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worauf

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

worauf adv.

Bd. 30, Sp. 1454
worauf, adv. , seit dem 15. jh. belegbare zusammenrückung aus wo und präpos.-adv. auf, unter erhaltung des -r aus ahd. wâr vor vokalischem anlaut. älternhd. meist, im 17. jh. noch gelegentlich mit dem alten a des wo als warauf, warauff, waruf, waruff. vereinzeltes würaff bei Schwarzenberg Cicero (1535) 135b. zur form vgl. noch unter wo sp. 904f. eine trennung durch zwischengeschobene satzglieder ist (trotz Kramer t.-ital. 2 [1702] 1374b: wo wartet ihr auf?) schriftsprachlich nicht üblich, begegnet aber mundartlich und auf dieser basis umgangssprachlich als wo ... drauf bei Fischer schwäb. 6, 428 neben wodrauf Hofmann niederhess. 265b und wou rop wb. d. luxemb. ma. 491b. worauf entspricht demonstrativem darauf (s. teil 2, sp. 760 ff.) mit der wendung ins interrogative, relative oder indefinite. es bezeichnet, im sachlichen wie im geistigen, eine richtung, ein ziel oder das beruhen auf etwas oder eine zeitfolge. 11) interrogativ. 1@aa) in direkter frage: wǎruff woltst du dann dienen mir? liederb. d. Hätzlerin 279 H.; würauff stet dein zuoversicht? J. v. Schwarzenberg Cicero (1535) 135b; worauff wag ich denn hoffen oder wem sol ich getrawen? J. Arndt Thomas a Kempis (1631) 54; worauf sollen wir denn warten? Chr. Reuter Schlamp. krankh. u. tod 142 ndr.; worauf beruhet denn diese grundkraft? worinn bestehet, worauf wirkt sie? Herder 22, 113 S.; sag, worauf bist du bedacht? Cl. Brentano ges. schr. (1852) 1, 532. in verallgemeinerndem zusammenhang: sollte das vielleicht ... auf ein stilles gebet, oder worauf sonst deuten? Göthe IV 35, 301 W. 1@bb) in indirekter frage: nur dasz man lernen solt, warauf die leut genaigt weren (Augsburg, mitte d. 15. jh.) dt. städtechron. 5, 118; (Luthers gegner) fur grossem ... grym auch nicht sehen, was odder warauff sie antworten sollen Luther 26, 261 W.; derhalben will ich ... sagen, was es (das sakrament) vermag, worauff es stehe Egranus ungedr. pred. 142 Buchwald; (ich) wuste nicht, worauff deine rede gieng Bas. Faber thes. (1587) 676a; (die) frag, worauff in dem heirahten sonderlich zu sehen? habe ich beantwortet Harsdörffer teutsch. secretar. (1656) 1, Ccc 2a; niemand wuszte eigentlich, worauf es bei mir ankam Göthe I 22, 309 W.; ich weisz auch, worauf das alles hinaus will Fontane ges. w. (1905) I 5, 160. elliptisch: die heidnischen königs- und ortsnamen (bei Wolfram) ... gründen sich, gott weisz worauf, nur auf eine erdichtung nicht Jac. Grimm an Lachmann in: briefw. 1, 384 Leitzmann. 22) in relativischer anwendung. 2@aa) in der beziehung auf ein substantiv des übergeordneten satzes, seit alters und bis ins 19. jh., an stelle von auf dem, auf den, auf das, auf denen, auf die, die in jüngster sprache wohl als korrekter gelten. 2@a@aα) in sachlich-gegenständlicher beziehung, ein ruhen oder eine bewegungsrichtung anzeigend: (ich) legte mich auf meine plauen, worauf ich die vorige nacht so trefflich wol geruhet hatte Grimmelshausen 2, 424 K.; (eine) bank, worauf man sitzt Gottsched dt. sprachkunst (1748) 67; (der) gipfel ..., worauf sie sich befanden Göthe I 24, 42 W.; zwei fingerringe ..., worauf das kreuzeszeichen in kostbaren edelstein gegraben war Mörike w. 22, 408 Maync; (ein) samtstuhl, worauf ich mich niedersetzen muste Chr. Reuter Schelmuffsky 29 ndr.; (der) untersatz, worauf ... ein solches kunstwerk gestellt werden sollte Göthe I 25, 15 W.; das geländer, worauf sie sich stützte Hölderlin ges. dicht. 2, 110 L. 2@a@bβ) allgemeiner und abstrakter: eine herablassung, worauf das publicum stolz seyn musz Gerstenberg recensionen 167 lit.-denkm.; die hauptmomente, worauf es ... ankommt Göthe I 48, 49 W.; sie (die naturbeobachtung) führte nicht zu historischen ereignissen, worauf man hätte bauen können W. Wackernagel poetik, rhetorik u. stilistik (1873) 57. in der verallgemeinernden beziehung auf das neutrum eines substantivierten adjektivs oder pronomens auch modern noch zulässig: und alles worauff ein solch tod ass fellet, das wird unrein 3. Mose 11, 32; ich habe mich ... zu weit von dem entfernt, worauf ich anfangs ausging Herder 13, 6 S.; manches hab ich noch, worauf ich sehr begierig bin, zu fragen Göthe I 10, 135 W. 2@bb) an der spitze eines relativischen subjektssatzes: warauff eyn mensch trawet und sich verlesst, das ist seyn gott Luther 15, 299 W.; (sie) ist froh, wanns wol von statten geht, worauf ihr sinn und hertze steht P. Gerhardt in: Fischer-Tümpel 3, 376; und das wohl der ganzen welt ists, worauf ich ziele Göthe I 1, 123 W.; das ists, worauf es ankommt Carossa verwandlungen einer jugend (1928) 210. 2@cc) in relativischer satzverknüpfung mit der geltung einer temporalen konjunktion, in der eine kausale bedeutung mehr oder weniger mitschwingt: Annibal simulierte die flucht, warauff die Africaner dasz läger ahngefallen Albertinus hirnschleiffer (1664) 3; warauff der alte anhube zu lächlen Moscherosch gesichte (1650) 1, 55; (ich) redete sie freundlich an, worauf sich ein junges, schönes, aber von ängstlichen zügen beschattetes gesicht einigermaszen erheiterte Göthe I 33, 6 W.; erst sein nachfolger ... nahm ... die ... stadt ..., worauf die eidgenossenschaft ... sich bekannte als den Römern unterthänig Mommsen m. gesch. 2 (1874) 165. rein temporal: vater Dörr brummelte, dasz er sein eigenthum in keinem besseren schutz lassen könne, worauf das junge paar ... abschied nahm Fontane ges. w. (1905) I 5, 145. elliptisch: er sagte dem kanzler im eifer: 'da haben durchlaucht etwas dummes gemacht', worauf Bismarck: 'nun, gebe der himmel, dasz ew. majestät nie eine gröszere dummheit begehen mögen' G. Freytag br. an s. gattin (1912) 149. 33) als indefinitum im sinne von 'auf etwas' in jungem gebrauch kaum noch üblich: hat er sonst worauf zu klagen? Neumark fortgepfl. lustw. (1657) 2, 91; worauf warten, sehen, dencken, schweren, studiren M. Kramer t.-ital. 2 (1702) 1374c.
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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Worauf

