Feuchtigkeit, Schlamm’, ahd. wasal ‘Regen’ (10. Jh.), außergerm. vielleicht mit aind. váśam ‘Schmalz, flüssiges Fett’, lett. vasa ‘Feuchtigkeit des Bodens’, so daß Anschluß an eine Wurzel ie. *u̯es- ‘feuchten, naß’ angenommen werden kann. Möglicherweise hat sich das r-lose Wasen ‘Wasserdampf’ mit Brodem ‘Dampf, Dunst’ (s. d.), besonders mit seinen nd. mundartlichen Formen Bratten, Wraten, Frādem, Frātem, Frāsem, vermischt, so daß Wrasen ‘Wasserdampf, Brodem’ entsteht.