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wortkarg

nhd. bis spez. · 6 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

wortkarg adj.

Bd. 30, Sp. 1586
wortkarg, adj. , im letzten drittel des 18. jh. aufkommend, noch nicht bei Adelung, aber bei Campe 5, 778a und schon von Heynatz antibarb. 2 (1796) 653 zustimmend verzeichnet, modern sehr gebräuchlich, sowohl im sinne von 'sparsam mit worten, wenig worte machend, kurz redend' die eigenart einer rede oder des redens überhaupt kennzeichnend, wie im sinne von 'schweigsam, nicht mitteilsam' mehr ein bestimmtes menschliches verhalten, eine persönliche eigenart charakterisierend; doch überschneiden sich im lebendigen sprachgebrauch oft beide gesichtspunkte. 11) als persönlicher wesenszug, merkmal eines bestimmten charakters oder temperaments: eine einzige scene schildert uns den schlauen, wortkargen, alles verknüpfenden und alles fürchtenden Oranien Schiller 6, 90 G.; sogar die wortkargen schiffer fühlten den einflusz des belebenden frühlings und glückwünschten einander naiv und energisch zum köstlichen wetter G. Forster s. schr. (1843) 3, 353. gern in der reihung mit verwandten charakterologischen merkmalen: der dritte tag gehörte dem stillen, wortkargen oberschulrath Campe J. A. Fessler rückblicke (1824) 219; der präsident war kälter, wortkarger und verschlossener denn je geworden Gutzkow zauberer v. Rom (1858) 5, 197; (der chauffeur) war ein ernster, wortkarger mensch A. Seghers d. toten bleiben jung (1950) 217. in der kennzeichnung eines schriftstellers: den wortkargen und gedankenschweren Tacitus (1825) Fr. L. Jahn br. 293 Meyer; wortkarg und knapp ist Lachmann als schriftsteller immer gewesen W. Scherer kl. schr. (1893) 1, 106. 22) auf einen besonderen fall, das verhalten in einer bestimmten situation bezogen: verzeihen mir jedoch meine freunde, wenn ich künftig wortkarg erfunden werde ... wo (auf der reise) ein tag so viel sagt, dasz man von dem tage nichts zu sagen wagen darf (1786) Göthe I 30, 207 W.; in groszer gesellschaft war Börne wortkarg Heine s. w. 7, 39 E. auch hier häufig neben verwandten begriffen: ey, kind — sie ist ja so verlegen — so wortkarg, so geniert Iffland theatr. w. (1827) 2, 53; du warst finster und wortkarg den ganzen vorigen tag über gewesen W. Raabe s. w. (o. j.) I 3, 382. 33) von 1 wie von 2 her auch neben unpersönlichem, begrifflichem oder sachlichem beziehungswort: sein wortkarges wesen war das eines herrn Laube ges. schr. (1875) 15, 194; wortkarger opfermut und heroische hingabe an die gesamtheit K. A. v. Müller dt. gesch. u. dt. char. (1926) 19; wir bedürfen, zu dem bekannten festzwecke, einer inschrift, vierzeilig, wortkarg, obgleich der raum längere zeilen zuläszt Göthe IV 39, 136 W.; auch für die folgenden tage blieb dies wortkarge zusammensein Storm s. w. (1899) 6, 43; so ging ein wortkarger tag zwischen ihnen dahin, unter der brütenden sonne des bruchwaldes E. Wiechert hirtennovelle (1935) 66; die steinbildnerei ist ein wortkarges handwerk Werfel Bernadette (1948) 68. adverbial oder prädikativ: mich (in einem handbuch) mit wohlwollen und zustimmung zu nennen; mögen sie aber eine dringende bitte vernehmen, so thäten sies, wo nicht wortlos, doch wortkarg Göthe IV 33, 126 W. in bildhafter übertragung: die schweren türkischen batterien sind bisher noch sehr wortkarg gewesen Göttg. tagebl. v. 26. 3. 1915 abendausg. s. 2c.
3242 Zeichen · 62 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Wortkargadj, adv

    Campe (1807–1813) · +2 Parallelbelege

    Wortkarg , — er, — ste , adj . u. adv . karg mit Worten, wenig Worte machend, kurz und wenig redend. »Kalt blieb er, ver…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    wortkarg

    Goethe-Wörterbuch

    wortkarg [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. modern
    Dialekt
    wortkargAdj.

    Pfälzisches Wb.

    wort-karg Adj. : ' nicht gesprächig, mundfaul ', woʳtkaʳch [ KL-Reichb ]; vgl. wortfaul .

  4. Spezial
    wortkarg

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    wort|karg adj. da püces parores, chît (chîc, -a), laconich (-cs, -ca).

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Wortbildung

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Zerlegung von wortkarg 2 Komponenten

wort+karg

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wortkarg‑ als Erstglied (1 von 1)

wortkargheit

DWB

wortkarg·heit

wortkargheit , f. , ' knappheit des ausdrucks ' oder ' schweigsamkeit '. 1) als charakteristische eigenschaft eines menschen, zu wortkarg 1:…

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APA
Cotta, M. (2026). „wortkarg". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 16. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/wortkarg/dwb?formid=W27186
MLA
Cotta, Marcel. „wortkarg". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/wortkarg/dwb?formid=W27186. Abgerufen 16. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „wortkarg". lautwandel.de. Zugegriffen 16. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/wortkarg/dwb?formid=W27186.
BibTeX
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