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Worauf , eine ähnliche Partikel, von wo und auf. 1. Als ein Fragewort. Worauf stehet es? Worauf gehet das? 2. Als eine r…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    worauf

    Goethe-Wörterbuch

    worauf [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. modern
    Dialekt
    worauf

    Bayerisches Wörterbuch

    worauf Band 1, Spalte 1,701

  4. Spezial
    worauf

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    wo|rauf adv. 1 (interrogativ) a ci 2 (relativ) sön ci, sön chël che. ▬ worauf wartest du? a ci aspeteste pa? ; die Tafel…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit worauf

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Zerlegung von worauf 2 Komponenten

wor+auf

worauf setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

worauf‑ als Erstglied (1 von 1)

woraufhin

DWB

worauf·hin

woraufhin , adv. , in gleicher, aber seltenerer anwendung wie das vorige. schon früh bezeugt: woraufhin seie dem ... ein rechtstag ernennet …

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Cotta, M. (2026). „worauf". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 14. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/worauf/dwb?formid=W26876
MLA
Cotta, Marcel. „worauf". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/worauf/dwb?formid=W26876. Abgerufen 14. May 2026.
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Cotta, Marcel. „worauf". lautwandel.de. Zugegriffen 14. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/worauf/dwb?formid=W26876.
BibTeX
@misc{lautwandel_worauf_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
  title        = {„worauf"},
  year         = {2026},
  howpublished = {lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern},
  url          = {https://lautwandel.de/lemma/worauf/dwb?formid=W26876},
  urldate      = {2026-05-14},
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