wohlwollend,
adj. ,
benevolus, benevole, gnädig, günstig gesinnt. seit dem 15.
jh. belegt, seit dem 18.
jh. in breitem gebrauche. aa)
attributiv bei personen oder persönlich gedachtem: all mein bisher geubte handlung (
soll) mir ... ein gnedigen herren und richter und wolwöllenden ... herren und vatter geberen (
a. 1525)
bei: Franz
d. dtsche bauernkrieg, aktenband 215;
Terenz deutsch (1499) 124
a; und weil ihm das glück wohlwollend, hat er herauserhalten eine schöne guldene schalen Abraham a
s. Clara
w. 1, 57
Strigl; gute menschen ... finden wieder gute, wohlwollende menschen Chr.
F. Weisze
lustsp. 2, 354; ein wohlwollendes, zur ... güte geneigtes herz Ulr. Bräker
s. schr. (1789) 1, 260; einem wohlwollenden geiste mittel der gutthätigkeit ... geben Schiller 1, 154
G.; (
er) war ... ein wohlwollender vorgesetzter im dienst
bei Moltke
ges. schr. u. denkw. 1 (1892) 240. wohlwollend für, gegen jem.: (
Heinrich IV.) war gütig und wohlwollend für alle Ranke
s. w. 9 (1876) 79; er war ... gegen alle menschen wohlwollend Chr. v. Schmid
ges. schr. (1858) 1, 98.
mit dat.: der mir wohlwollende mann Aug. Winnig
heimkehr (1935) 339. bb)
substantiviert: so war doch ihre verbitterung so grosz, dasz ... mich ... alle wolwollende warnigten Lohenstein
Arminius 2 (1690) 125
b.
besonders häufig bei Göthe
für '
gönner, freund': so finden wir ... gerathen, die geduld unserer wohlwollenden nicht ... weiter auf die probe zu stellen I 24, 179
W.; ich muszte von wohlwollenden die bemerkung hören, dasz es mir an erfahrung fehle 27, 145
W.; er hatte ... von der gunst manches wohlwollenden gelebt 46, 66
W. cc)
attributiv bei abstrakten für '
freundlich': mit der freimütigkeit ..., die ich den groszmüthigen absichten des königs und ihren (
anrede) wohlwollenden gesinnungen schuldig bin (1804) Schiller
br. 7, 159
Jonas; behalten sie mich in wohlwollendem andenken A. W. Schlegel in:
schr. d. Göthegesellsch. 13, 141; ich fand ... wohlwollende aufnahme Moltke
ges. schr. u. denkw. 1 (1892) 22; eine wohlwollende neutralität ... einnehmen
amtl. kriegsdepeschen nach berichten des W. T. B. 8. 8. 1914.
komp. und superl.: eine wohlwollendere haltung nimmt Lists nationales system zu den handelsverträgen ein
hwb. d. staatswiss.2 4, 1072; ich fühle für ihn die wohlwollendste freundschaft Bauernfeld
ges. schr. 2 (1871) 125; die umsichtigste, wohlwollendste fürsorge Jhering
geist d. röm. rechts (1892) 3, 1, 235. dd)
adverbiell: wohlwollend einen bedeutenden dienst erweisen Göthe I 24, 165
W.; wohlwollend nahm er mich ... auf S. Mereau
ged. (1800) 2, 100; denken sie wohlwollend und freundschaftlich an mich W. Grimm in:
br. d. brüder Grimm an Benecke 177; die herren vertreter der regierung haben sich ... wohlwollend in der sache geäuszert Moltke
ges. schr. u. denkw. 7, 92; diese männer ..., die sich so wohlwollend seiner erinnerten Werfel
geschwister von Neapel (1931) 53. —