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williglich

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

williglich adj. u. adv.

Bd. 30, Sp. 185
williglich, adj. u. adv. , weiterbildung zu willig, vielleicht mit hilfe der alten adverbialformen willigliche und williglichen (Wilmanns gram. 22, 489 ff., 608 f.); mhd. willeclich adj.; ahd. williglîchen adv. Graff 1, 829; mnd. willichlik adj.; Alberus (1540) cciiib; Stieler 2539. II. form. der stamm erscheint mit ü — wohl nach v. Bahder grundl. 180 ff.bei Ph. v. Zesen: sei geruhig, meinen brüdern zuzuhören wülliglich adriat. Rosemund 25 ndr.; die endung lautet -leich vereinzelt bei Hennenberger: ich könig Ludwig von Frankreich, hab gegeben willigleich von meim wappen die lilgen vier, diesem schild zu groszer zier erclerung der preusz. landtafel 368; doch vgl. auch willigleichen unter II 2; die binnensilbe in der gestalt -enc- (willenclich) ist belegt aus der gegend des Bodensees: also ich och willenclich mit demütiger erpietung ... tun wil Oheim Reichenauer chronik 1 lit. v.; sonst findet sie sich öfter in der sog. vierten bibelübersetzung: ich opfer dir willenklich ps. 54, 8; damit vergleicht sich die form willenclichen aus derselben gegend: und brachtend guote mär, wie das ir baupst willenklichen abtretten wölt Richental chronik 45; näheres Kehrein gramm. d. d. spr. d. 15. bis 17. jhs. 2, 276 f.; Weinhold mhd. gr. 2 § 216. 217; Lexer 3, 890. der superlativ heiszt williglichst: kein berühmtes kraut so selzam, dasz ... .. du nicht williglichst und gerne hättest mir herzugebracht [Kasp. Stieler] geharnschte venus 12 ndr.; vgl. mhd. im comparativ williclîchern antphanc. wegen der älteren gestalt des adverbs s. unter II. IIII. gebrauch. II@11) als ausgeprägtes adjectiv, gesichert durch seine abwandlung oder die art des satzbaues, findet sich williglich nur selten, wie auch schon H. Braun vermerkt, orth.-gram. wb. (1793) 306b; so heiszt es mhd.: unse vrouwe was im bî mit willeclîchen mûte Klusener marienlegende 472 (Bartsch md. gedichte 14); sonst vgl. willeclîches hërzen, mit willeclîchen ougen Lexer 3, 890; mnd. willichlike bedinghe, freiwillige bitte Korner 144c; später aber nur noch in den beiden nächsten jahrhunderten: daher auch Christus volk, ein freies williglichs volk (liberalis) genant wird Luther 5, 33 anm. Weim.; Publius Scipio .. hat im aufgelegt und gesetzt nit allein ein willigklich elende, sonder hat auch seiner leich das selb elend aufgelegt und gebotten Carbach römische historien 417b; mein geist der ist ganz willigklich Sachs 22, 108, 16 Götze; das ist eine angenommene weise williglichs aberglaubens Aventin 177; warumb du dich so williglich erzeigt in allem leiden Simon Dach bei Fischer-Tümpel, das evangelische kirchenlied 3, 64. II@22) sonst steht williglich als adverb nur neben einem gewöhnlichen zeitwort; das aber so häufig und in so gleichmäsziger weise, dasz eine auslese aus der masse der belege genügt. dabei lautet es in älterer zeit noch zuweilen willicliche, so mhd., ebenso mnd.: bolde und willichlike gegeven ist angeneme Schiller-Lübben 5, 721; ähnlich: herre, ich gleuben willecliche, daz duo bist von himelriche Mone schausp. des mittelalt. 1, 90, 436 (leben Jesu); daneben stand früher noch die form williglichen, ein alter dat. plur.; ahd. williglîchen Graff 1, 829; mhd. willeclîchen, mnd. willichliken; vgl. Weinhold mhd. gr. 2 321; Wilmanns gram. 2 2, 608f.; diese form erhielt sich bis ins 16. jh., auf mundartlichem untergrunde vereinzelt sogar bis ins 17. jh. hinein: wir mogin beweisin mit syme offin varsegiltin briffe, was wir des schadin nemen ..., das her uns den had gelobid williglichin czu richten handelsrech. d. deutsch. ordens 276; er dienet willigklichen dem künig sein tochter ab lied v. hürn. Seyf. 7 neudr.; die menschen fluchen täglich got ... und er vergibt in daz williclichen Arigo 26; so will ich an sein stat ietzt ston und willigklichen für ihn sterben Sachs 11, 356, 5 Keller; etliche gaben ... sich williglichen in eine sclafische dienstbarkeit Moscherosch gesichte 1, 156; den ausgang
3943 Zeichen · 106 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Williglich

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    * Williglich , adv. welches im Hochdeutschen veraltet ist, weil es nichts mehr und nichts weniger sagt, als das Adverbiu…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    williglich

    Goethe-Wörterbuch

    williglich [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. modern
    Dialekt
    williglich

    Schweizerisches Idiotikon · +1 Parallelbeleg

    williglich Band 15, Spalte 1323 williglich 15,1323

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit williglich

10 Bildungen · 0 Erstglied · 8 Zweitglied · 2 Ableitungen

Ableitung von williglich 2 Analysen

willig + -lich

williglich leitet sich vom Lemma willig ab mit Suffix -lich.

Alternativen: will+-ig+-lich

Zerlegung von williglich 2 Komponenten

willi+glich

williglich setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

williglich als Zweitglied (8 von 8)

mutwilliglich

DWB

mutwillig·lich

mutwilliglich , adv. : mutwilliglich, proterve. voc. inc. theut. o 3 b ; muotwilligklich, proterve, proterviter, petulanter, libidinose. Das…

selbmutwilliglich

DRW

selb·mutwilliglich

selbmutwilliglich, adv. auf eigenmächtige Art und Weise bdv.: mutwillig (II), selbmütig (II) die schuldige person, die wider gotes willen ih…

unwilliglich

DWB

unwillig·lich

unwilliglich , adv. adj. , nicht williglich ( s. d. ). mhd. unwilleclîche; mnl. onwillichlike. veraltet, aber noch von Kramer (1702) 2, 1391…

Ableitungen von williglich (2 von 2)

gewilliglich

DWB

gewilliglich , gewilliglichen , erweiterung von gewillig, die nur den functionen des adverbiums dient. 1 1) während gewillig in der mittelho…

unwilliglich

DWB

unwilliglich , adv. adj. , nicht williglich ( s. d. ). mhd. unwilleclîche; mnl. onwillichlike. veraltet, aber noch von Kramer (1702) 2, 1391…

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APA
Cotta, M. (2026). „williglich". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 11. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/williglich/dwb?formid=W21610
MLA
Cotta, Marcel. „williglich". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/williglich/dwb?formid=W21610. Abgerufen 11. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „williglich". lautwandel.de. Zugegriffen 11. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/williglich/dwb?formid=W21610.
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